Krypto News: Bitcoin-ETF-Rekord, Coinbase will Banklizenz
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Krypto News: Bitcoin-ETF-Rekord, Coinbase will Banklizenz

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Carlo Schmid

3.3 Milliarden: Bitcoin-ETFs erleben zweitbeste Woche überhaupt

US-Spot-Bitcoin-ETFs haben in der vergangenen Woche Zuflüsse von rund 3.3 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Der zweithöchste Wert seit ihrem Start im Januar 2024. Besonders stark schnitt dabei der BlackRock-ETF IBIT ab, der allein 1.8 Milliarden US-Dollar anzog und aktuell rund 96 Milliarden US-Dollar verwaltet. Auch der Fonds von Fidelity konnte mit 692 Millionen US-Dollar zulegen. Insgesamt summieren sich die kumulierten Mittelzuflüsse in Bitcoin-ETFs laut Bloomberg inzwischen auf mehr als 60 Milliarden US-Dollar.

Der Anstieg fällt in eine Phase, in der der Bitcoin-Kurs am Sonntag auf ein neues Allzeithoch von über 125.000 US-Dollar gestiegen ist. Analysten führen die starke Nachfrage auf die wachsende Hoffnung auf eine Zinssenkung in den USA und auf saisonal günstige Marktbedingungen zurück. Der Oktober gilt in der Kryptoszene traditionell als PUMPtober. ETFs, also börsengehandelte Fonds, ermöglichen es Anlegern, an der Bitcoin-Entwicklung teilzuhaben, ohne die Kryptowährung selbst zu halten. Was sie zu einem beliebten Einstiegsinstrument für institutionelle Investoren macht.

Stablecoins knacken 300-Milliarden-Marke: Rekord seit 2021

Der Markt für Stablecoins, digitale Währungen, die an den Wert klassischer Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind, hat erstmals die Marke von 300 Milliarden US-Dollar überschritten. Laut einem Bericht von Investing News Network und Nasdaq wuchs das Marktvolumen damit so stark wie seit 2021 nicht mehr. Angeführt wird der Markt weiterhin von Tether (USDT) mit einem Anteil von rund 58 Prozent. Analysten erwarten, dass der Markt bis 2030 auf bis zu 4 Billionen US-Dollar anwachsen könnte, auch wenn das derzeitige Tempo bisher nicht dafür ausreicht.

Das rasante Wachstum hat gezeigt, wie stark Stablecoins inzwischen im Finanzsystem verankert sind. Sie gelten als Bindeglied zwischen klassischem Geld und Kryptowährungen, weil sie den Handel an Krypto-Börsen stabilisieren und Transaktionen erleichtern. Doch trotz des Booms mahnen Expertinnen und Experten zur Vorsicht: Für weiteres Wachstum sind klare Regeln entscheidend, etwa durch die neue EU-Verordnung MiCA, die für mehr Sicherheit und Transparenz sorgen soll.

Coinbase will bundesweite Banklizenz in den USA 

Die US-Kryptobörse Coinbase hat bei der Finanzaufsicht Office of the Controller of the Currency (OCC) eine nationale Trust-Banklizenz beantragt. Damit möchte das Unternehmen laut eigenen Aussagen, seine Rolle im US-Finanzsystem ausbauen, insbesondere im Bereich der Verwahrung von digitalen Vermögenswerten. Laut Coinbase soll die sogenannte National Trust Charter mehr regulatorische Klarheit schaffen und neue Dienstleistungen wie Zahlungen und Stablecoin-Verwaltung ermöglichen. Die Lizenz würde Coinbase erlauben, Kundengelder zu verwahren und Transaktionen abzuwickeln, ohne selbst eine klassische Bank zu werden.

Der Schritt hat für Aufsehen gesorgt, da er eine Brücke zwischen traditionellem Bankwesen und Krypto-Finanzdienstleistungen schlägt. Eine Trust-Banklizenz unterscheidet sich von einer normalen Banklizenz, weil sie keine Kredite oder Einlagen erlaubt, sondern nur treuhänderische Aufgaben wie die Sicherung von Kundengeldern. Hintergrund ist das wachsende Interesse institutioneller Investoren an Krypto-Vermögenswerten. Banken kritisieren das Vorhaben und warnen vor regulatorischen Schlupflöchern. Coinbase hingegen betont, es gehe um mehr Sicherheit und gleiche Regeln für alle Marktteilnehmer.

Trump plant Krypto-Kreditkarte – und neuen Coin?

Das Krypto-Unternehmen World Liberty Financial, das eng mit der Trump-Familie verbunden ist, hat auf der Konferenz Token2049 in Singapur seine nächsten Schritte vorgestellt. CEO Zach Witkoff kündigte eine eigene Debitkarte an, die digitale Währungen im Alltag nutzbar machen soll. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an der sogenannten Tokenisierung von Rohstoffen wie Öl, Gas oder Holz, also deren digitale Abbildung auf der Blockchain. Auch der firmeneigene Stablecoin USD1, der an den US-Dollar gekoppelt ist, wird erweitert und soll bald auf einer weiteren Blockchain laufen.

Das Vorhaben hat für Aufsehen gesorgt, weil es die Brücke zwischen Kryptowährungen und klassischem Finanzsystem weiter ausbaut. Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert an eine reale Währung wie den Dollar gebunden ist, um Schwankungen zu vermeiden. Mit der geplanten Krypto-Kreditkarte könnte World Liberty Financial den Zahlungsverkehr verändern und der Einfluss des Trump-Lagers auf die Finanzwelt weiter wachsen. Kritiker warnen allerdings vor möglichen Interessenkonflikten zwischen Politik und den geschäftlichen Ambitionen der Familie.

Verkauf, aber keine Beratung: Krypto bei Sparkassen und Volksbanken

Sparkassen und Volksbanken steigen in den Kryptohandel ein, allerdings ohne Beratung. Beide Bankengruppen wollen ihren Kundinnen und Kunden künftig ermöglichen, direkt über ihre Bank-Apps in Bitcoin, Ethereum oder Ripple zu investieren. Bei den Volksbanken übernimmt die DZ-Bank die technische Abwicklung, während bei den Sparkassen die DekaBank zuständig ist. Laut Sparkassenverband richtet sich das Angebot an erfahrene Anleger, die eigenständig handeln wollen.

Die Banken haben damit einen wichtigen Schritt gemacht, um im Wettbewerb mit digitalen Neobanken wie N26 oder Revolut nicht den Anschluss zu verlieren. Der Kryptohandel gilt zwar als zunehmend reguliert, durch die EU-Verordnung MiCA, die einheitliche Regeln für digitale Vermögenswerte schafft, bleibt aber riskant. Experten warnen, dass Sparkassen und Volksbanken durch ihre Krypto-Offensive ihr Image als sichere Anlagehäfen aufs Spiel setzen könnten.

Das war's schon mit dem Krypto-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Montag.

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