Trotz einem bislang eher schwachen Jahr bei den Mergers & Acquisitions (kurz: M&A), kommen dennoch hin und wieder größere Deals zustande. Vor einem solchen Mega-Deal scheint auch der nordamerikanische Pharmakonzern Merck zu stehen. Das auch in unserem DOW30-Aktienpaket analysierte Unternehmen scheint einem Bericht des Wall Street Journals zufolge in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem Unternehmen Seagen zu sein. Seagen ist ebenfalls in Nordamerika ansässig und entwickelt als Biotech-Unternehmen Krebsmedizin.
Letztes Jahr verbuchte Seagen einen Umsatz von über $1.58 Milliarden und zählt zu den innovativen Vorreitern der Krebsforschung. Damit sollte sich das Unternehmen gut in die langfristigen Pläne von Merck einreihen, da 2028 das Patent für das „Star-Krebsmedikament“, Keytruda, ausläuft und somit ein wichtiger Umsatzgenerator wegfällt. Seagen könnte diese Lücke füllen, weshalb Übernahmegespräche schon länger andauern.
Der nordamerikanische Pharmakonzern Merck möchte offenbar das Biotech-Unternehmen Seagen übernehmen.
Aktuell soll laut Insiderinformationen über einen Aktienpreis von über $200 als Übernahmepreis diskutiert werden. Geschlossen wurde der Handel der Seagen-Aktie gestern um $175 herum und ist bereits im Vorhandel als Reaktion auf diese Nachrichten mit über 5% im Plus. Mit einer Marktkapitalisierung von über $32 Milliarden könnte es also sein, dass Merck satte $40 Milliarde blechen muss, um Seagen seins nennen zu dürfen. Damit würde das zu den bislang größten Übernahmen dieses Jahres werden.
Deals dieser Größenordnung werden mit sehr viel Bedacht eingegangen. Daraus lassen sich dann für Anleger viele Dinge ableiten. Zum einen ist es ein Indiz dafür, dass ein Unternehmen überhaupt ambitioniert wachsen möchte und in welche Richtung es sich positionieren wird. Eine solche Positionierung drückt eine Einschätzung über die Entwicklung des Marktes aus, auf dessen Basis dann ebendieser Sektor genauer betrachtet werden kann. Zu guter Letzt lässt sich auch die finanzielle Gesundheit und das Gewinnpotenzial in etwa abschätzen, denn wenn ein Unternehmen einen solchen Deal abschließt, erwartet es langfristig ein Mehrfaches an Gewinn – ein Zeichen dafür, dass sich das Unternehmen auch in Zukunft noch unter den Marktführern sieht.





