BMW unter Druck: Handelszölle und China bremsen Gewinnentwicklung
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BMW unter Druck: Handelszölle und China bremsen Gewinnentwicklung

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Esma Sakalli

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

Nettogewinn: ca. 4 Mrd. Euro (–29 Prozent gegenüber H1 2024)

Operative Marge (Automobilsegment): 5.4 Prozent (innerhalb der Zielspanne von 5 – 7 Prozent)

Aktienkurs (XETRA, Zeitpunkt der Analyse): 84.46 Euro

BMW verzeichnet deutlichen Gewinneinbruch im Q2 2025

Der Münchner Autobauer BMW hat im ersten Halbjahr 2025 einen erheblichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Nach Steuern verdiente der Konzern rund 4 Milliarden Euro – etwa 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Hauptursachen für den Rückgang sind neue Handelsbarrieren sowie ein schwächelndes China-Geschäft. Trotz des fast ein Drittel geringeren Gewinns steht BMW damit aber immer noch stabiler als seine deutschen Wettbewerber da: Volkswagen (inkl. Audi) verzeichnete im selben Zeitraum einen Gewinneinbruch von rund einem Drittel, Mercedes-Benz sogar um über die Hälfte.

Seit diesem Jahr werden europäische Autoexporte in die USA mit 15 Prozent Einfuhrzoll belegt. Für ein exportorientiertes Unternehmen wie BMW bedeutet selbst eine derart moderat erscheinende Handelsbarriere erhebliche Einbußen. BMW beziffert den Margenverlust durch die jüngsten Zölle auf 1.25 Prozentpunkte bis Jahresende – was einem Betrag in Milliardenhöhe entspricht. Besonders betroffen ist das Segment Automobile, also das Kerngeschäft mit Fahrzeugen.

Verschärfter Wettbewerb in China

Während Zölle die Gewinnseite belasten, drückt in China vor allem der harte Wettbewerb auf Absatz und Preise. In seinem größten Einzelmarkt bekommt BMW die Abkühlung der chinesischen Konjunktur und den Konkurrenzdruck durch heimische Hersteller deutlich zu spüren. Chinesische Autobauer – insbesondere im Elektroauto-Segment – setzen mit aggressiven Preisen und einer Fülle neuer Modelle die ausländischen Premiumanbieter unter Zugzwang. Vor allem in den unteren und mittleren Fahrzeugsegmenten kämpfen Marken wie BYD, Nio oder Geely um Marktanteile und unterbieten westliche Hersteller häufig beim Preis.

Die deutschen Hersteller tun sich schwer, mit dem hohen Tempo und der Innovationsfreude der lokalen Konkurrenz mitzuhalten, insbesondere bei günstigen Elektrofahrzeugen. Um im Preiskampf nicht die Marge vollends zu opfern, vermeiden BMW und die anderen Premium-OEMs bislang größere Rabattschlachten in China. Allerdings wächst der Druck: Einige Mitbewerber haben bereits Rabatte und Sonderaktionen gestartet, um ihre Modelle in China attraktiver zu machen. Sollte der Preisdruck weiter zunehmen oder die Konjunktur dort schwach bleiben, könnte das die zweite Jahreshälfte belasten.

Analystenmeinungen und Aktienbewertung

An der Börse wurden die jüngsten Zahlen von BMW mit Erleichterung aufgenommen. Trotz des Gewinnrückgangs blieb der Aktienkurs stabil – ein Zeichen, dass viel Negatives bereits erwartet wurde und BMW die Markterwartungen zumindest erfüllt oder punktuell übertroffen hat. So hob etwa Stephen Reitman, Analyst beim US-Analysehaus Bernstein Research, in einer aktuellen Studie hervor, dass BMW im ersten Halbjahr einen unerwartet starken Free Cashflow im Automobilsegment erzielte. Die operative Marge von 5.4 Prozent liege komfortabel innerhalb des angestrebten Korridors, was die relative Stärke des Geschäftsmodells unter Beweis stelle.

Zum Zeitpunkt seiner Analyse notierte die BMW-Aktie bei rund 84.46 Euro (XETRA-Schlusskurs), nahezu unverändert zum Vortag. Auf Basis des Kursziels sieht der Analyst damit noch etwa 9 Prozent Kurspotenzial für den Wert. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits über 12 Prozent an Wert gewonnen, was bemerkenswert ist angesichts der Gegenwinde in der Branche. Die Veröffentlichung der Bilanz für das zweite Quartal 2025 ist für den 31. Juli 2025 geplant.

Ausblick auf die kommenden Quartale

Um die aktuellen Hürden zu überwinden und langfristig erfolgreich zu bleiben, verstärkt BMW seinen strategischen Fokus. Im Zentrum steht eine Modelloffensive bei Elektroautos sowie das Nutzen der globalen Produktions- und Entwicklungsverbünde. In Europa sollen neue elektrifizierte Modelle für Wachstum sorgen. Bereits in den kommenden Monaten steht ein Highlight an: Im September will BMW auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München die erste Seriennahe Version der Neuen Klasse präsentieren.  Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Herausforderungen durch Handelsbarrieren und den intensiven Wettbewerb in China zu bewältigen. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Juli wird weitere Einblicke in die finanzielle Entwicklung des Unternehmens geben.

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Esma Sakalli

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