Die wichtigsten Punkte
Donald Trump treibt parallel mehrere große Projekte voran: Neue Zölle belasten Holz-, Möbel- und Pharmaimporte, während Pfizer durch ein Abkommen einen Aufschub erhält. Gleichzeitig erlaubt ein Deal mit Nvidia und AMD den Export bestimmter KI-Chips nach China gegen eine Umsatzbeteiligung von 15 Prozent, was Sicherheitsbedenken auslöst, während ein Milliardenvertrag mit den VAE stockt. Zudem kündigte Trump einen massiven Öl-Deal mit Pakistan an, obwohl Experten Zweifel an den angeblichen Reserven äußern.
KI, Tech, Energie: Trumps Mega-Deals im Überblick
Donald Trump setzt nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus auf eine wirtschaftspolitische Offensive, die gleich mehrere Branchen erfasst. Am 2. Oktober kündigte er neue Importzölle an, die weite Teile der Holz- und Möbelindustrie treffen. Zehn Prozent Zoll auf Weichholz und Schnittholz sowie 25 Prozent auf bestimmte gepolsterte Holzprodukte sollen ab dem 14. Oktober greifen. Bereits zuvor hatte die Regierung ähnliche Aufschläge auf Küchenmöbel und andere Holzprodukte beschlossen. Trump begründet die Maßnahmen mit der Stärkung der US-Lieferketten, Kritiker warnen vor steigenden Kosten im Wohnungsbau und Belastungen für Investoren.
Besonders Kanada, Hauptlieferant von Holz in die USA, ist betroffen. Parallel kündigte Trump 100-prozentige Zölle auf ausländische Filme und verschärfte Maßnahmen für die Pharmaindustrie an. Patente Medikamente sollen künftig nur noch zollfrei bleiben, wenn Hersteller in den USA produzieren oder das Herkunftsland ein Handelsabkommen unterzeichnet. Pfizer erhielt jüngst einen dreijährigen Aufschub, nachdem das Unternehmen Rabatte zugesichert hatte – ein Signal, dass ähnliche Deals folgen könnten.
Chip-Deals mit Nvidia und AMD: Chancen und Risiken
Während die Handelspolitik Druck auf traditionelle Branchen ausübt, setzt Trump im Technologiebereich auf spektakuläre Abmachungen. Besonders im Fokus steht das Abkommen mit Nvidia und AMD, das den Export bestimmter KI-Chips nach China erlaubt – allerdings gegen eine Abgabe von 15 Prozent des Umsatzes an die US-Regierung. Offiziell handelt es sich um Chips wie Nvidias H20 oder AMDs MI308, die nicht zu den Hochleistungsmodellen zählen. Experten warnen jedoch, dass damit ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen wird: Nationale Sicherheitsinteressen könnten verwässert und Exportkontrollen zu Verhandlungsmasse werden.
Während Befürworter kurzfristige Einnahmen sehen, verweisen Kritiker auf langfristige Risiken – unter anderem den Verlust an Glaubwürdigkeit gegenüber Alliierten wie Japan oder den Niederlanden, die bislang eigene Beschränkungen durchsetzen. Hinzu kommt, dass ein Milliarden-Deal über die Lieferung von Nvidia-Chips in die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten stockt. CEO Jensen Huang und Regierungsvertreter äußern wachsenden Unmut über Verzögerungen, die den Eindruck verstärken, dass Trumps pragmatischer Deal-Making-Ansatz auch Unsicherheit schafft.
Energieabkommen und geopolitische Dimension
Neben Tech und Pharma verfolgt Trump auch ehrgeizige Energiepläne. Besonders die Ankündigung eines massiven Öl-Deals mit Pakistan sorgt für Schlagzeilen. Bei einem Treffen mit Premierminister Shehbaz Sharif sprach Trump von ungenutzten Reserven, die gemeinsam erschlossen werden sollen. Doch Experten in Pakistan zweifeln: Jahrzehnte der Exploration haben keine großen Funde ergeben, und die Sicherheitslage in Förderregionen wie Balochistan bleibt angespannt. Trotzdem lockt Islamabad mit neuen Konzessionen und erhielt im Gegenzug niedrigere US-Zölle auf Importe.
Parallel dazu läuft eine Kooperation im Rohstoffsektor, darunter Kupfer und Seltene Erden. Für Anleger entsteht damit ein komplexes Bild: Während klassische Sektoren wie Möbel- und Pharmaproduktion unter neuen Abgaben leiden, eröffnen sich Chancen bei Chip-Herstellern wie Nvidia und AMD oder bei Unternehmen, die von geopolitischen Energieabkommen profitieren könnten. Doch die Umsetzung bleibt unsicher – nicht nur wegen technischer Verzögerungen, sondern auch wegen der Frage, ob Trumps Deals langfristig Bestand haben oder politische Symbolik bleiben.
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