HKCM-Wochenvorschau: Zentrale Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Eurozone und Übersee im Fokus
#Global Markets

HKCM-Wochenvorschau: Zentrale Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Eurozone und Übersee im Fokus

Author

Arcan Askin

In der laufenden Woche ab dem 29. September 2025 werden zentrale Konjunktur- und Inflationsdaten aus den wichtigsten Volkswirtschaften das Marktgeschehen bestimmen. Ob chinesische Einkaufsmanagerindizes, deutsche Verbraucherpreise, der US-Arbeitsmarktbericht oder die japanische Tankan-Umfrage – die anstehenden Veröffentlichungen dürften entscheidende Impulse für die Einschätzung der globalen Konjunkturlage und Inflationsentwicklung liefern. Besonders im Fokus stehen dabei wichtige Konjunktursignale aus China, die deutsche Inflationsentwicklung, der monatliche US-Arbeitsmarktbericht sowie die japanische Unternehmensstimmung.

Dienstag: Chinas PMI, deutsche Inflation

Der Dienstag wird von wichtigen chinesischen Konjunkturdaten, deutschen Inflationsdaten und EZB-Signalen geprägt sein. Um 03:30 Uhr deutscher Zeit werden chinesische PMI-Daten veröffentlicht:

• NBS EMI für das verarbeitende Gewerbe: 49.4 Punkte (vorherig) → 49.6 Punkte erwartet

• NBS EMI Dienstleistungen: 50.3 Punkte (vorherig) → 50.3 Punkte erwartet

Um 03:45 Uhr folgen weitere chinesische PMI-Daten:

• RatingDog EMI für das verarbeitende Gewerbe: 50.5 Punkte (vorherig) → 50.3 Punkte erwartet

• RatingDog EMI für Dienstleistungen: 53.0 Punkte (vorherig) → 52.3 Punkte erwartet

Die erwartete leichte Verbesserung des NBS Manufacturing PMI von 49.4 auf 49.6 Punkte würde zwar weiterhin auf eine Kontraktion hindeuten (Werte unter 50), aber eine Annäherung an die Expansionsschwelle signalisieren. Der NBS Services PMI soll bei 50.3 Punkten stabil bleiben und damit knapp im Expansionsbereich verharren. Die RatingDog-Daten zeigen ein gemischtes Bild mit einem erwarteten Rückgang im verarbeitenden Gewerbe von 50.5 auf 50.3 Punkte und bei den Dienstleistungen von 53.0 auf 52.3 Punkte.

Um 08:00 Uhr deutscher Zeit werden deutsche Wirtschaftsdaten veröffentlicht:

• Entwicklung der Einzelhandelsumsätze (Jahr): 1.9 Prozent (vorherig)

Um 14:00 Uhr folgen die deutschen Inflationsdaten:

• Verbraucherpreisindex (Jahr): 2.2 Prozent (vorherig)

• Verbraucherpreisindex (Monat): 0.1 Prozent (vorherig) → 0.1 Prozent erwartet

• Harmonisierter Verbraucherpreisindex (Jahr): 2.1 Prozent (vorherig) → 2.2 Prozent erwartet

Die erwartete Bestätigung der monatlichen Inflation bei 0.1 Prozent würde auf eine stabile Preisentwicklung hindeuten. Der erwartete Anstieg des harmonisierten VPI von 2.1 auf 2.2 Prozent würde die Inflation leicht über das EZB-Ziel von 2.0 Prozent bringen. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist das Maß, das die Europäische Zentralbank für ihre Geldpolitik verwendet. Der Anstieg über 2.0 Prozent könnte die Diskussionen über die künftige EZB-Politik beeinflussen.

Die Einzelhandelsumsätze mit einem Vorwert von 1.9 Prozent zeigen die Entwicklung der deutschen Konsumkonjunktur und sind ein wichtiger Indikator für die Binnennachfrage. Am Nachmittag um 14:50 Uhr wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Rede halten, die wichtige Signale zur künftigen europäischen Geldpolitik senden könnte.

Mittwoch: Japans Konjunktur und Eurozone-Inflation

Der Mittwoch startet um 01:50 Uhr mit der wichtigen japanischen Tankan-Umfrage:

• Tankan Herstellungsindex für große Unternehmen: 13.0 Punkte (vorherig) → 15.0 Punkte erwartet

Die erwartete Verbesserung von 13.0 auf 15.0 Punkte würde auf eine deutlich optimistischere Stimmung in der japanischen Großindustrie hindeuten. Der Tankan-Index misst die Geschäftsstimmung japanischer Unternehmen durch eine Umfrage der Bank of Japan und gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Positive Werte zeigen an, dass mehr Unternehmen optimistisch als pessimistisch sind. Warum die japanische Wirtschaft so wichtig ist für Bitcoin, Altcoins und die globalen Aktienmärkte, haben wir in diesem Artikel erklärt.

