It’s the most wonderful (Altcoin) time of the year!
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It’s the most wonderful (Altcoin) time of the year!

Author

Simeon Koch

In den letzten Tagen kursierte ein Meme auf Social Media, das die aktuelle Stimmung im Kryptomarkt ziemlich gut einfängt. Ein Teil des Memes zeigt Godzilla, das ikonische, drachenähnliche Monster aus dem gleichnamigen Hollywood-Blockbuster. Daneben prangt der Text: „Bitcoin bei 95 000 Dollar vor zwei Wochen.“ Auf der rechten Seite folgt das Bild eines Plüsch-Dinosauriers, der etwas verwirrt in die Kamera grinst, begleitet von der Zeile: „Bitcoin heute bei 95 000 Dollar.“ Die Botschaft des Memes ist eindeutig: Im Kryptomarkt altern Kursrekorde besonders schnell – und mindestens ebenso rasch kippen die Emotionen.

Nichts ist im Kryptomarkt älter als die Kurse von vor zwei Wochen. Gibt man sich diesem emotionalen Chaos hin, gefährdet man den eigenen Anlage-Erfolg.

Was Bitcoin- und vor allem Altcoin-Fans vor zwei Wochen noch in Euphorie versetzte, ist heute langweilig oder sogar Grund für panische Warnungen vor dem vermeintlich nahen Bärenmarkt. Dieses ganze Gefühlschaos ist natürlich nicht besonders hilfreich, wenn man sich einen vernünftigen Plan für den Bullrun zurechtlegen möchte. Dabei ist ein Plan das Wichtigste überhaupt beim Investieren – vor allem, wenn man es mit hochvolatilen und risikoreichen Assets zu tun hat.

Ein beliebtes Sprichwort im Kryptomarkt lautet: If you fail to plan, you plan to fail (zu Deutsch: Wenn du daran scheiterst zu planen, planst du schon dein Scheitern). Daran sollte man sich halten – schließlich kommt die beste (aber eben auch herausforderndste) Phase des Altcoin-Bullemarkts erst noch. Zumindest, wenn sich historische Muster wiederholen. Was also spricht dafür, dass 2025 ein gutes Jahr für Altcoins wird?

Steht der Markt kurz vor einer Wende?

Der Bitcoin-Bullrun ist da. Das wird bei BTC-Kursen rund um 100 000 US-Dollar niemand mehr ernsthaft anzweifeln. Während Bitcoin die letzten Wochen nutzte, um – wie man im Kryptomarkt gerne sagt – Gesichter schmelzen zu lassen, war der Altcoin-Sektor mit wenigen Ausnahmen eher enttäuschend. Ethereum verliert im Verhältnis zu Bitcoin seit Jahren an Wert und setzte diesen Abwärtstrend über das gesamte Jahr 2024 fort. Kleinere Kryptowährungen stehen immer noch nahe ihren Bärenmarkttiefs in Relation zum US-Dollar. In ihrem Kursverhältnis zum Bitcoin sowieso.

BTC ist traditionell in Q4 stark (v.a. in Halving-Jahren, braun). ETH und Altcoins trumpfen meist  in den ersten beiden Quartalen auf (v.a. in Post-Halving-Jahren, blau)

Die Rallye nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten, die bis Mitte Dezember anhielt, war ein kleiner Balsam auf den geschundenen Seelen von Altcoin-Investoren, verflüchtigte sich aber ebenso schnell, als die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre restriktiven Zinspläne fürs kommende Jahr publik machte. Spätestens das lieferte den notorischen Nörglern Stoff für ihre immer wiederkehrenden Untergangsprognosen: Die Geldpolitik bleibe straff, deshalb komme die Altcoin-Season gar nicht mehr, hörte man allenthalben.

Und freilich ist es nicht ausgeschlossen, dass der Krypto-Bullrun genau jetzt ein jähes Ende findet und der Vierjahreszyklus zum ersten Mal außer Kraft gesetzt wird. Aber ist das wirklich realistisch? 2013 erreichte der Bitcoin sein damaliges Bullenmarkt-Top, das nächste Mal 2017 und dann 2021. Stets brachte das Jahr nach dem Halving die größten Gewinne für den gesamten Kryptomarkt und vor allem für Altcoins. Man könnte natürlich gegen diese historischen Muster wetten – aber bekanntlich sind die vier gefährlichsten Worte an der Börse: Diesmal kommt alles anders.

Die schönste Altcoin-Zeit des Jahres

In den letzten beiden Bullenmärkten begann am Ende des jeweiligen Halving-Jahres die schönste Zeit für Altcoin-Investoren – allerdings mit einigen Turbulenzen zum Start. Ethereum erreichte im Dezember 2016 und 2020 wichtige zyklische Tiefpunkte im Kursverhältnis zu Bitcoin, die meisten kleineren Kryptowährungen waren da bereits auf den letzten Metern ihrer Bärenmärkte (die wohlgemerkt stets deutlich länger dauerten als bei Bitcoin). Während BTC schon auf Rekordhöhen notierte, kamen die Altcoins nicht vom Fleck. Das ist in diesem Bullrun nicht anders als in den letzten beiden.

