Warum will Trump niedrigere Leitzinsen?
Trump fordert niedrigere Leitzinsen, weil er billigere Kredite für Verbraucher und Unternehmen erwartet, darunter günstigere Autokredite und Hypotheken. Aus seiner Sicht soll ein stärker zinssenkungsorientierter Fed-Chef die Wirtschaft durch erleichterten Zugang zu Finanzierung gezielt stimulieren.
Die wichtigsten Punkte
Trump hat seine Entscheidung für den nächsten Fed-Chef getroffen und favorisiert offenbar Wirtschaftsberater Kevin Hassett, der eine aggressivere Zinssenkungspolitik unterstützen würde. Hassett zeigt Bereitschaft zur Übernahme, während weitere Kandidaten im Rennen bleiben. Die endgültige Nominierung wird voraussichtlich vor Weihnachten erwartet.
Trump trifft Vorentscheidung für neuen Fed-Chef
US-Präsident Donald Trump hat seine Wahl für den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve getroffen, ohne den Namen bereits öffentlich zu machen. Seine Aussage erfolgt in einer Phase, in der er wiederholt deutlich gemacht hat, dass er von der Zentralbank aggressive Zinssenkungen erwartet.
Die Kritik an Amtsinhaber Jerome Powell zieht sich seit Monaten durch Trumps öffentliche Auftritte, da Powell aus seiner Sicht nicht schnell genug auf niedrigere Zinsen umgestellt hat. Hinter den Kulissen verdichteten sich zuletzt Hinweise, dass der derzeitige Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, als Favorit gilt.
Bloomberg-Berichte verweisen darauf, dass er Trumps wirtschaftspolitische Vorstellungen teilt und als enger Vertrauter gilt. Die Erwartung eines bevorstehenden Wechsels setzte bereits finanzielle Signale, denn allein die Aussicht auf Hassetts Nominierung drückte die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kurzfristig unter vier Prozent.
Kevin Hassett rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit
Hassett wich öffentlichen Spekulationen über seine mögliche Nominierung bisher aus, betonte jedoch mehrfach, dass er „gerne dienen“ würde. Seine Aussagen in US-Medien zielten darauf ab, den positiven Marktimpuls hervorzuheben, der nach Berichten über seine mögliche Ernennung einsetzte. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, um die politischen Erwartungen des Präsidenten zu unterstreichen: günstigere Kredite, niedrigere Hypothekenzinsen und eine expansivere Ausrichtung der Geldpolitik.
Kritiker warnen jedoch davor, dass Hassett aufgrund seiner Nähe zum Präsidenten Schwierigkeiten haben könnte, das geldpolitische Entscheidungsgremium der Fed zusammenzuführen. Der Präsident selbst vertraut Hassett und sieht in ihm jemanden, der bereit ist, stärker auf Zinssenkungen zu drängen als Powell. Dass Trump für plötzliche Kursänderungen bekannt ist, erhöht die Spannung, doch die Entscheidungsfindung scheint weit fortgeschritten.
Entscheidungsprozess läuft – und mehrere Namen stehen im Raum
Finanzminister Scott Bessent, der die Auswahl begleitet, erklärte, dass eine endgültige Bekanntgabe möglicherweise noch vor Weihnachten erfolgen könne. Neben Hassett stehen weitere Kandidaten auf der Shortlist: die Fed-Gouverneure Christopher Waller und Michelle Bowman, der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh sowie BlackRock-Investmentchef Rick Rieder.
Trump erwähnt zudem häufig Bessent selbst, der sich jedoch wiederholt öffentlich dagegen ausgesprochen hat, den Posten zu übernehmen. Wer auch immer letztlich nominiert wird, benötigt die Zustimmung des Senats und würde – sofern kein aktuelles Fed-Mitglied ausgewählt wird – zugleich eine neue 14-jährige Amtszeit als Gouverneur antreten.
Powells Amtszeit endet im Mai, womit der Übergang zeitlich klar umrissen ist. Die Entscheidung des Präsidenten wird die geldpolitische Richtung der USA für Jahre prägen und daher weit über den Personalaspekt hinaus Bedeutung haben.
FAQ
Wer steckt hinter der Fed?
Die Federal Reserve wird von einem unabhängigen Board of Governors geleitet, dessen Mitglieder vom US-Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt werden. Ihre geldpolitischen Entscheidungen trifft das Federal Open Market Committee (FOMC), das aus Gouverneuren und regionalen Notenbankpräsidenten besteht.
Welche Auswirkungen hat der Leitzins?
Der Leitzins bestimmt, wie teuer oder günstig Kredite für Banken, Unternehmen und Verbraucher werden. Sinkende Zinsen fördern Investitionen und Konsum, während steigende Zinsen die Wirtschaft bremsen und Inflation dämpfen sollen.


Hassett signalisiert Bereitschaft für das Amt, betont Marktreaktionen, während Kritiker seine Nähe zu Trump als Risiko für die Fed sehen.

