Das Wichtigste in Kürze:
- Strategy verkauft erstmals tausende Bitcoin – weitere Verkäufe gelten als möglich.
- Langzeit-Halter und sinkende ETF-Abflüsse stabilisieren den Bitcoin-Kurs.
- Risk-On-Signale bleiben intakt, verlieren zuletzt aber etwas an Dynamik.
Guten Morgen!
Der weltweit größte börsennotierte Bitcoin-Investor überraschte gestern mit einem historischen BTC-Verkauf: Strategy um Michael Saylor hat innerhalb weniger Tage 3588 Bitcoin im Wert von rund 216 Millionen Dollar verkauft – so viele wie noch nie. Anfang Juni hatte Strategy erstmals BTC verkauft, um Dividenden zu decken. Damals fiel BTC innerhalb von vier Tagen von 74 000 auf 59 000 Dollar. Diesmal bleibt Bitcoin erstaunlich robust und notiert weiterhin klar über 60 000 Dollar. Wir schauen uns an, warum der Markt den Rekordverkauf bislang erstaunlich gelassen aufnimmt und welche Signale nun für Bitcoin sprechen.
Strategy verkauft plötzlich Bitcoin – und womöglich geht es weiter
Über Jahre hatte Michael Saylor seine Strategie nahezu zum Dogma erhoben: Bitcoin werde gekauft, nicht verkauft. Nun trennte sich Strategy innerhalb einer Woche von 3588 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von rund 60 000 Dollar und verringerte den Bestand auf 843 775 Bitcoin. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Dividendenausschüttungen auf Vorzugsaktien und dem Wiederaufbau seiner Dollar-Reserven.
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Onchain-Analysten von Kairos Research halten es sogar für möglich, dass bereits weitere Verkäufe angelaufen sind. Kurz nach Ende des offiziellen Berichtszeitraums wurden erneut 513 Bitcoin über Wallets bewegt, deren Muster auffällige Parallelen zu den bestätigten Transaktionen aufweist. Dass Bitcoin trotz dieses Verkaufsdrucks zulegen konnte, liegt auch an einem gestärkten Fundament im Kryptomarkt. Nach Daten des Analysehauses Glassnode haben Langzeit-Halter ihre monatelange Verkaufsphase beendet und bauen ihre Bestände erstmals wieder aus.
Warum verkauft Strategy weitere Bitcoin-Bestände? Primär geht es darum, Dividendenzahlungen zu finanzieren. Auch die Dollar-Reserven wurden aufgestockt.
Gleichzeitig lässt der institutionelle Verkaufsdruck nach: Die Abflüsse aus den US-Spot-ETFs gingen zuletzt deutlich zurück, während sich Angebot und Nachfrage am Spotmarkt wieder annähern. Unterstützung kam außerdem aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump bezeichnete sich gestern auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus erneut als „großen Krypto-Fan“. Bitcoin sei "unglaublich stark" und werde womöglich Teil der Trump-Accounts.
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Auch die Konjunkturdaten senden überwiegend positive Signale. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel zwar leicht von 54.0 auf 53.3 Punkte und deutet damit auf eine etwas langsamere Expansion hin. Mit Werten oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten befindet sich die US-Industrie aber seit Januar im Aufschwung – so stark wie seit Mitte 2022 nicht mehr.
Was Bitcoin gerade fundamental stützt: Trump ist bullisch, Bitcoin-ETFs erholen sich. Der PMI signalisiert Expansion, Kupfer und Russell 2000 zeigen Stärke.
Historisch fielen viele Krypto-Bullenmärkte mit einer Erholung der Industrie zusammen. Gleichzeitig entwickelt sich Kupfer seit Monaten deutlich besser als Gold, während der Russell 2000 seine Rekordstände behauptet – ebenfalls klassische Signale für eine höhere Risikobereitschaft.
Risk-On lebt – doch der Weg bleibt steinig
Das Bild an den Finanzmärkten bleibt entsprechend konstruktiv, wenn auch nicht mehr ganz so dynamisch wie noch vor wenigen Wochen. Die leichte Abschwächung des ISM-Index mahnt zur Vorsicht, ohne den übergeordneten Trend bislang infrage zu stellen. Solange Langzeit-Halter weiter akkumulieren, institutionelle Verkäufe nachlassen und Risikoindikatoren stabil bleiben, sprechen viele fundamentale Faktoren weiterhin eher für eine Fortsetzung der Krypto-Erholung als für einen erneuten Ausverkauf.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Kursen wider. Der S&P 500 schloss wieder oberhalb von 7 500 Punkten, der Nasdaq-100 kratzte zum Handelsschluss an der Marke von 29 700 Punkten. Der Russell 2000 behauptete sich weiter über seinem erst Ende Juni erreichten Rekordhoch von 3000 Punkten. Gold notierte knapp über 4 100 Dollar je Unze, Silber bei gut 61 Dollar und Kupfer bei rund 6.10 Dollar je Pfund – seit Ende Februar eine Outperformance von rund 35 Prozent gegenüber Gold. Bitcoin pendelte zuletzt zwischen 62 000 und 64 000 Dollar, Ethereum kämpfte um die Rückkehr über 1 800 Dollar und die Bitcoin-Dominanz stieg leicht auf 58.65 Prozent.
HKCM-Gewinner und -Verlierer
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| Hut 8 | +6.89 |
| Tesla | +6.69 |
| AMD | +6.61 |
| Rocket Lab | -7.34 |
| Samsung | -6.92 |
| Siemens Energy | -5.67 |
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