I Want (To Sell) It All! Größter Deal der Musikgeschichte für Freddie Mercurys Queen
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I Want (To Sell) It All! Größter Deal der Musikgeschichte für Freddie Mercurys Queen

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Simeon Koch

Mit legendären Songs wie The Show Must Go On oder Another One Bites The Dust wurde die Band Queen weltberühmt. Nach ihrem erfolgreichsten Lied wurde der Kinohit Bohemian Rhapsody benannt, der 2019 vier Oscars bekam und knapp $1 Milliarde an den Kinokassen einspielten – bis zum vergangenen Jahr die erfolgreichste Filmbiografie aller Zeiten. Christopher Nolans Oppenheimer übertrumpfte die Geschichte des 1991 verstorbenen Freddie Mercury ‘nur’ um knappe $50 Millionen. Mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben gehört Queen schon jetzt zu den erfolgreichsten Bands der Geschichte, bald könnte ihr vielleicht ikonischster Titel We Are The Champions für die Gruppe auch im finanziellen Sinne wahr werden. Der Katalog der Band, also die Sammlung ihrer musikalischen Werke und der zugehörigen Urheberrechte, sollen den Besitzer wechseln. Im Raum steht eine Summe von über $1 Milliarde – das wäre der größte derartige Deal in der bisherigen Musikgeschichte.

Queen-Werk soll über $1 Milliarde kosten

Aus den Lizenzgebühren für das eigene Vermächtnis erwirtschaftet die Band pro Jahr etwa $50 Millionen Gewinn bei rund $90 Millionen Umsatz. Der nun zum Verkauf stehende Katalog umfasst Aufnahmen und aktive Einkommensströme aus Veröffentlichungen und anderen Aktivitäten der Band, etwa Einnahmen durch den Film Bohemian Rhapsody oder offizielle Merchandise-Artikel. Über die Theke gehen also sämtliche Vermarktungsrechte am Gesamtprodukt Queen. Teil des Deals könnten auch Lizenzwerte aus dem nordamerikanischen Master Recordings-Katalog sein, der originale Soundaufnahmen umfasst und seit Jahrzehnten im Besitz von Disney ist, seit ein firmeneigenes Label in den 1990ern begann, die Aufnahmen der Band zu lizensieren. In der Vergangenheit versicherte Disney, seine Anteile an den Urheberrechten zu halten, bis sie nach 35 Jahren von den Künstlern zurückgefordert werden können. Diese Zusage könnte nun aber kippen. Schon im vergangenen Jahr begannen die verbliebenen Band-Mitglieder, Möglichkeiten eines Verkaufs auszuloten, bevorzugten ursprünglich aber mehrere kleine Labels, um kein Monopol auf das eigene musikalische Werk entstehen zu lassen.

Angesichts des hohen Preises, den Brian May, Roger Taylor und John Deacon, die ehemaligen Pop-Wuschelköpfe hinter den Queen-Songs und Kollegen des verstorbenen Freddie Mercury, fordern, kommen mittlerweile aber offenbar nur noch große Interessenten infrage. Denn der Gesamtkatalog, auf den seit 1991 knapp 40 Millionen verkaufte Alben und gut 40 Milliarden globale Streams entfielen, soll mehr als $1 Milliarde kosten. Die Dynamik der internationalen Nachfrage spricht für die ambitionierte Forderung der Gruppe: Während in den drei Jahren vor der Veröffentlichung des Films über das Leben von Freddie Mercury durchschnittlich je 750 000 Tonträger verkauft wurden, stiegen die Absätze 2018 auf gute zwei Millionen und erreichten 2019 gar 3.5 Millionen veräußerte Alben. Von 2017 bis Ende 2023 stiegen die gesamten Verkaufszahlen des Katalogs noch einmal um fast die Hälfte an. Während vor sieben Jahren insgesamt gut 25 Millionen Alben in der Verkaufsbilanz seit 1991 standen, sind es heute die besagten knapp 40 Millionen.

Geldregen auch für Disney?

Der kürzliche Zuwachs an Popularität kommt Queen nun zugute, denn Preise für Musikrechte orientieren sich in der Branche an einem Durchschnitt der wirtschaftlichen Katalog-Performance über die vergangenen drei Jahre hinweg. Und in den letzten drei Jahren warf der Katalog einen Umsatz von rund $50 Millionen und einen Gewinn von etwa $25 Millionen ab. Zwar werden einmalige Ausreißer bei Preisverhandlungen gerne herausgerechnet – betroffen ist davon auch der Hype nach dem Kinofilm – Queen argumentiert allerdings, das weltweite Publikum sei dadurch nachhaltig gewachsen und der Reichweitenzuwachs keine Eintagsfliege. Interessiert an einem Kauf für die von Queen geforderten $1.2 Milliarden soll das Label Universal Music sein, mit fast einem Drittel globalem Marktanteil und einer Marktkapitalisierung von rund $54 Milliarden die größte Vermarktungsfirma für Musik weltweit. Das Geschäft, für dessen Umsetzung mehrere Investmentbanken die notwendige Liquidität bereitstellen sollen, würde einen neuen Rekord in der Musikgeschichte bedeuten – und bisherige Bestmarken pulverisieren.

Bisher war der teuerste Katalog jener von Bruce Springsteen gewesen, der 2021 für kolportierte $550 Millionen an Sony Music, nach Marktanteil der zweitgrößte Player der Branche, verkauft wurde. Bob Dylans gesammelte Werke wurden 2020 ebenfalls für $500 Millionen verkauft, Phil Collins‘ Katalog kam 2022 auf $300 Millionen. Ob die ehemaligen Queen-Musiker mit ihren Forderungen durchkommen, bleibt abzuwarten. Für Disney, analysiert in unserem beliebten US-Titans-Paket, könnte ein unerwarteter Geldregen dabei herausspringen, gute Nachrichten vom Queen-Deal könnten für Euphorie um die Disney-Aktie sorgen. Sollte Universal am Ende tatsächlich $1.2 Milliarden für das gesammelte Oeuvre der Gruppe hinblättern, dürften den verbliebenen Queen-Mitgliedern die Sätze durch den Kopf gehen, mit denen sie ihr erfolgreichstes Stück, Bohemian Rhapsody, einst eingeleitet haben: Is this the real life? Is this just fantasy? (dt.: Ist dies das echte Leben? Oder nur Einbildung?).

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Simeon Koch

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