„KI-Zeitalter hat begonnen“: Nvidia mit Blockbuster-Zahlen und Milliarden-Plänen
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„KI-Zeitalter hat begonnen“: Nvidia mit Blockbuster-Zahlen und Milliarden-Plänen

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Simeon Koch

„KI transformiert jede Industrie, jedes Unternehmen und jedes Land“ – solche Statements ist man von Nvidia-CEO Jensen Huang schon gewöhnt. Bei anderen würden diese Worte floskelhaft oder großspurig klingen, bei Huang ist das anders. Seit Monaten treibt Nvidia den globalen Aktienmarkt vor sich her – und die größte technologische Innovation unserer Zeit in führender Rolle voran.

Nvidias Chips werden von sämtlichen Tech-Giganten verwendet, zu denen der Hardware-Gigant nach dem unnachahmlichen Aufstieg der letzten Jahre mittlerweile auch zählt. Wer also sollte ein Recht auf markige KI-Statements haben, wenn nicht Huang? Die nächste Rechtfertigung lieferte sich der 61-Jährige am Mittwochabend gleich selbst: Einmal mehr pulverisierte Nvidia mit seinen Quartalszahlen alle Erwartungen – und das Ende der KI-Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht.

Umsatz explodiert, Gewinn verdoppelt

Einmal mehr hat Nvidia mit den jüngsten Quartalszahlen seine Rolle als Speerspitze des KI-Booms unterstrichen und ganz nebenbei die Erwartungen der Analysten pulverisiert. Besonders beeindruckend war der Umsatz, der im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 auf satte $35.1 Milliarden stieg. Das entspricht einem Anstieg von 94 Prozent im Jahresvergleich und 17 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal.

Prominentester Treiber dieses Wachstums war das Geschäft mit Rechenzentren, das $30.8 Milliarden Umsatz generierte, was einem Plus von 112 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Nvidia profitiert dabei vor allem von der hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur, insbesondere nach Prozessoren, die für KI-Trainings und -Anwendungen essenziell sind.

'Wo zaubern die immer diese Zahlen her?', dürfte sich so mancher Analyst bei Nvidias Quartalsergebnis fragen: Wieder einmal wurden alle Erwartungen pulverisiert.

Trotz des harten Wettbewerbs in der Chip-Branche wachsen die Profite beim Marktführer sogar noch schneller als der ohnehin schon rasant steigende Umsatz: Im zurückliegenden dritten Quartal lag der Nettogewinn bei $20 Milliarden, eine glatte Verdopplung im Jahresvergleich und sogar ein deutliches Plus von 18 Prozent gegenüber dem bereits rekordverdächtigen Vorquartal. Der Gewinn je Aktie betrug $0.81, was einer Steigerung von 103 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2023 entspricht.

Dass die Umsätze zeitnah einbrechen, ist nicht zu erwarten – ganz im Gegenteil. Nvidias Finanzchefin Colette Kress sagte am Rande der Quartalspräsentation mit Blick auf den neuen Flaggschiff-Chip Blackwell: „Jeder einzelne unserer Kunden drängelt, um als Erster die neue Technologie zu bekommen. Blackwell ist mittlerweile bei all unseren großen Partnern angekommen und wird sukzessive in deren Datencenter integriert“.

Blackwell boomt: „Vorfreude ist unglaublich“

Mit den guten Nvidia-Zahlen fiel dem gesamten nordamerikanischen Aktienmarkt ein großer Stein vom Herzen. Nvidia ist mittlerweile für 20 Prozent des Wertzuwachses im Leitindex S&P500 verantwortlich – eine Konzentration, die vielen Analysten große Sorgen bereitet. Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen war die Nervosität förmlich zu spüren. Eine enttäuschende Performance hätte nicht nur Nvidia-Aktionäre, sondern den gesamten Markt erheblich verunsichert.

CEO Jensen Huang zerstreute diese Befürchtung dann aber recht rasch: „Die Nachfrage nach Hopper und die Vorfreude auf Blackwell sind unglaublich.“ Im nächsten Quartal will Nvidia laut Colette Kress „mehrere Milliarden Dollar“ mit Blackwell verdienen, auch die Nachfrage nach älteren Modellen wachse weiterhin deutlich.

