Krypto-IPO-Boom: Winklevoss-Börse Gemini erzielt Milliarden-Bewertung
#Kryptowährungen

Krypto-IPO-Boom: Winklevoss-Börse Gemini erzielt Milliarden-Bewertung

Author

Simeon Koch

Das Wichtigste auf einen Blick

Die Kryptobörse Gemini hat bei ihrem Nasdaq-IPO über 400 Millionen Dollar eingenommen und erreichte zeitweise eine Bewertung von mehr als vier Milliarden. Das Unternehmen, 2014 von den im Kryptomarkt bekannten Winklevoss-Zwillingen gegründet, hat sich von einer Bitcoin-Börse zu einer regulierten Plattform für über 100 digitale Assets entwickelt und verwaltet inzwischen über 20 Milliarden Dollar. Trotz anhaltender Verluste setzen die Gründer auf Wachstum, neue Produkte und institutionelle Partnerschaften. Unterstützt von Investoren wie der Tech-Börse Nasdaq selbst soll Gemini so zur Schlüsselfigur der Krypto-Integration in den traditionellen Finanzmarkt werden.

Die Kryptobörse Gemini hat bei ihrem Debüt an der Nasdaq gut vier Milliarden an Börsenwert erreicht und zählt damit zu den größten IPO-Erfolgen im Krypto-Sektor überhaupt. Rund 15 Millionen Aktien wurden Ende letzter Woche platziert und brachten dem Unternehmen eine Finanzspritze von über 400 Millionen Dollar ein. Analysten werten das Debüt als Signal für das wiederbelebte Interesse institutioneller Anleger an Krypto-Unternehmen – vor allem nach den starken Börsengängen des Stablecoin-Giganten Circles und der Kryptobörse Bullish, unterstützt von PayPal-Mitgründer Peter Thiel.

Gemini reitet die Krypto-Welle an der Wallstreet

Die Winklevoss-Zwillinge, bekannt durch ihre frühe Bitcoin-Investition und Pionierarbeit im Blockchain-Sektor, gründeten Gemini 2014 mit dem Ziel, eine regulierte Handelsplattform für digitale Vermögenswerte zu etablieren. Anfangs auf Bitcoin fokussiert, entwickelte sich die Firma schnell zu einer Multi-Asset-Plattform mit über 100 gelisteten Token. Heute verwaltet Gemini mehr als 20 Milliarden Dollar an Kundengeldern. Für die Gründer ist der IPO die Krönung jahrelanger Aufbauarbeit – und ein Schritt, um Krypto noch stärker in den Alltag von Investoren zu bringen.

Das Börsendebüt fällt in eine Phase, in der der US-Markt für Börsengänge wieder deutlich an Fahrt aufnimmt. Neben Gemini sorgten in derselben Woche auch der Blockchain-Kreditgeber Figure und das schwedische Fintech Klarna für Aufsehen durch starke Handelsstarts. Beobachter erklären die Dynamik mit einem freundlicheren regulatorischen Umfeld und einem robusten Aktienmarkt. „Gemini hat den perfekten Zeitpunkt gewählt, um das günstige Umfeld zu nutzen“, erklärte ein Analyst am Wochenende. Für ein Unternehmen ist das IPO zugleich Kapitalbeschaffung für Wachstum und ein Instrument, um die eigene Bilanz zu stärken.

Mit einem Ausgabepreis von 28 Dollar je Aktie setzte Gemini bewusst höher an als vergleichbare Krypto-IPOs der letzten Monate. Während Unternehmen wie Circle oder Bullish zuvor eher günstig starteten, um schnelle Kursgewinne zu ermöglichen, drehte Gemini an der Preisschraube.

Die Bewertung lag damit über drei Milliarden Dollar, stieg im frühen Handel zeitweise auf mehr als vier Milliarden. Das Angebot war zwanzigfach überzeichnet. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach den Aktien zwanzigmal höher war als das tatsächlich verfügbare Angebot – ein starkes Signal für das Vertrauen großer Investoren in die Zukunft von Gemini und den Kryptomarkt insgesamt.

Wann kommt Gemini aus den roten Zahlen?

Finanziell schreibt Gemini weiter rote Zahlen. 2024 belief sich der Verlust auf rund 160 Millionen Dollar, im ersten Halbjahr 2025 auf über 280 Millionen. Während Wettbewerber bereits profitabel arbeiten, setzen die Winklevoss-Zwillinge klar auf Expansion. Ein Schwerpunkt ist die Kreditkarten-Offensive, die bis zu vier Prozent Cashback in Kryptowährungen bietet. Eine neue Partnerschaft mit Ripple verdoppelte im August die Zahl der Anmeldungen. Für Gemini ist dies ein Hebel, Krypto-Anwendungen stärker in den Alltag zu verankern und sich von Konkurrenten wie Coinbase abzugrenzen.

Für die Winklevoss-Zwillinge steht hinter dem Gemini-Börsengang laut eigener Aussage deutlich mehr als Kapitalbeschaffung. Tyler und Cameron Winklevoss sehen Bitcoin als „Gold 2.0“ – einen knappen, programmierbaren Wertspeicher, der langfristig die Rolle von Edelmetallen übernehmen könnte. Seit der Gründung von Gemini 2014 stieg der Bitcoin-Kurs von 380 Dollar auf über 115 000 Dollar. Die Brüder sind überzeugt, dass die Reise erst begonnen hat und innerhalb eines Jahrzehnts ein Preis von einer Million Dollar möglich sei, wie am Rande des IPOs zu hören war. Der Börsengang diente ihnen auch als Plattform, diese Vision zu bekräftigen.

Author

Simeon Koch

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.