Krypto News: Coinbase-Chef will Banken abschaffen, Michael Saylor wütend
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Krypto News: Coinbase-Chef will Banken abschaffen, Michael Saylor wütend

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Carlo Schmid

"Ekelhafte Zyniker": Michael Saylor kritisiert MicroStrategy-Shorts

Michael Saylor, Chef von MicroStrategy, hat schwere Vorwürfe erhoben: Er behauptet, dass Gegner seiner Firma ein Bot-Netzwerk bezahlen, um im Internet künstlich schlechte Stimmung zu verbreiten. Hinter diesen Bots sollen sogenannte Shortseller stehen – das sind Anleger, die auf fallende Aktienkurse wetten und deshalb ein Interesse daran haben, die Firma schlecht aussehen zu lassen. Während Bitcoin, also die größte Kryptowährung, nur leicht im Wert nachgab, stürzte die MicroStrategy-Aktie zuletzt auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten ab. Der bekannte Investor Jim Chanos hält Saylors Anschuldigungen jedoch für überzogen und greift stattdessen erneut das Geschäftsmodell an.

Zur Einordnung: MicroStrategy ist ein Softwareunternehmen, das große Mengen an Bitcoin kauft und damit seine Bilanz füllt. Saylor möchte, dass Investoren den Wert der Firma nicht nur am aktuellen Bitcoin-Bestand messen, sondern auch an den möglichen zukünftigen Zuwächsen. Kritiker vergleichen diese Denkweise mit riskanten Finanztrends wie den SPACs im Jahr 2021 – Firmenhüllen, die viel Geld einsammelten, ohne ein stabiles Geschäftsmodell zu haben.

Krypto-Rente? EU plant Maßnahmen bis Jahresende

Die EU-Kommission hat angekündigt, bis Ende des Jahres neue Regeln für Renten und den Umgang mit Kryptowerten vorzulegen. EU-Finanzkommissarin Maria Luis Albuquerque erklärte, dass Hürden beim grenzüberschreitenden Handel abgebaut, Kosten gesenkt und Regeln vereinfacht werden sollen. Zudem plant die Kommission steuerliche Anreize, damit mehr private Ersparnisse in Investitionen fließen. Auch eine stärkere Aufsicht durch die europäische Börsenaufsicht ESMA ist im Gespräch, die künftig mehr Befugnisse im Bereich Kryptodienste erhalten könnte.

Albuquerque hat damit ein großes Reformpaket auf den Weg gebracht. Die Idee: Europas Kapitalmarkt soll attraktiver werden und besser mit den USA oder Asien mithalten. Begriffe wie Auto-Enrolment bei Renten, also die automatische Anmeldung in betriebliche Altersvorsorgen, oder „zentrale Aufsicht“ wirken kompliziert, bedeuten aber im Kern: Bürgerinnen und Bürger sollen leichter vorsorgen können, während Unternehmen weniger Bürokratie haben. Für Krypto-Fans spannend: Auch dieser noch junge Markt könnte bald EU-weit klarer reguliert und damit sicherer werden.

"Google-Moment" für Ethereum? Buterin präsentiert große Neuigkeiten

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin hat in einem Blog-Beitrag erklärt, dass sogenannte Low-Risk-DeFi-Anwendungen die Zukunft der Blockchain prägen könnten. Er vergleicht sie mit Googles Suchmaschine, die dem Internetgiganten bis heute stabile Einnahmen beschert. Gemeint sind sichere Finanzdienste wie Zahlungen, Sparangebote oder voll besicherte Kredite, die weniger riskant sind als spekulative Projekte. Buterin sieht darin das Potenzial, Ethereum eine dauerhafte wirtschaftliche Grundlage zu geben.

Buterin hat den Vergleich zu Google bewusst gewählt, um die Tragweite klarzumachen. Während Google viele Produkte anbietet, bleibt die Suche der verlässliche Umsatzbringer. Für Ethereum könnten es eben diese Low-Risk-DeFi-Anwendungen werden. DeFi steht für „Decentralized Finance“, also Finanzdienste ohne klassische Banken. Statt auf schnelle Gewinne durch riskantes „Liquidity Mining“ zu setzen, geht es hier um solide Nutzung für breite Zielgruppen. Damit will Buterin zeigen: Ethereum könnte erwachsen werden und einen stabilen Platz im Finanzsystem finden.

Coinbase-Chef will Banken durch Base-Superapp ersetzen

Coinbase-CEO Brian Armstrong hat angekündigt, dass die Krypto-Börse zu einer sogenannten Super-App ausgebaut werden soll. In einem Interview erklärte er, dass Coinbase künftig klassische Bankdienstleistungen wie Zahlungen, Kreditkarten und Sparmodelle ersetzen will. Herzstück der Strategie ist eine Kreditkarte, die 4 Prozent ihrer Ausgaben in Bitcoin belohnt. Zudem integriert Coinbase dezentrale Finanzdienste (DeFi), die direkte Kredite zwischen Nutzern ermöglichen. Armstrong betont, dass die bestehende Finanzinfrastruktur veraltet sei und Kunden durch hohe Gebühren belastet würden.

Er hat dabei einen klaren Vergleich gezogen: Banken arbeiten oft mit alten, teuren Systemen, während Kryptowährungen schnellere und günstigere Alternativen bieten. DeFi bedeutet „Decentralized Finance“, also Finanzgeschäfte ohne Banken als Mittelsmann. Nutzer können so etwa ihre Dollar-Stablecoins verleihen und Zinsen von über 10 Prozent verdienen. Kritiker warnen allerdings vor Risiken und fordern strengere Regeln. Armstrong sieht darin keinen Grund zur Sorge und spricht von einer modernen Alternative.

Verdacht: Hat Crypto.com einen Hack verschwiegen?

Die Krypto-Börse Crypto.com steht unter Druck: Laut Bloomberg wurde sie von der berüchtigten Hackergruppe Scattered Spiders angegriffen. Die Angreifer, darunter ein 18-Jähriger als mutmaßlicher Anführer, nutzten Social-Engineering-Tricks, um über Mitarbeiterkonten in interne Systeme einzudringen. Brisant: Kunden wurden zunächst nicht informiert – erst eine Bloomberg-Recherche machte den Vorfall öffentlich. Blockchain-Analyst ZachXBT warf Crypto.com daraufhin Vertuschung vor. Das Unternehmen räumte die Attacke inzwischen ein, betonte jedoch, dass keine Kundengelder entwendet wurden.

Die Enthüllung hat für Aufsehen gesorgt. Social Engineering bedeutet, dass Hacker nicht Technik, sondern Menschen austricksen, etwa mit gefälschten E-Mails oder falschen Identitäten. Solche Angriffe häufen sich im Krypto-Sektor: Auch Coinbase und Bybit waren in den vergangenen Monaten betroffen – teils mit massiven Schäden. Für Anleger stellt sich nun die Frage, wie transparent große Börsen wirklich sind, wenn es um ihre Sicherheit geht.

Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag.

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