Krise in ganz Europa: Tesla-Verkäufe brechen weiter ein
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Krise in ganz Europa: Tesla-Verkäufe brechen weiter ein

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte

Tesla kämpft in Europa mit massiven Absatzrückgängen, während Konkurrent BYD Marktanteile gewinnt. Hauptgründe sind harter Wettbewerb und die schwache Nachfrage nach dem Model Y. Neue Modelle und Musks Zukunftsversprechen konnten den Abwärtstrend bisher nicht stoppen.

Verkäufe im freien Fall

Tesla erlebt in Europa einen Einbruch, der selbst langjährige Beobachter überrascht. Laut Daten des Europäischen Automobilherstellerverbands gingen die Neuzulassungen im August 2025 in mehreren Ländern drastisch zurück: In Frankreich sanken sie um 47 Prozent, in den Niederlanden um 50 Prozent, in Dänemark um 42 Prozent. Besonders dramatisch war der Rückgang in Schweden, wo der Absatz um mehr als 84 Prozent einbrach. Dass die Marke nicht überall verliert, zeigen Spanien und Norwegen, doch auch dort ist der Erfolg relativ: Während Tesla in Spanien um 161 Prozent zulegte, konnte BYD im selben Zeitraum um 400 Prozent wachsen.

Wir schreiben der Aktie von Tesla primär weiteres Abwärtspotenzial bis zum Tief der grünen Welle [X] zu.

Selbst in Norwegen, wo Tesla die Verkäufe um 21 Prozent steigerte, gewann der chinesische Konkurrent stärker hinzu. Der Rückgang ist Teil eines Musters, das sich bereits Ende Juli angedeutet hatte, als Tesla den größten Umsatzrückgang seit einem Jahrzehnt melden musste. Der Einbruch um 12 Prozent auf 22.5 Milliarden Dollar und ein Gewinnrückgang von 16 Prozent zeigten, dass sich die Schwäche nicht auf einzelne Märkte beschränkt, sondern systemisch ist.

Musk und der Konkurrenzdruck

Die nackten Zahlen sind nur eine Seite der Krise – die andere ist der wachsende Druck durch etablierte und neue Wettbewerber. Analyst Matthias Schmidt spricht von „wahnhaft“, wenn Elon Musk den Rückgang des Marktanteils in Europa kleinredet. Die Realität zeigt: Tesla hat es zunehmend schwer, sich gegen Marken wie BYD oder andere chinesische Hersteller zu behaupten, die mit günstigeren Modellen und wachsender Präsenz in Europa punkten. Besonders im Segment der Mittelklasse-Elektroautos, einst Teslas Domäne, wächst die Auswahl rasant. Hinzu kommt die schwächelnde Nachfrage nach Teslas Bestseller Model Y, dessen neue Variante die Verkaufszahlen bisher nicht ankurbeln konnte.

Trotz der im März eingeführten Überarbeitung bleibt der Absatz hinter den Erwartungen zurück. Parallel dazu wirkt sich Musks politische Selbstdarstellung negativ auf das Markenimage aus – vom angekündigten, aber zurückgestellten Parteiprojekt bis zu lautstarker Kritik an europäischen Regierungen. Während die Aktie weiterhin hoch bewertet ist, hängt ihr Wert immer stärker an Musks Versprechen von autonomem Fahren und humanoiden Robotern – Technologien, die bislang nur in begrenztem Umfang funktionieren und noch lange nicht den Massenmarkt erreicht haben.

Neue Modelle, alte Probleme

Trotz der Krise präsentiert Tesla neue Modelle und Technologien, um das Blatt zu wenden. Mit der Performance-Version des Model Y bringt das Unternehmen ein sportlicheres Modell nach Europa, ausgestattet mit größerem Akku, überarbeitetem Design und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3.5 Sekunden. Doch der Markt reagiert nüchtern: Die Nachfrage dürfte kaum ausreichen, um die Verluste in den Kernmärkten auszugleichen. Auch die Hoffnungen auf den Cybertruck erhalten neuen Schub, nachdem eine Zoll-Einigung zwischen USA und EU die Tür für eine europäische Zulassung öffnet.

Parallel treibt Tesla seine Vision vom autonomen Fahren voran. Musk bleibt bei seiner Überzeugung, dass Kameras allein genügen, während Konkurrenten wie Waymo auf Radar und Lidar setzen – und bereits autonom auf US-Straßen fahren. Doch während Musk Prognosen von „bald zwei- bis dreimal besser als der Mensch“ abgibt, fährt Teslas FSD-Software in Austin noch immer mit menschlichem Aufpasser. So bleibt Tesla in Europa zwischen zwei Welten gefangen: dem Anspruch, Zukunftstechnologie voranzutreiben, und der Realität sinkender Verkaufszahlen im Hier und Jetzt.

FAQ

Wo steht die Tesla-Aktie in 5 Jahren?
Das hängt von Nachfrage, Wettbewerb und Technologie ab – Prognosen reichen von starkem Wachstum bis zu Rückschlägen. Sicher vorhersagen lässt sich das nicht.

Warum stürzt die Tesla-Aktie ab?
Gründe sind schwächere Nachfrage, Preissenkungen, stärkere Konkurrenz und allgemeine Börsenturbulenzen. Auch Unsicherheit durch Elon Musks Entscheidungen spielt eine Rolle.

Wer hat am meisten Tesla-Aktien?
Größter Einzelaktionär ist Elon Musk mit rund 13 – 14 Prozent der Anteile. Danach folgen große Investmentfirmen wie Vanguard und BlackRock.

Was hat eine Tesla-Aktie am Anfang gekostet?
Beim Börsengang 2010 lag der Preis bei 17 US-Dollar. Durch Aktiensplits entspricht das heute nur einem Bruchteil des aktuellen Kurses.

Author

Esma Sakalli

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