Nvidias Anteil an den Kursgewinnen im S&P500 stieg zuletzt deutlich an und steht bei gut 20 Prozent (Quelle: Bank of America | Bloomberg)

Der Grundstein für diese ambitionierten Pläne ist jedenfalls gelegt: Bereits 13 000 Blackwell-Samples wurden an Kunden ausgeliefert, darunter führende Tech-Unternehmen wie Microsoft, Oracle und OpenAI. Die Chips befinden sich laut Nvidia in voller Produktion, doch die Nachfrage übersteigt schon jetzt die Produktionskapazitäten. Finanzchefin Kress erklärte bei der Präsentation der Quartalszahlen, dass man mit der Chip-Produktion kaum mehr hinterherkomme: „Sowohl Hopper- als auch Blackwell-Systeme sind aktuell nur eingeschränkt lieferbar, die Nachfrage nach Blackwell wird das Angebot für mehrere Quartale übersteigen.“

Für Nvidias Kunden könnte das ein ernsthaftes Problem sein, schließlich will beim Rennen um die leistungsstärkste KI kein Tech-Gigant auf der Strecke bleiben. Für Nvidia selbst könnten die Voraussetzungen für die nächsten Quartale kaum besser sein.

„Staaten haben erkannt, wie wichtig KI ist!“

Nvidia verkauft aber nicht nur die notwendige KI-Hardware, sondern beteiligt sich gleich auch an wichtigen Projekten, bei denen die eigenen Chips genutzt werden. Im Berichtszeitraum wurde etwa der Bau von Japans leistungsstärkstem KI-Supercomputer durch SoftBank angekündigt. Außerdem plant Nvidia eine Partnerschaft mit Foxconn, dem taiwanesischen Weltmarktführer für Elektroprodukte, um Taiwans schnellsten KI-Supercomputer zu bauen.

Zudem wurden innovative Lösungen wie die NVIDIA AI Aerial-Plattform eingeführt, die Telekommunikationsnetzwerke durch KI optimiert. Laut Jensen Huang zeigt sich hier ein Wandel in der Wahrnehmung von KI: „Staaten haben erkannt, wie wichtig es ist, ihre nationale KI und Infrastruktur zu entwickeln.“ Nvidia beliefert also schon lange nicht mehr nur private Unternehmen, sondern mittlerweile auch staatliche Institutionen.

Für Jensen Huang hat Nvidias Erfolgsgeschichte gerade erst begonnen: „Das Zeitalter der KI ist in vollem Gange und treibt einen globalen Wechsel zur NVIDIA-Computing-Plattform voran.“

Nvidias Geschäft beschränkt sich trotz der starken Umsätze mit Rechenzentren keineswegs auf Künstliche Intelligenz. Auch das Gaming-Segment trug mit einem Umsatz von $3.3 Milliarden positiv zum Gesamtergebnis bei, ein Zuwachs von 15 Prozent im Jahresvergleich. Dies wurde durch eine höhere Nachfrage nach Grafikkarten für PCs, Laptops und Spielkonsolen angetrieben.

Das Automotive-Segment, obwohl kleiner, verzeichnete mit $449 Millionen Umsatz ein Wachstum von stattlichen 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, getrieben durch Chips für selbstfahrende Fahrzeuge und Roboteranwendungen. Jensen Huang zeigte sich optimistisch über die Zukunft der Gaming- und Automotive-Segmente und betonte die Rolle von Nvidia in der Förderung von KI-gestützten Anwendungen in verschiedenen Branchen.

Jensen Huangs Kampfansage: Nvidia will weiter wachsen

Insgesamt sind die Aussichten für Nvidia äußerst positiv. Die Prognose für das vierte Quartal sieht einen Umsatz von $37.5 Milliarden vor, was eine Fortsetzung des beeindruckenden Wachstums bedeutet, wenn auch in einem langsameren Tempo als in der Vergangenheit. Die Bruttomarge wird mit 73.5 Prozent erwartet, was auf anhaltend hohe Nachfrage nach hochprofitablen Chips hindeutet.

Die langfristigen Wachstumschancen von Nvidia sind eng mit der fortschreitenden Entwicklung von KI und der Einführung von Blackwell verbunden, trotz der Herausforderungen in der Lieferkette. Jensen Huang sieht aber keinerlei Grund zur Sorge: „Das Zeitalter der KI ist in vollem Gange und treibt einen globalen Wechsel zur NVIDIA-Computing-Plattform voran.“ Das klingt nach den fulminanten letzten Quartalen fast schon wie eine Kampfansage.

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Simeon Koch

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