Die Aktie von Super Micro Computer erlebte am Donnerstag einen massiven Abverkauf. Hiermit im Zusammenhang steht wohl ein Bericht des Wall Street Journal (WSJ), demnach das Justizministerium der USA (Department of Justice; kurz: DoJ) wohl Ermittlungen gegen den Serverhersteller eingeleitet haben soll. Dies führte im Verlauf des Donnerstags zu einem Kurseinbruch um mehr als 14 Prozent, zwischenzeitlich wurde aufgrund der hohen Volatilität sogar der Handel mit dem Wertpapier ausgesetzt.
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens reichte im April eine Whistleblower-Klage ein, in der er seinen ehemaligen Arbeitgeber mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontierte. Konkret soll SMCI zwischen 2020 und 2022 Umsätze nicht ordnungsgemäß verbucht haben. Verkäufe seien gemeldet worden, obwohl sie noch nicht abgeschlossen waren. Außerdem soll das Unternehmen unvollständige Geräte an Kunden ausgeliefert haben, um die Umsätze künstlich zu erhöhen. Der Anfangsverdacht der Ermittlungen stehe in Zusammenhang mit den Vorwürfen von Hindenburg Research, die in einem Bericht von Ende August erhoben wurden. Hauptvorwürfe waren Bilanzmanipulation, Umgehung von Sanktionen und unlautere Geschäftspraktiken. Der Hindenburg-Bericht wurde kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen publiziert. Nach den Vorwürfen beantragte das Unternehmen eine Verlängerung der Frist für die Abgabe des Jahresberichts, um eine interne Untersuchung einzuleiten. Bereits im August führten die Vorwürfe zu massiven Kurseinbrüchen und zum Abzug von Investorengeldern, das Vertrauen in die Firma scheint erheblich geschädigt. Dabei hatte Super Micro Computer gerade einen Aktiensplit für den kommenden Dienstag geplant, der die Liquidität erhöhen und den Handel fördern sollte.
Dunkle Zeiten für den ehemaligen KI-Profiteur?
Als im März dieses Jahres der große KI-Hype an den Aktienmärkten seinen Höhepunkt erreichte, profitierte auch Super Micro Computer immens. Die Aktie legte eine atemberaubende Rallye hin und stieg von Mitte Januar bis Mitte März um über 300 Prozent auf mehr als $1200 Dollar. Es folgte ein steiler Fall: Der Aktienkurs liegt mittlerweile bei weniger als einem Drittel des Höchstwerts und notiert nun wieder in etwa dort, wo die Rallye Anfang des Jahres begann. Bisher steht die nordamerikanische Aufsichtsbehörde am Anfang ihrer Ermittlungen. Es wird also noch untersucht, ob die Anschuldigungen von Hindenburg Research stichhaltig sind. Anleger, die hier zeitnah einsteigen möchten, müssen sich darüber bewusst sein, dass die aktuelle (Informations-)Lage recht undurchsichtig ist. Hier könnte es durchaus der sicherere Weg sein, die Entwicklung der Ermittlungen abzuwarten. Bis dahin bietet Ihnen unser TECH33-Paket zahlreiche Alternativen aus dem KI-Sektor – sei es nun Nvidia, Microsoft, Google oder Qualcomm.