Die durchschnittliche monatliche Preisentwicklung verdeutlicht das Muster: Q4 dominiert Bitcoin, ab Neujahr ziehen Ethereum und Altcoins mit Schwung nach.

Nach Jahreswechsel dann performte Ethereum bis zum Ende des Bullenmarktes deutlich besser als Bitcoin – also jeweils fast ein ganzes Jahr lang. Besonders stark ist Ethereum dabei im Frühjahr. Während der Dezember für ETH traditionell holprig verläuft, erwacht der Altcoin-Marktführer mit Neujahr normalerweise aus seinem Winterschlaf – und das gilt vor allem für Post-Halving-Jahre, wie 2025 eines ist.

Vergleicht man die historischen Kursstatistiken, fällt auf, dass Bitcoin besonders in den vierten Quartalen der Halvig-Jahre stark performt. In den letzten drei Monaten des Jahres 2016 kletterte Bitcoin um fast 60 Prozent, 2020 waren es nahezu 170 Prozent – und 2024 rund 48 Prozent.

Ethereum ist zum Ende der Halving-Jahre jeweils deutlich schwächer gewesen: Im vierten Quartal 2016 stand ein Minus von fast 40 Prozent zu Buche, auch in Q4 2020 blieb ETH trotz starker 104 Prozent hinter Bitcoins 170 Prozent zurück. Und auch im Oktober, November und Dezember 2024 wuchs Ethereum zwar um gut 28 Prozent, kam aber erneut nicht an den Bitcoin heran. Genau das änderte sich in den letzten Bullenmärkten aber im ersten Quartal des Post-Halving-Jahres.

Kleine Kryptowährungen (exklusive Top-10-Coins) folgen einem ähnlichen zyklischen Muster: Auch hier gab es Ende der Halving-Jahre 2016 und 2020 markante Tiefs gegen Bitcoin.

Bitcoin performte im ersten Quartal 2017 (+11.89 Prozent) und 2021 (+103.17 Prozent) deutlich schwächer als Ethereum mit 518.14 Prozent im Frühjahr 2017 und 160.7 Prozent im selben Zeitraum 2021. Im Schnitt der letzten zehn Jahre erzielte Bitcoin im vierten Quartal einen Zuwachs von gut 85 Prozent, während Ethereum im durchschnittlichen Q4 lediglich knapp 24 Prozent gelangen. Im ersten und zweiten Quartal liegt dann aber Ethereum mit fast 83 und rund 67 Prozent vorn. Bitcoin erwirtschaftete über die letzten zehn Jahre in den ersten beiden Quartalen gut 52 und knapp 27 Prozent. Der Frühling ist also traditionell Ethereum- und Altcoin-Zeit.

Wann kommt die Altcoin-Season?

Ein sehr ähnliches Bild wie bei ETH/BTC zeigt sich bei den kleineren Altcoins außerhalb der Top-10. Auch hier gab es jeweils um Neujahr des Post-Halving-Jahres ein markantes Tief, bevor Altcoins für mehrere Monate deutlich stärker stiegen als der Bitcoin. Stellt man die kumulierte Marktkapitalisierung der Top-125-Altcoins ins Verhältnis zu BTC, zeigen sich erneut deutliche Parallelen zum letzten Bullenmarkt: Im Dezember des Halving-Jahres (2020 und 2024) ein Altcoin-Tief gegenüber Bitcoin, anschließend der Ausbruch aus dem jahrelangen Abwärtskanal.

Ein Tief im Dezember des Halving-Jahres, danach der Ausbruch aus dem Abwärtskanal – und dann Altcoin-Season? Die Top-125-Altcoins verhalten sich gegen BTC ähnlich wie 2020.

2021 war das der Startschuss zur Altcoin-Season. 2017 lief es sehr ähnlich, wie der Others-Chart verrät. Dass Altcoins zum Abschluss des Halving-Jahres nochmal auf die Mütze bekommen, während Bitcoin schon lange neue Rekorde jagt, ist also kein Grund zur Panik, sondern eine Parallele zu den letzten Bullenmärkten. Auch damals schrien alle Zweifler, dass Altcoins nie zurückkommen würden. Am Ende behielten die Optimisten recht.

Natürlich ist vergangene Preis-Performance keine Garantie für zukünftige Gewinne. Und selbstverständlich stellt dieser Text in keiner Form eine Empfehlung dar, Krypto-Assets zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen. Trotzdem ist die Vergangenheit die beste Grundlage für Prognosen. Und diese Vergangenheit deutet darauf hin, dass die schönste Altcoin-Zeit des Jahres (und sogar des bisherigen Bullenmarktes) kurz bevorstehen könnte.

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Simeon Koch

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