Enttäuschung bei MicroStrategy: MSTR nicht im S&P500
Michael Saylor musste am Freitag einen Rückschlag hinnehmen: Sein Unternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy) wurde trotz Erfüllung aller Kriterien nicht in den Leitindex S&P 500 aufgenommen. Stattdessen schaffte es Robinhood überraschend in den Index und die Aktie des Brokers sprang nachbörslich um 7 Prozent. Für Strategy bedeutete die Absage einen Kursrückgang von knapp 3 Prozent. Damit bleibt das Unternehmen trotz einer Marktkapitalisierung von rund 95 Milliarden US-Dollar und einem Bitcoin-Bestand von über 636.000 BTC außen vor.
Für Anleger ist die Entscheidung ein Dämpfer, da die Aufnahme in den S&P 500 Millionen von Investoren automatisch Zugang zur Aktie gegeben hätte. Dennoch kann sich Saylor persönlich freuen: Laut Bloomberg hat er es mit einem geschätzten Vermögen von 7.3 Milliarden US-Dollar erstmals ins Milliardärsranking geschafft. Dieses Vermögen ist größtenteils an Strategy und dessen gigantischen Bitcoin-Bestand gebunden. Saylor reiht sich damit in die Riege der Krypto-Milliardäre ein und sieht Bitcoin weiterhin als „digitales Gold“, das laut ihm langfristig die traditionellen Finanzsysteme ersetzen wird.
WLFI, USD1 & Co: Trump-Familie macht Milliarden
Die Familie Trump hat in nur wenigen Wochen rund 1.3 Milliarden US-Dollar durch ihre neuen Krypto-Geschäfte verdient. Laut Bloomberg stammt der größte Teil aus World Liberty Financial (WLFI), das allein etwa 670 Millionen beisteuerte, während Eric Trumps Anteil an der Mining-Firma American Bitcoin zeitweise über 500 Millionen wert war. Damit stieg das Vermögen der Familie auf 7.7 Milliarden Dollar. Besonders Donald Trump Jr., Eric Trump und sogar der jüngste Sohn Barron rücken dabei als Gesichter des wachsenden Krypto-Portfolios in den Vordergrund.
Das schnelle Vermögenswachstum zeigt, wie rasant neue Krypto-Projekte heute reale Werte schaffen können. Während frühere Generationen der Trumps ihr Geld mit Immobilien und Resorts machten, läuft die neue Erfolgsgeschichte über digitale Tokens und Bitcoin-Mining. Zur Einordnung: Bitcoin-Mining bedeutet, dass Computer komplexe Rechenaufgaben lösen, um neue Coins zu erzeugen – ein energieintensiver Prozess. Kritiker sehen Interessenkonflikte, da Trump als Präsident gleichzeitig regulierungsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen hat. Die Familie selbst betont natürlich, dass Politik und Business getrennt seien.
Altcoins keine Wertpapiere? US-Behörden arbeiten an Krypto-Gesetz
Der US-Senat hat einen neuen Entwurf für ein umfassendes Krypto-Gesetz vorgestellt, der unter anderem vorsieht, dass viele Altcoins – also alternative Kryptowährungen neben Bitcoin – nicht automatisch als Wertpapiere gelten sollen. Der Entwurf fordert die Zusammenarbeit der beiden wichtigsten Finanzaufsichtsbehörden, SEC und CFTC, die dafür ein gemeinsames Komitee für digitale Assets einrichten sollen. Ziel ist es, rechtliche Klarheit zu schaffen und Streitigkeiten zwischen den Behörden zu beenden. Zudem enthält der Entwurf spezielle Regeln für Airdrops, DeFi-Entwickler und sogenannte DePINs, also dezentrale Infrastrukturnetzwerke.
Damit hat die Politik laut Beobachtern einen wichtigen Schritt getan, um die bisher oft chaotische Regulierung von Kryptowährungen zu ordnen. Bisher behandelte die SEC viele Token wie klassische Wertpapiere, während die CFTC sie eher als Rohstoffe einstufte – ein ständiger Kompetenzkonflikt. Begriffe wie „Airdrops“ (kostenlose Token-Verteilungen) oder „DeFi“ (dezentrale Finanzprojekte ohne zentrale Banken) sind für Außenstehende oft schwer zu verstehen, doch genau hier soll das Gesetz Klarheit schaffen. Für Anleger und Entwickler könnte das ein Befreiungsschlag sein, da mehr Rechtssicherheit Innovationen fördert und die USA im globalen Krypto-Wettlauf wettbewerbsfähig halten könnte.
Größter Vermögensverwalter Brasiliens gründet Krypto-Abteilung
Itaú Asset Management, der größte private Vermögensverwalter Brasiliens, hat seine erste eigene Krypto-Abteilung ins Leben gerufen. Geleitet wird sie von João Marco Braga da Cunha, einem ehemaligen Manager des Krypto-Spezialisten Hashdex. Die neue Einheit ist Teil der Multidesk-Struktur von Itaú, die insgesamt rund 117 Milliarden Reais (21,6 Milliarden US-Dollar) verwaltet. Ziel ist es, das Angebot an digitalen Anlageprodukten auszubauen. Von klassischen Fonds bis hin zu risikoreicheren Krypto-Derivaten.
Damit hat Itaú einen weiteren Schritt in Richtung Kryptomarkt gemacht. Schon seit 2022 bietet das Unternehmen einen Bitcoin-ETF und sogar Rentenpläne mit Bitcoin-Anteil an. Zudem können Kunden über die hauseigene App direkt Bitcoin und Ethereum handeln. Mit der neuen Abteilung will Itaú die Palette erweitern und spielt sogar mit dem Gedanken, eine eigene Stablecoin, also eine an eine Währung gebundene Kryptowährung, einzuführen. Das zeigt mal wieder, dass digitale Assets in Brasilien längst im Mainstream angekommen sind.
Morgan Stanley: XRP als Schlüssel für das globale Finanzsystem?
Morgan Stanley hat Ripple und dessen Kryptowährung XRP als ernsthafte Alternative zum bisherigen Zahlungssystem SWIFT bezeichnet. Laut der Investmentbank könne XRP internationale Überweisungen deutlich günstiger und schneller machen, mit bis zu 60 Prozent weniger Kosten und nahezu sofortiger Abwicklung. Möglich wurde die wachsende Bedeutung von Ripple nach mehr rechtlicher Klarheit durch den SEC-Prozess und der 200-Millionen-Dollar-Übernahme von Rail, einem Unternehmen für Zahlungsinfrastrukturen.
Damit hat ein Schwergewicht der Finanzwelt Ripple Rückenwind verliehen. Während SWIFT mit über 11.500 angeschlossenen Banken weltweit noch klar dominiert, zeigen sich immer mehr Chancen für Blockchain-Lösungen. XRP ist dabei ein digitaler Token, der speziell für grenzüberschreitende Zahlungen entwickelt wurde. Anders als Bitcoin, der vor allem als „digitales Gold“ gilt, will Ripple laut eigenen Aussagen mit XRP eine Brücke zwischen Banken schlagen und so den jahrzehntealten Zahlungsverkehr revolutionieren.
Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag.







