Die letzte Juli-Woche bringt geldpolitische Spannung auf mehreren Ebenen. In China eröffnet die Zentralbank mit einem neuen Zinsentscheid, während die Europäische Zentralbank am Donnerstag im Fokus steht: Neue Einkaufsmanagerindizes, eine wichtige Zinsentscheidung und die dazugehörige EZB-Pressekonferenz liefern zentrale Impulse für die Eurozone. Ergänzt wird die Woche durch Stimmungsdaten aus Kanada und Europa sowie Inflationszahlen aus Japan – ein umfassendes Bild über globale Konjunkturtrends und geldpolitische Weichenstellungen. Diese Wochenvorschau ordnet alle relevanten Termine strukturiert nach Ländern und erklärt nicht nur die geplanten Veröffentlichungen, sondern auch deren wirtschaftliche Bedeutung – damit Sie nicht nur wissen, was ansteht, sondern auch, warum es wichtig ist.
Montag, 21. Juli 2025: Zinsentscheid in China
Die neue Woche beginnt mit einem Zinsentscheid in China. Um 03:15 Uhr gibt die People's Bank of China (PBoC) ihren neuen Leitzins bekannt. Der aktuell gültige Zinssatz für einjährige Kredite (Loan Prime Rate) liegt bei 3.00 Prozent. Dieser Referenzzins beeinflusst direkt die Kreditkonditionen für Unternehmen und Verbraucher und ist damit ein zentrales Steuerungsinstrument der Geldpolitik.
Am Nachmittag folgt um 16:30 Uhr der Business Outlook Survey der Bank of Canada. Dabei handelt es sich um eine vierteljährliche Umfrage unter kanadischen Unternehmen, die Aufschluss über deren Geschäftserwartungen, Preisentwicklungen und Investitionspläne gibt – ein Frühindikator für das konjunkturelle Klima in Kanada.
Dienstag, 22. Juli 2025: Kreditvergabe im Fokus der EZB
Am Dienstag richtet sich der Blick auf die Eurozone. Um 10:00 Uhr veröffentlicht die Europäische Zentralbank ihre vierteljährliche Bankkredit-Umfrage. Diese zeigt, ob Banken Kredite leichter oder restriktiver vergeben und wie Unternehmen und private Haushalte auf die Geldpolitik reagieren. Die Ergebnisse gelten als bedeutender Indikator für die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen.
Mittwoch, 23. Juli 2025: Konsumlaune in der Eurozone
Zur Wochenmitte erscheint um 16:00 Uhr das Verbrauchervertrauen der Eurozone. Der zuletzt veröffentlichte Wert lag bei -15.30 Punkten. Der Index misst die Stimmung der Konsumenten in Bezug auf die wirtschaftliche Lage und ihre persönliche Finanzsituation. Ein negativer Wert deutet auf eine pessimistische Einschätzung hin und kann ein schwächeres Konsumverhalten signalisieren.
Donnerstag, 24. Juli 2025: Einkaufsmanagerindizes und EZB im Fokus
Der Donnerstag liefert zahlreiche Konjunkturdaten, die als Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung gelten. Um 09:30 Uhr werden zunächst die Einkaufsmanagerindizes (EMI) für Deutschland veröffentlicht. Zuletzt lag der EMI für das verarbeitende Gewerbe bei 49.00 Punkten, der für Dienstleistungen bei 49.70 und der Composite-Index bei 50.40. Werte über 50 signalisieren Wachstum, darunter eine schrumpfende Wirtschaftsaktivität.
Um 10:00 Uhr folgen die entsprechenden Zahlen für die Eurozone: Der EMI für das verarbeitende Gewerbe stand zuletzt bei 49.50 Punkten, der für den Dienstleistungsbereich bei 50.50 und der Composite-Index bei 50.60. Diese Daten werden besonders aufmerksam verfolgt, da sie frühzeitig Hinweise auf die konjunkturelle Dynamik geben.
Ein zentrales Ereignis ist die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank um 14:15 Uhr. Der Hauptrefinanzierungssatz – der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen – beträgt derzeit 2.15 Prozent. Die Einlagefazilität, also der Zinssatz für geparkte Bankeinlagen, liegt bei 2.00 Prozent. Parallel erscheinen der geldpolitische Begleittext und um 14:45 Uhr die Pressekonferenz der EZB, in der weitere Hinweise zur geldpolitischen Ausrichtung erwartet werden.
Um 15:45 Uhr folgen schließlich die US-amerikanischen Einkaufsmanagerindizes von S&P Global. Der EMI für Dienstleistungen lag zuletzt bei 52.90 Punkten, der für das verarbeitende Gewerbe bei 52.00 – beide über der Schwelle von 50, was eine fortgesetzte wirtschaftliche Expansion signalisiert.
Freitag, 25. Juli 2025: Frühindikatoren zur Inflation in Japan
Zum Wochenschluss richtet sich der Fokus auf Japan. Um 01:30 Uhr wird der Verbraucherpreisindex (VPI) für Tokio veröffentlicht – ein regionaler Vorlaufindikator für die landesweite Inflation. Sowohl der Gesamtindex als auch der um Lebensmittel und Energie bereinigte Kern-VPI lagen zuletzt bei 3.10 Prozent. Diese Daten spielen eine zentrale Rolle für die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of Japan, da sie die tatsächliche Inflationsdynamik abbilden.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!




