Keine Gefahr für Taiwan? Trump kündigt Handelsabkommen mit China an
#Global Markets

Keine Gefahr für Taiwan? Trump kündigt Handelsabkommen mit China an

Author

Arcan Askin

Die wichtigsten Punkte

Donald Trump spielt das Invasionsrisiko für Taiwan dramatisch herunter und verspricht ein "starkes Handelsabkommen" mit China. Der US-Präsident behauptet, China "will das nicht" und werde Taiwan nicht angreifen, obwohl das Pentagon vor einer möglichen Invasion bis 2027 warnt. Trump deutet an, Taiwans Unabhängigkeit als Verhandlungsmasse zu nutzen: "Wir werden über viele Dinge sprechen." Seine Beschwichtigungspolitik gegenüber Xi Jinping gefährdet die strategische Ambiguität der USA und könnte Taiwan dem chinesischen Zugriff preisgeben. Das geplante Treffen in Südkorea Ende Oktober wird zur Schicksalsstunde für 23 Millionen Taiwaner.

Trumps gefährliche Taiwan-Verharmlosung

Donald Trump ignoriert alle Geheimdienstanalysen und behauptet, China habe keine Invasionsabsichten gegen Taiwan. "China will das nicht", verkündete er vor Reportern und widersprach damit seinem eigenen Pentagon, das vor einem chinesischen Angriff bis 2027 warnt. Trump räumt zwar ein, Taiwan sei "der Augapfel" von Xi Jinping, sieht aber "nichts passieren". Diese Verharmlosung ignoriert Chinas massive Aufrüstung, die zunehmenden Militärmanöver in der Taiwan-Straße und Pekings wachsenden diplomatischen Druck. Experten sehen Trumps Aussagen als gefährliche Fehleinschätzung einer der explosivsten Krisen der Welt.

Handelsabkommen als Priorität

Trump stellt Geschäfte über Geopolitik und verspricht ein "sehr starkes Handelsabkommen" mit China. Das geplante Treffen mit Xi Jinping in Südkorea Ende Oktober soll den Durchbruch bringen. "Wir werden beide zufrieden sein", prophezeit Trump und droht gleichzeitig mit 100 Prozent Zöllen, falls bis 1. November kein Deal vorliegt. Seine Priorität liegt eindeutig auf Handelserfolgen, nicht auf Taiwans Sicherheit. Trump schwärmt von seiner "großartigen Beziehung" zu Xi und will "gut zu China sein" - eine Haltung, die Taiwan in existenzielle Gefahr bringt.

Taiwan als Verhandlungsmasse

Auf die direkte Frage, ob die USA ihre Taiwan-Unterstützung für ein Handelsabkommen opfern könnten, weicht Trump aus: "Wir werden über viele Dinge sprechen. Ich nehme an, das wird eines davon sein." Diese Aussage erschüttert Taiwans Vertrauen in amerikanische Sicherheitsgarantien. Während Joe Biden mehrfach militärische Hilfe für Taiwan andeutete, macht Trump die Inseldemokratie zur Verhandlungsmasse. Seine Bereitschaft, Taiwans Schicksal gegen Handelsvorteile zu tauschen, zeigt die Kehrseite seiner "America First"-Politik. 23 Millionen Taiwaner werden zum Spielball amerikanischer Geschäftsinteressen.

Chinas geduldige Expansionsstrategie

Xi Jinping nutzt Trumps Schwäche geschickt aus. Bereits im August versicherte er Trump, Taiwan nicht anzugreifen - solange dieser Präsident sei. Gleichzeitig fügte Xi hinzu: "Aber ich bin sehr geduldig, und China ist sehr geduldig." Diese Aussage offenbart Pekings langfristige Strategie: Abwarten auf günstige Gelegenheiten und amerikanische Schwäche ausnutzen. China erhöht systematisch den militärischen Druck, verstärkt die Präsenz in der Taiwan-Straße und isoliert Taiwan diplomatisch. Trumps Beschwichtigungskurs ermutigt Peking zu weiteren Provokationen.

Strategische Ambiguität in Gefahr

Trumps Taiwan-Politik gefährdet die bewährte amerikanische Strategie der "strategischen Ambiguität". Seit Jahrzehnten unterstützen die USA Taiwan militärisch, ohne explizite Verteidigungsgarantien zu geben. Diese Unklarheit hielt China bisher von einem Angriff ab, da die Kosten unkalkulierbar blieben. Trump zerstört diese Balance durch seine Fokussierung auf Handel und seine Verharmlosung der Bedrohung. Seine Aussagen signalisieren Peking, dass die USA Taiwan nicht um jeden Preis verteidigen würden. Das ermutigt China zu riskanten Schritten und destabilisiert die gesamte Region.

FAQ

War Taiwan schon mal chinesisch?

Taiwan war von 1895 bis 1945 unter japanischer Herrschaft und kam danach unter chinesische Kontrolle der Republik China. Nach dem Bürgerkrieg flohen 1949 die Nationalisten unter Chiang Kai-shek nach Taiwan, während die Kommunisten das Festland übernahmen. Seitdem existieren zwei getrennte politische Systeme. Taiwan entwickelte sich zu einer blühenden Demokratie, während das Festland unter kommunistischer Einparteienherrschaft steht.

Warum ist Taiwan von China getrennt?

Die Trennung entstand durch den chinesischen Bürgerkrieg 1945-1949 zwischen Kommunisten und Nationalisten. Die unterlegenen Nationalisten zogen sich nach Taiwan zurück und gründeten dort die Republik China, während Mao Zedong auf dem Festland die Volksrepublik China ausrief. Beide Seiten beanspruchten zunächst ganz China, doch Taiwan entwickelte sich eigenständig zu einer Demokratie mit 23 Millionen Einwohnern.

Wie ist der Konflikt zwischen China und Taiwan entstanden?

Der Konflikt wurzelt im chinesischen Bürgerkrieg und konkurrierenden Legitimationsansprüchen. Peking betrachtet Taiwan als "abtrünnige Provinz" und besteht auf der "Ein-China-Politik". Taiwan hingegen hat sich zu einer eigenständigen Demokratie entwickelt und lehnt Chinas Souveränitätsansprüche ab. Die Taiwaner wollen selbst über ihre Zukunft entscheiden, während China eine "Wiedervereinigung" notfalls mit Gewalt durchsetzen will.

Wem gehört Taiwan jetzt?

Taiwan wird faktisch von der Republik China regiert und ist eine funktionierende Demokratie mit eigener Regierung, Militär und Währung. Völkerrechtlich ist der Status umstritten: China beansprucht die Insel, die meisten Länder erkennen aber nur Peking an. Die USA und andere Staaten unterhalten keine formellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, unterstützen es aber faktisch. Taiwan agiert als unabhängiger Staat, ohne international als solcher anerkannt zu sein.

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.