HKCM-Wochenvorschau: Zinsentscheidungen und Inflationsdaten im Fokus
#Global Markets

HKCM-Wochenvorschau: Zinsentscheidungen und Inflationsdaten im Fokus

Author

Arcan Askin

In der Woche vom 27. Oktober bis zum 3. November 2025 stehen entscheidende Wirtschaftsdaten und Zinsentscheidungen im Mittelpunkt, die die globalen Finanzmärkte maßgeblich beeinflussen werden. Die Anleger blicken gespannt auf die Zinsentscheidungen der Bank of Canada (BoC) und der US-Notenbank (Fed) sowie auf wichtige Inflations- und Wachstumsdaten aus Deutschland, der Eurozone, den USA und Japan.

Montag: Deutscher ifo-Geschäftsklimaindex

Der Montag begann mit der Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, einem der wichtigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Aktivität in der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Die Ergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild:

•ifo-aktuelle Beurteilung: Der Index, der die aktuelle Geschäftslage bewertet, sank leicht von 85.70 auf 85.30 und verfehlte damit die Prognose von 85.50. Dies deutet auf eine etwas pessimistischere Einschätzung der gegenwärtigen Situation durch die deutschen Unternehmen hin.

•IFO-Business Climate: Der Hauptindex, der das Geschäftsklima insgesamt misst, stieg hingegen von 87.70 auf 88.40 und übertraf damit die Erwartungen von 87.80. Dieser Anstieg signalisiert eine verbesserte Stimmung und könnte auf eine bevorstehende wirtschaftliche Erholung hindeuten.

•ifo-Geschäftsaussichten: Besonders positiv fielen die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate aus. Der Index sprang von 89.70 auf 91.60. Dies ist ein starkes Signal der Zuversicht und deutet darauf hin, dass die Unternehmen trotz der aktuell gedämpften Lage optimistisch in die Zukunft blicken.

Dienstag: EZB-Bankkredit-Umfrage

Am Dienstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse ihrer vierteljährlichen Bankkredit-Umfrage (Bank Lending Survey) veröffentlichen. Diese Umfrage gibt Aufschluss über die Kreditvergabepolitik der Banken in der Eurozone und die Nachfrage nach Krediten von Unternehmen und privaten Haushalten. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Indikator für die zukünftige Investitions- und Konsumtätigkeit und fließen direkt in die geldpolitischen Entscheidungen der EZB ein.

Mittwoch: Zinsentscheidungen in Kanada und den USA

Der Mittwoch steht ganz im Zeichen der Geldpolitik. Sowohl die Bank of Canada (BoC) als auch die US-Notenbank (Fed) werden ihre Zinsentscheidungen bekannt geben:

•Bank of Canada (BoC): Es wird erwartet, dass die BoC den Leitzins von 2.50 Prozent auf 2.25 Prozent senken wird. Eine solche Zinssenkung würde darauf abzielen, die kanadische Wirtschaft anzukurbeln und den Inflationsdruck zu mindern.

•US-Notenbank (Fed): Auch von der Fed wird eine Zinssenkung von 4.25 Prozent auf 4.00 Prozent erwartet. Dieser Schritt wäre eine Reaktion auf die jüngsten Wirtschaftsdaten und würde signalisieren, dass die Fed bereit ist, ihre Politik anzupassen, um ein stabiles Wirtschaftswachstum zu gewährleisten. Die anschließende Pressekonferenz des FOMC wird von den Märkten genau beobachtet werden, um Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik zu erhalten.

Donnerstag: BIP aus Deutschland, EU und USA

Der Donnerstag ist gefüllt mit einer Flut von wichtigen Wirtschaftsdaten zu Inflation und Wirtschaftswachstum aus Deutschland, Japan, der Eurozone und den USA:

•Bank of Japan (BoJ): Die BoJ wird ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Es wird erwartet, dass der Leitzins bei 0.50 Prozent bleibt. Die anschließende Pressekonferenz wird Aufschluss über die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in Japan geben.

•Bruttoinlandsprodukt (BIP): Deutschland, die Eurozone und die USA werden ihre BIP-Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Für Deutschland wird ein stagnierendes Wachstum von 0.00 Prozent erwartet, nach einem Rückgang von -0.30 Prozent im Vorquartal. Für die Eurozone wird ein leichtes Wachstum von 0.10 Prozent prognostiziert. In den USA wird mit einem annualisierten Wachstum von 3.00 Prozent gerechnet, was eine Verlangsamung gegenüber den 3,80 % im Vorquartal bedeuten würde.

•Verbraucherpreisindex (VPI): Aus Deutschland und der Eurozone werden neue Inflationsdaten erwartet. Für Deutschland wird ein leichter Rückgang der jährlichen Inflationsrate von 2.40 Prozent auf 2.20 Prozent prognostiziert. In der Eurozone wird erwartet, dass der Hauptrefinanzierungssatz und die Einlagefazilität der EZB unverändert bei 2.15 Prozent bzw. 2.00 Prozent bleiben.

Freitag: Inflations- und Konjunkturdaten zum Wochenausklang

Der Freitag rundet die Woche mit weiteren wichtigen Daten ab:

•Japan und China: Aus Japan werden die Verbraucherpreisdaten für Tokio erwartet. Aus China kommen die EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, die wichtige Hinweise auf die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geben.


•Deutschland und Eurozone: Deutschland veröffentlicht die Einzelhandelsumsätze, während aus der Eurozone weitere Inflationsdaten (HVPI) erwartet werden.


•USA: Den Abschluss bilden die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA, die das bevorzugte Inflationsmaß der Fed sind. Es wird erwartet, dass die Kernrate auf Monatsbasis bei 0.20 Prozent und auf Jahresbasis bei 2.90 Prozent bleibt.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.