Haben Sie es in den vergangenen Tagen auch scheppern hören? Das Geräusch der fallenden Kryptokurse dürfte sogar über die Grenzen der Szene hinaus gedrungen sein. Als Mitverursacher des großen Absturzes am Kryptomarkt gilt TerraUSD, der Stablecoin des Terra-Netzwerks. Dabei fing es so gut an für die junge Kryptowährung, die sich zur drittgrößten ihrer Art gemausert und einen Wert von fast $20 Milliarden erreicht hatte. Doch dann fiel der Kurs dramatisch von $70 am Montag auf $0.01 am Donnerstagabend. Grund dafür ist, dass TerraUSD seine Anbindung an den US-Dollar verloren hat. Warum, fragen Sie sich? Ist der Sinn eines Stablecoins nicht, dass er stable, also stabil ist? In der Tat entspricht der Wert eines Stablecoins in der Regel stets dem einer bestimmten Fiatwährung. Dazu werden die Käufe von Kryptoanlegern ausgeglichen, indem gleich stark in die entsprechende Fiatwährung investiert wird. Doch TerraUSD ist ein algorithmischer Stablecoin, das heißt hinter ihm stecken keine echten US-Dollar, sondern die Kryptowährung Luna, die das Terra-Netzwerk nutzt, um den Stablecoin stabil zu halten. Als nun auch der Lunakurs zunehmend zusammenbrach, begannen die Investoren, auch Luna abzustoßen und die Abwärtsspirale nahm immer mehr Fahrt auf. Um die Deckung von TerraUSD aufrechtzuerhalten, verkaufte das Terra-Netzwerk große Mengen an Bitcoin, die es als Sicherheit zurückgelegt hatte. Daher wird der Einbruch am Kryptomarkt auch mit dem Einbruch von TerraUSD in Zusammenhang gebracht.
Die Hintergründe für den Absturz von TerraUSD sind noch immer ungeklärt. Das Terra-Netzwerk und auch Mitglieder diverser Kryptoforen vermuten einen bewussten Angriff auf das Terra-Ökosystem. Große Investmentfonds und Aufsichtsbehörden sollen sich gemeinsam verschworen und den Crash provoziert haben, um eine stärkere Regulierung des Kryptomarktes zu erwirken. Inzwischen wurde gestern der Betrieb der Terra-Blockchain offiziell bei Block 7 603 700 eingestellt und damit auch sämtliche Netzwerkaktivitäten. So soll eine sogenannte Governance-Attacke verhindert werden, eine Art feindliche Übernahme der gesamten Blockchain, die durch die aktuellen Tiefstpreise möglich gewesen wäre. Schon bald aber will Netzwerk-CEO Do Kwon die Blockchain wieder starten und einen Rettungsplan in Gang setzen. Dabei sollen 1.4 Milliarden Terra-Coins verbrannt und so 240 Millionen Luna-Coins geschaffen werden, um das Ökosystem wieder zu stabilisieren. Allerdings ist diese Maßnahme mit hohen Kosten für Inhaber beider Coins verbunden und reicht dennoch möglicherweise nicht aus, um das Netzwerk am Leben zu halten.
Wir jedenfalls sehen für Terra leider keine Zukunft, wie wir bereits in einer Kurznachricht geschrieben haben, und werden die Kryptowährung aus unserem Portfolio streichen. Für Ersatz wird aber schon bald gesorgt! Dazu werden wir wieder eine Umfrage starten, in der Sie Ihren Kryptofavoriten wählen können.




