Jahresausblick 2023
#Global Markets

Jahresausblick 2023

Author

Emre Şentürk

Es ist Januar und somit die beste Zeit mal wieder etwas gezielter in die Zukunft zu schauen. Was können wir vom kommenden Jahr erwarten? Wohin geht die Reise? Was sind womöglich die Trends des Jahres? Wissen kann man das natürlich nicht so genau, aber eine grobe Einschätzung schadet natürlich nie.

Das wohl spannendste Thema ist der Ukraine-Konflikt. Hier muss man ehrlicherweise sagen, dass keiner einzigen Nachrichtenquelle zu trauen ist, was die Entwicklungen am Boden angehen. Die genauen Todeszahlen, Landgewinne/-verluste und der diplomatische Stand sind alle schwierig abzuschätzen, weswegen es gerade in einer solchen Situation besser ist, seine Handelsentscheidungen, beziehungsweise seinen Fokus im Handel, so zu strukturieren, dass diese unabhängig von den Entwicklungen in der Ukraine Gültigkeit bewahren. Möchten Sie mehr zu diesem Thema wissen, schauen Sie sich gerne unser aktuelles Video an!

Als nächstes interessiert vor allem die Nicht-Anleger, was denn mit den Energiepreisen geschieht. Man muss hier deutlich sagen, dass es gute Gründe für einen langfristigen Anstieg der Energiekosten gibt. Zum einen werden die teureren alternativen Energiequellen immer mehr gefragt. Zum anderen aber möchte man die Wachstumsraten der letzten Jahrzehnte beibehalten, wozu die Schwerindustrie weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen ist. Bei dem aktuellen Volumen dieser Industrie ist aber eben die Nachfrage nach Öl und Gas zu hoch und auch die OPEC lässt sich die Preiskontrolle nicht nehmen. Für dieses Jahr aber könnten wir wenigstens eine weitere Erholung der im letzten Jahr zugenommenen Preise sehen. Die Charthistorien zeigen, dass gerade Energiewerte rapide Anstiege nie konstant aufrechterhalten konnten und danach immer nachgaben.

Bei den Kryptowährungen sehen wir aktuell eine Massenflucht aus einem Markt, der noch vor 1.5 Jahren als die Rettung der modernen Wirtschaft gesehen wurde. Die Volatilität und die damit einhergehenden Verluste waren vielen Anlegern, von denen die meisten erst neu dabei sind, einfach zu viel. Abschreiben sollte man diesen Sektor aber nicht, denn bei der Dynamik, die die Werte draufhaben, kann es ganz fix auch dieses Jahr schon wieder besser aussehen. Klar ist, dass sie keine traditionelle Geldwirtschaft ablösen werden, aber eine wichtige Rolle werden sie schon spielen. 2023 könnte der erste Test sein, dies auch nach so einer Klatsche auf großer Bühne zu beweisen.

Am wichtigsten ist aber die Lage bei den Indizes und der allgemeinen Aktienlandschaft. Zu sehr haben die Sektoren nachgegeben, als dass es hier noch zu großartigen Einbrüchen kommen kann. Klar, nach unten ist immer Luft, aber die Stimmen mehren sich nach einer, zumindest mittelfristigen, Erholung der Märkte. Neue Allzeithochs und historische Bullenmärkte erwartet allein wegen den makroökonomischen Kennzahlen eigentlich niemand, dafür aber viele den Crash. Weil aber eben so viele Akteure auf diesen Crash warten und sich wappnen, könnte dieser milder ausfallen, beziehungsweise weniger rapide ausgeführt werden. Das erste Quartal könnte bei den Major-Indices wegweisend für den weiteren Verlauf des Jahres sein. Dazu kommt noch, dass hier womöglich auch wieder stabilere Zinsen das Feld prägen und die Inflation in Schach gehalten wird. Sollte das der Fall sein, kann auch der Finanzmarkt langsam seine Wunden lecken. Wichtig ist nur, dass die Balance zwischen Angebotsreizen, also expansiver Geldpolitik, und der Produktion, also Vollbeschäftigung, so aufgebaut wird, dass wir nicht in eine inflationäre Spirale übergehen. Sollte bis zur Jahreshälfte hier keine Besserung stattfinden, wird es schon recht brenzlig.

In jedem Fall wird das neue Jahr 2023 spannend, denn selten war die Lage so komplex und interessant, wie jetzt. Umso wichtiger, dass man sich das Wissen aneignet, um stets gewappnet zu sein!

Author

Emre Şentürk

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.