Michael Burry: Vom Big Short zum großen Verlust
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Michael Burry: Vom Big Short zum großen Verlust

Author

Patrick May

Michael Burry, dessen Ruf als vorausschauender Investor durch den „Big Short“ während der Finanzkrise 2008 gefestigt wurde, hat kürzlich eine seiner markantesten Wetten gegen den Markt geschlossen – und zwar mit einem beträchtlichen Verlust. Der „Big Short“ hat das Bild von Michael Burry als einem vorausschauenden Investor gezeichnet, der anderen stets einige Schritte voraus zu sein scheint. Sein Erfolg im Jahr 2008, als er von dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes profitierte, wurde in Filmen und Büchern verewigt und machte ihn zu einer fast mythischen Figur in der Welt der Finanzen. Jeder seiner Schritte zieht seitdem die Aufmerksamkeit und das kritische Auge von Anhängern und Skeptikern auf sich.

Im August 2023 ging Burrys Scion Asset Management eine Short-Position im Wert von $1.6 Milliarden gegen den SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) und den Invesco QQQ Trust (QQQ) ein. Diese Entscheidung, die auf den ersten Blick als mutiger Schachzug eines erfahrenen Investors erschien, endete jedoch mit einem erheblichen Verlust.

Eine teure Fehleinschätzung

Burrys gemanagter Hedgefonds investierte etwa $26.5 Millionen in Put-Optionen auf diese beiden ETFs, eine Summe, die angesichts des Nominalwerts der Position relativ gering erscheint. Aber dieser scheinbar bescheidene Einsatz führte zu einem disproportional großen Verlust von 40%, was die Risiken solcher Positionen trotz des anfänglich geringeren Kapitaleinsatzes unterstreicht. Mehr zum Thema Hedging und Portfolio-Optimierung erfahren Sie hier. Diese Investition verteilte sich auf $18 Millionen für SPY-Put-Optionen und etwa $8.5 Millionen für QQQ-Puts.

Diese spezifische Aufteilung des Kapitals könnte darauf hindeuten, dass Burry eine Marktkorrektur oder spezifische Schwächen in den von diesen ETFs abgedeckten Marktsegmenten antizipierte. Der SPY-ETF repräsentiert eine breite Palette von großen US-Unternehmen und ist ein Barometer für die allgemeine Marktleistung, während der QQQ-ETF sich auf Technologie- und Nicht-Finanzunternehmen im Nasdaq-100 konzentriert. Burrys Investition in Put-Optionen auf beide ETFs lässt vermuten, dass er sowohl im breiteren Markt als auch speziell im Technologie-Sektor Rückgänge erwartete.

Strategiewechsel und neue Fokussierung

Burrys Hedgefonds hat seine Anlagestrategie nun erneut angepasst und dabei eine signifikante Wette gegen den Mikrochip-Sektor platziert. Dies geschieht zu einer Zeit, in der jener Bereich auf eine stark bullische Performance zurückblickt. Es spiegelt außerdem eine kritische Einschätzung des Sektors wider, möglicherweise aufgrund einer Überbewertung oder erwarteter zukünftiger Herausforderungen.

Scion Asset Management konzentrierte sich zuletzt auf den Kauf von Put-Optionen auf 100 000 Aktien des iShares Semiconductor ETF von BlackRock, mit einem Nennwert von $47 Millionen. Dieser ETF hat Nvidia, den Spezialisten für Grafikchips und einen Marktführer im Bereich künstliche Intelligenz, als eine seiner größten Positionen. Wie wir die aktuelle Lage aus charttechnischer Sicht beim Nvidia-Papier einschätzen, das erfahren Sie hier.

Zusätzlich zu dieser spezifischen Wette hat Burry das Portfolio seines Unternehmens im letzten Quartal erheblich konsolidiert. Die Anzahl der Positionen wurde von 33 auf 13 reduziert, wodurch der Gesamtwert des Portfolios von $111 Millionen auf $44 Millionen absackte. Bemerkenswert ist auch, dass Burry im letzten Quartal seine Anteile an verschiedenen Unternehmen wie Euronav, Hudson Pacific Properties, Nexstar Media, Safe Bulkers, Star Bulk Carriers und Stellantis aufstockte, während er andere Positionen abstieß und seine Wetten auf Crescent Energy und The RealReal reduzierte. Der Kauf von Alibaba-Aktien, JD-Papieren und Booking-Aktien und -Puts deutet darauf hin, dass Burry trotz der Konsolidierung seines Portfolios weiterhin gezielte Chancen im Markt sucht.

Insgesamt zeigt Burrys jüngste Anlagestrategie eine deutliche Verschiebung seiner Schwerpunkte und eine Anpassung an die sich verändernden Marktbedingungen. Seine Wette gegen den Mikrochip-Sektor und die umfassende Überarbeitung seines Portfolios unterstreichen seine Bereitschaft, Risiken einzugehen und sich von etablierten Positionen zu lösen, um neue Opportunitäten zu verfolgen.

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Patrick May

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