Die wichtigsten Punkte
Huawei plant, 2026 rund 600 000 Stück seines Ascend-910C-KI-Chips zu fertigen. Fast doppelt so viele wie im Jahr 2025. Zählt man alle Modelle der Ascend-Linie zusammen, könnten es bis zu 1.6 Millionen Chips werden. Damit wächst der Druck auf Nvidia, das im wichtigen chinesischen Markt zuletzt keine Umsätze mit seinem H20-Chip verbuchen konnte. Zwar bleibt Huawei technisch noch hinter Nvidia zurück, doch mit einer neuen Roadmap bis 2028 und großen Investitionen in Fertigung und Vernetzung zeigt der Konzern, dass er zunehmend eine Alternative darstellt.
Huaweis Strategie: Mehr Chips für den Heimatmarkt
Huawei hat angekündigt, seine Chipproduktion massiv auszuweiten. Für 2026 peilt das Unternehmen 600 000 Einheiten des Ascend 910C an. Ein Chip, der speziell für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt wurde. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 sollen es nur etwa die Hälfte gewesen sein. Zusammen mit weiteren Modellen aus der Ascend-Serie könnten 2026 insgesamt bis zu 1.6 Millionen Chips ausgeliefert werden. Hintergrund ist der Wunsch, die Abhängigkeit von westlicher Technologie zu verringern und die Nachfrage in China selbst bedienen zu können.
Neue Generationen in Planung
Huawei belässt es nicht bei einer Verdopplung der Produktionsmengen, sondern hat eine klare Roadmap für die kommenden Jahre vorgelegt. Neben dem aktuellen 910C sind weitere Modelle geplant: der Ascend 950, 960 und 970 sollen bis 2028 erscheinen. Schon Ende 2026 will Huawei ein erstes Nachfolgemodell, den 950DT, auf den Markt bringen. Dieses Modell soll zunächst in einer Stückzahl von 100 000 Einheiten starten.
Nvidias Probleme in China
Während Huawei expandiert, gerät Nvidia im chinesischen Markt zunehmend unter Druck. Aufgrund von Exportbeschränkungen der USA durfte Nvidia seine leistungsstarken Chips wie die H100 oder H200 dort nicht mehr verkaufen. Als Ausweichlösung brachte Nvidia den H20-Chip speziell für China auf den Markt. Doch die Nachfrage blieb offenbar aus, im jüngsten Quartal meldete Nvidia keine Verkäufe dieses Modells. Für ein Unternehmen, das stark vom Geschäft mit KI-Chips lebt, ist das ein Warnsignal. Nvidia-Chef Jensen Huang betonte zwar, China sei technologisch nur Nanosekunden hinter den USA zurück, doch die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Technische Unterschiede zwischen Huawei und Nvidia
Auch wenn Huawei seine Produktion steigert, bleibt es technisch noch im Rückstand. Huawei lässt seine Chips bei SMIC in China mit einer 7-Nanometer-Technologie herstellen. Nvidia hingegen produziert seine neuesten Chips bei TSMC in Taiwan mit einer 4-Nanometer-Technologie. Das ist zwei Generationen fortschrittlicher. Ein Vergleich macht die Lücke deutlich: Laut dem Analysehaus Bernstein erreicht der kommende Ascend 950 von Huawei nur etwa 6 Prozent der Rechenleistung von Nvidias nächstem Spitzenmodell VR200. Das bedeutet, dass Huawei zwar mehr Chips liefern kann, diese aber einzeln deutlich weniger leistungsfähig sind.
Huaweis Ansatz: Vernetzung statt Einzelpower
Um diesen Rückstand auszugleichen, setzt Huawei laut eigenen Aussagen auf andere Stärken. So besteht der Ascend 910C aus zwei Chips in einem Gehäuse, was die Leistung erhöht. Zudem arbeitet Huawei mit einem eigenen Vernetzungsprotokoll namens UnifiedBus, das es ermöglicht, bis zu 15 488 Chips miteinander zu verbinden. Damit lassen sich große Rechencluster bauen, die zusammengenommen mehr Leistung bringen, auch wenn jeder einzelne Chip schwächer ist. Dieses Prinzip wird in vielen chinesischen Rechenzentren genutzt, um trotzdem große KI-Modelle zu betreiben. Allerdings bleibt ein Problem: Die Ausbeute in der Produktion war lange schwach, erst 2025 gelang es Huawei, die Fertigung stabiler zu machen.
Wachsende Nachfrage in China
In China steigt die Nachfrage nach KI-Chips rasant. Internetgiganten wie Alibaba und Tencent benötigen Millionen von Prozessoren, um Sprachmodelle und andere KI-Anwendungen zu betreiben. Auch Forschungsinstitute und Start-ups greifen zunehmend auf chinesische Lösungen zurück, weil Nvidia-Produkte schwer zu bekommen und vergleichsweise teuer sind. Damit öffnet sich für Huawei ein großer Markt. Gleichzeitig drängen auch andere Anbieter wie Cambricon in diese Lücke. Insider warnen jedoch, dass die ehrgeizigen Produktionsziele schwer zu erreichen sind, solange die Chipfertigung in China nicht das Niveau von TSMC erreicht.
Bedeutung für den globalen Wettbewerb
Auch wenn Huawei technisch hinter Nvidia liegt, könnten chinesische Unternehmen bald eine stabile Versorgung mit heimischen Chips haben, während Nvidia in China Marktanteile verliert. Für den Rest der Welt bedeutet das, dass der Wettbewerb im Bereich der KI-Hardware härter wird und sich die geopolitischen Spannungen weiter zuspitzen könnten.
Ausblick: 2026 als entscheidendes Jahr
Das Jahr 2026 wird für Huawei zum Testfall. Ob die geplanten 600 000 Chips tatsächlich ausgeliefert werden können, hängt von der Stabilität der Fertigung ab. Ebenso spannend wird, ob der neue Ascend 950DT überzeugen kann und wie stark chinesische Kunden auf Huawei setzen. Für Nvidia wird es immer schwieriger, im chinesischen Markt präsent zu bleiben, solange die Exportkontrollen bestehen. Damit könnte 2026 zum Jahr werden, in dem sich das Machtgefüge im Chipmarkt entscheidend verschiebt.




