Krypto-ETFs mit Milliardenzufluss: Steigen jetzt die Kurse von BTC und Altcoins?
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Krypto-ETFs mit Milliardenzufluss: Steigen jetzt die Kurse von BTC und Altcoins?

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Rund 1.1 Milliarden US-Dollar flossen in einer Woche in Bitcoin- und Ethereum-ETFs.
  • Der Bitcoin-Kurs blieb trotzdem in seiner Spanne zwischen 62 000 und 66 000 US-Dollar.
  • Der Inflationsbericht vom 12. August löste keine aufgestaute Nachfrage aus.

Eine Milliarde Dollar frisches Geld, und der Kurs bewegt sich keinen Zentimeter. In der ersten vollen Augustwoche flossen rund 1.1 Milliarden US-Dollar netto in amerikanische Bitcoin- und Ethereum-ETFs. Es war die stärkste Woche seit dem Frühjahr. Trotzdem notiert Bitcoin am Donnerstag bei rund 63 500 US-Dollar und damit fast 49 Prozent unter dem Allzeithoch. Drei Fragen drängen sich auf: Wer kauft hier eigentlich? Warum verpufft das Geld? Und was verrät der Inflationsbericht vom Mittwoch über die kommenden Wochen? Die Antwort auf die dritte Frage fiel unbequem aus.

Stärkste ETF-Woche seit April, und trotzdem kein Ausbruch beim Kurs

Die Zahlen sind eindeutig. Zwischen dem 3. und 7. August sammelten die amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin 853.5 Millionen US-Dollar ein, wie Daten von Farside Investors zeigen. Das war der größte Wochenzufluss seit Mitte April. Die Ethereum-Produkte kamen auf knapp 245 Millionen US-Dollar und damit auf die fünfte positive Woche in Folge. Ein Spot-ETF ist ein Börsenprodukt, das die Kryptowährung tatsächlich kauft und verwahrt. Fließt Geld hinein, muss der Anbieter am Markt zugreifen.


Rund 1.1 Milliarden US-Dollar Zufluss in einer Woche, doch Bitcoin pendelt weiter zwischen 62 000 und 66 000 US-Dollar. Ein Puffer, kein Motor


Auffällig ist die Konzentration. Allein der iShares Bitcoin Trust von BlackRock zog 693 Millionen US-Dollar an. Rund 81 Prozent jedes Dollars landeten also in einem einzigen Fonds. Und der Kurs? Bitcoin pendelte die gesamte Woche zwischen 64 000 und 65 100 US-Dollar. Seit fünf Wochen steckt er in einer engen Spanne zwischen 62 000 und 66 000 US-Dollar fest.

Warum das frische Geld den Kurs zwar stützt, aber nicht antreibt

Ein ETF-Zufluss ist für sich genommen kein Kurstreiber. Er ist nur eine Seite der Waage. Auf der anderen Seite stehen Verkäufer, und davon gab es 2026 reichlich. Im ersten Halbjahr zogen Anleger netto 5.4 Milliarden US-Dollar aus den Bitcoin-ETFs ab. Es war das erste negative Halbjahr seit dem Start der Produkte im Januar 2024. Diese Lücke erklärt einen großen Teil des Drucks der vergangenen Monate.

Analysten der Krypto-Börse Bitfinex ordnen das aktuelle Verhalten als typisch für einen späten Bärenmarkt ein: Verkauft wird überwiegend mit Verlust. Gleichzeitig bauen die größten Adressen auf. Wallets mit mehr als 1000 Bitcoin hielten am 8. August rund 3.1 Millionen Coins und damit so viel wie nie in diesem Jahr. Die Aktivität an den Terminmärkten fiel laut der OTC-Handelsplattform K33 auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Für den Kurs heißt das: Die ETF-Nachfrage fängt Angebot auf, statt einen Trend zu starten. Sie wirkt wie ein Puffer, nicht wie ein Motor. Genau diese These ließ sich am vergangenen Mittwoch überprüfen.

Der Inflationstest vom Mittwoch liefert eine ernüchternde Antwort

Am 12. August veröffentlichte das amerikanische Statistikamt die Verbraucherpreise für Juli. Die Teuerung stieg um 0.1 Prozent zum Vormonat und lag bei 3.4 Prozent im Jahresvergleich. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel betrug 2.5 Prozent, der niedrigste Wert seit März 2021. Der Bericht traf die Erwartungen damit exakt. Eine Zinserhöhung im September wurde unwahrscheinlicher, was Risikoanlagen im Normalfall hilft.


Rund 1.1 Milliarden US-Dollar Zufluss in einer Woche, doch Bitcoin pendelt weiter zwischen 62 000 und 66 000 US-Dollar. Ein Puffer, kein Motor.Der Juli-Bericht traf die Erwartungen exakt: Aktien legten zu, Bitcoin verlor. Über 175 Millionen US-Dollar wurden binnen 24 Stunden liquidiert


Die Aktienmärkte reagierten mit Gewinnen. Bitcoin jedoch nicht. Der Kurs stand vor der Veröffentlichung bei rund 64 100 US-Dollar und rutschte anschließend auf 63 350 US-Dollar. Mehr als 175 Millionen US-Dollar an Krypto-Positionen wurden binnen weniger Stunden liquidiert. Schon am Vortag hatten die Bitcoin-ETFs lediglich 7.8 Millionen US-Dollar eingesammelt. Aufgestaute Nachfrage sieht anders aus.

Was in den kommenden Wochen über den nächsten Ausbruch entscheidet

Bemerkenswert ist, wohin das Geld stattdessen fließt. Gold notiert über 4400 US-Dollar und damit nahe einem Zweimonatshoch, Öl steuert erneut auf 90 US-Dollar pro Barrell zu. Die Energiepreise liegen 14.7 Prozent über dem Vorjahr. Solange die Unsicherheit bezüglich der Straße von Hormus weiter bestehen bleibt, bleiben auch Bitcoin und andere Kryptowährungen für viele Anleger ein Risiko-Asset und eben alles andere als ein Inflationsschutz.

Zwei Termine geben nun den Takt vor: die Fed-Sitzung Mitte September und der nächste Inflationsbericht am 11. September. Matt Mena von 21Shares hält einen Anstieg Richtung 66 000 US-Dollar für möglich. Karen Manna von Federated Hermes sieht die Notenbank dagegen im Abwartemodus. Für Anleger heißt das: Der nächste Ausbruch braucht mehr als ETF-Zuflüsse. Er braucht Käufer, die nicht nur den Puffer füllen sondern wirklich nachhaltig bestehende Nachfrage schaffen.

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Nikolai Heger

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