Um 11:00 Uhr folgen wichtige Eurozone-Inflationsdaten:

• Kern-Verbraucherpreisindex (HVPI) Jahr: 2.3 Prozent (vorherig) → 2.3 Prozent erwartet

• Harmonisierter Verbraucherpreisindex: 0.1 Prozent (vorherig)

• Harmonisierter Verbraucherpreisindex (Jahr): 2.0 Prozent (vorherig) → 2.3 Prozent erwartet

• Kern-Verbraucherpreisindex (HVPI) Monat: 0.3 Prozent (vorherig)

Die erwartete Stabilität der Kerninflation bei 2.3 Prozent würde zeigen, dass die zugrunde liegende Inflation in der Eurozone weiterhin über dem EZB-Ziel liegt. Der Kern-VPI schließt volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel aus und gilt als besserer Indikator für den zugrunde liegenden Inflationstrend. Der erwartete deutliche Anstieg der Gesamtinflation von 2.0 auf 2.3 Prozent würde auf einen erneuten Inflationsschub hindeuten und könnte die EZB vor neue geldpolitische Herausforderungen stellen.

Die USA bringen ebenfalls wichtige Arbeitsmarktvorlaufdaten:

• ADP Beschäftigungsänderung: 54.0 Tausend (vorherig) → 30.0 Tausend erwartet

• ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) verarbeitendes Gewerbe: 48.7 Punkte (vorherig) → 49.0 Punkte erwartet

Der erwartete deutliche Rückgang der ADP-Beschäftigung von 54.0 auf 30.0 Tausend neue Stellen würde auf eine Abschwächung der privaten Beschäftigungsdynamik hindeuten. Die ADP-Daten werden vom Personaldienstleister ADP erstellt und gelten als wichtiger Vorlaufindikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die erwartete Verbesserung des ISM Manufacturing von 48.7 auf 49.0 Punkte würde zwar weiterhin auf Kontraktion hindeuten (Werte unter 50), aber eine Annäherung an die Expansionsschwelle signalisieren.

Freitag: US-Arbeitsmarktbericht und EZB-Signale

Der Freitag wird zum Höhepunkt der Woche mit dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht und weiteren wichtigen Terminen. Japan startet um 03:05 Uhr mit einer Rede des designierten BoJ-Gouverneurs Ueda, die wichtige Signale zur künftigen japanischen Geldpolitik senden könnte. Um 11:40 Uhr wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde erneut eine Rede halten.

Die USA bringen um 14:30 Uhr den monatlichen Arbeitsmarktbericht:

• Durchschnittliche Stundenlöhne (Monat): 0.3 Prozent (vorherig) → 0.3 Prozent erwartet

• Durchschnittliche Stundenlöhne (Jahr): 3.7 Prozent (vorherig)

• Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft: 22.0 Tausend (vorherig) → 50.0 Tausend erwartet

Die erwartete deutliche Verbesserung der Beschäftigungszahlen von 22.0 auf 50.0 Tausend neue Stellen würde auf eine Erholung des US-Arbeitsmarktes hindeuten, läge aber weiterhin deutlich unter den historischen Durchschnittswerten von über 200 000 monatlich. Die Nonfarm Payrolls messen die Veränderung der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft und gelten als wichtigster monatlicher Arbeitsmarktindikator. Die erwartete Stabilität der monatlichen Lohnentwicklung bei 0.3 Prozent würde auf anhaltenden, aber moderaten Lohndruck hindeuten (ein Frühindikator für steigenden Inflation).

Um 16:00 Uhr schließt der ISM Services Index die Woche ab:

• ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) Dienstleistungen: 52.0 Punkte (vorherig) → 52.0 Punkte erwartet

Die erwartete Stabilität bei 52.0 Punkten würde auf eine anhaltende Expansion im wichtigen US-Dienstleistungssektor hindeuten und das bekannte Muster einer gespaltenen US-Wirtschaft mit schwächelnder Industrie (unter 50) und stabilen Services (über 50) fortsetzen.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

Author

Arcan Askin

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.