Die wichtigsten Punkte
IBM übertraf im dritten Quartal 2025 die Erwartungen mit neun Prozent Umsatzwachstum auf 16.3 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 2.65 US-Dollar je Aktie, doch die Aktie fiel dennoch nachbörslich etwa sechs Prozent. Das KI-Geschäft wuchs auf 9.5 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch Software- und Infrastruktur-Zuwächse. Der Free Cashflow erreichte Rekordniveau, die Prognose wurde angehoben – doch hohe Schulden und Anlegerzweifel bremsten die Euphorie.
Rekordzahlen, aber getrübte Stimmung
IBM hat im dritten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten weit übertroffen. Der Technologiekonzern meldete einen Umsatz von 16.33 Milliarden US-Dollar, ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit über den Schätzungen von LSEG. Der bereinigte Gewinn lag mit 2.65 US-Dollar je Aktie ebenfalls über den Erwartungen. Dennoch fiel die Aktie nachbörslich rund sechs Prozent.
Beschleunigt wäre dieser Kursrückgang durch die schwächere Entwicklung im Cloud-Segment Red Hat, das trotz eines Zuwachses von 12 Prozent die Analystenerwartungen verfehlte. Konzernchef Arvind Krishna betonte, dass das Unternehmen von der anhaltenden Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz profitiere. Das AI-Geschäft erreichte einen Umsatz von 9.5 Milliarden US-Dollar, nach 7.5 Milliarden im Vorquartal. Krishna hob hervor, dass Unternehmen weltweit IBMs KI-Lösungen zur Produktivitätssteigerung und Prozessautomatisierung einsetzen.
Wachstum über alle Segmente hinweg
Der Umsatzanstieg verteilt sich dabei auf fast alle Geschäftsbereiche. Die Software-Sparte legte um zehn Prozent auf 7.21 Milliarden US-Dollar zu, angetrieben von einem starken Automationsgeschäft mit einem Wachstum von 22 Prozent. Die Infrastruktur-Sparte, zu der auch das Mainframe-System IBM Z gehört, wuchs um beeindruckende 15 Prozent – der stärkste Anstieg seit Jahren. Consulting erzielte 5.3 Milliarden US-Dollar Umsatz und übertraf leicht die Erwartungen, wenngleich die Zahl neuer Verträge rückläufig war.
Besonders bemerkenswert ist IBMs operatives Ergebnis: Die EBITDA-Marge stieg um 290 Basispunkte, während der operative Gewinn um 15 Prozent zulegte. Der freie Cashflow erreichte 7.2 Milliarden US-Dollar in den ersten neun Monaten – der höchste Wert, den IBM je zu diesem Zeitpunkt eines Jahres gemeldet hat. Auf das Gesamtjahr gerechnet erwartet der Konzern nun mehr als fünf Prozent Umsatzwachstum und einen Free Cashflow von rund 14 Milliarden US-Dollar.
KI als Wachstumsmotor mit Schattenseiten
Künstliche Intelligenz bleibt IBMs zentrale Wachstumssäule. Krishna bezeichnete das KI-Geschäft als „entscheidenden Motor für künftige Umsätze“. Besonders die Integration von GenAI in Softwareprodukte wie Watsonx, Automation und Data & AI treibt die Nachfrage. Gleichzeitig kämpft IBM mit strukturellen Herausforderungen: Die Verschiebung von Kundenbudgets, der Rückgang im Transaktionsgeschäft und die hohe Verschuldung von 63 Milliarden US-Dollar drücken auf die Bilanz.
Auch wenn IBM zu den Gewinnern des KI-Booms zählt, bleibt das Vertrauen der Anleger fragil. Die Aktie hatte zuvor bereits rund 30 Prozent zugelegt – viele Investoren nutzten die positiven Zahlen nun für Gewinnmitnahmen. Trotz der Kursverluste zeigen die Zahlen eines klar: IBM hat die Trendwende geschafft und positioniert sich als einer der wenigen etablierten Technologiekonzerne, die von der neuen KI-Ökonomie messbar profitieren.





