Mit diesem Abkommen sichern Nvidia und AMD ihren Export nach China
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Mit diesem Abkommen sichern Nvidia und AMD ihren Export nach China

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Esma Sakalli

15 Prozent Umsatzabgabe für eine Exportlizenz – eine ungewöhnliche Vereinbarung zwischen Nvidia, AMD und der US-Regierung sorgt in der Tech-Welt für Aufsehen. Laut einem Bericht der Financial Times ist dies der Preis, den die beiden Chipgiganten zahlen, um weiterhin KI-Hardware nach China liefern zu dürfen.

Die Regelung gilt als beispiellos und wirft Fragen auf: Warum jetzt? Und welche Folgen hat das für den milliardenschweren Markt künstlicher Intelligenz?

Politisches Tauziehen vor der Genehmigung

Hinter den Kulissen soll es zu intensiven Gesprächen gekommen sein. Die US-Behörde Bureau of Industry and Security (BIS) erteilte Nvidia erst vor Kurzem die Erlaubnis, den speziell angepassten H20-GPU nach China zu exportieren. Brisant: Dem Entscheid war ein Treffen zwischen Nvidia-CEO Jensen Huang und US-Präsident Donald Trump vorausgegangen.

Der H20-Chip basiert auf der älteren Hopper-Architektur und wurde 2023 als gedrosselte Version des H100 entwickelt, um Exportbeschränkungen zu umgehen. Doch auch dieses Modell fiel im April unter ein Verkaufsverbot. Dass nun doch eine Genehmigung vorliegt, deutet darauf hin, wie entscheidend persönliche Verhandlungen und Lobbyarbeit in diesem Geschäft geworden sind.

Ein Milliardengeschäft – auch für den Staat

Für Nvidia könnte der Deal eine teilweise Rückkehr verlorener Umsätze bedeuten, die durch die Exportverbote seit 2022 entstanden sind. Für die US-Regierung selbst geht es um mehr als nur Sicherheitspolitik – die Umsatzabgabe könnte allein dieses Jahr bis zu zwei Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen. AMD wird voraussichtlich einen dreistelligen Millionenbetrag beisteuern.

Dass die Vereinbarung gerade jetzt zustande kommt, ist kein Zufall: Der globale Wettbewerb um KI-Hardware verschärft sich, und China bleibt einer der wichtigsten Absatzmärkte. Ein offener Markt birgt Chancen – ein geschlossener Markt zwingt zu Alternativen, oft jenseits offizieller Handelswege.

Chinesische Sicherheitsbedenken

Während in den USA die Exportlizenz als Erfolg gilt, sehen Chinas Behörden das anders. Die Cyberspace Administration of China (CAC) befürchtet, dass Nvidia in der Lage sein könnte, H20-Chips aus der Ferne zu deaktivieren oder ihren Standort zu verfolgen. Beweise gibt es bisher nicht, doch die Vorwürfe reichen, um Käufer zu verunsichern.

Diese Skepsis trifft auf einen Markt, in dem bereits die leistungsfähigere Blackwell-Architektur von Nvidia verfügbar ist – energieeffizienter, schneller und ohne die Einschränkungen älterer Modelle. Die Frage ist, ob Kunden in China den H20 dennoch kaufen oder lieber auf inländische Alternativen setzen.

Schwarzmarkt mit eigenen Regeln

Offizielle Beschränkungen haben den Handel nicht gestoppt – im Gegenteil. Auf dem chinesischen Schwarzmarkt wechseln KI-Beschleuniger zu Preisen weit über dem ursprünglichen Listenwert den Besitzer. Eine Dokumentation des YouTube-Kanals Gamers Nexus zeigt sogar, wie Gaming-Grafikkarten für den Einsatz in KI-Rechenzentren umgebaut werden.

Solche Umrüstungen verdeutlichen, wie groß der Bedarf an leistungsfähiger Hardware ist – und wie leicht Marktlücken entstehen, wenn offizielle Wege versperrt werden. Beobachter warnen, dass dieser inoffizielle Markt die Entwicklung von KI in China stärker antreiben könnte, als westliche Regierungen kalkulieren.

Blick in die Zukunft: Zwischen Risiko und Gelegenheit

Die Exportgenehmigung für H20-Chips verschafft Nvidia und AMD kurzfristig Luft. Doch langfristig stehen beide vor einem strategischen Dilemma: Wie lässt sich der Markt in China halten, ohne die Regeln in den USA zu verletzen – und ohne das Vertrauen in China zu verlieren?

Mit der zunehmenden Konkurrenz aus China, der schnellen Entwicklung neuer Chipgenerationen und dem politischen Druck auf beiden Seiten wird deutlich: Der Deal ist nur ein Etappensieg. Die eigentliche Frage ist, ob er reicht, um in einem der dynamischsten Tech-Märkte der Welt die Oberhand zu behalten.

Beide Unternehmen stehen vor der Aufgabe, den Balanceakt zwischen geopolitischen Interessen und wirtschaftlichem Erfolg zu meistern – in einem Markt, der für ihre Zukunft strategisch entscheidend bleibt.

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Esma Sakalli

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