HKCM-Wochenvorschau: Zentrale Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Eurozone und Übersee im Fokus
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HKCM-Wochenvorschau: Zentrale Wirtschaftsdaten aus Deutschland, Eurozone und Übersee im Fokus

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Arcan Askin

In der laufenden Woche ab dem 1. September 2025 werden zentrale Wirtschaftsindikatoren aus den wichtigsten Volkswirtschaften das Marktgeschehen bestimmen. Ob chinesische Einkaufsmanagerindizes, Eurozone-Inflationsdaten oder der US-Arbeitsmarktbericht – die anstehenden Veröffentlichungen dürften entscheidende Impulse für die Einschätzung der globalen Konjunkturlage und künftige Zinserwartungen liefern. Besonders im Fokus stehen dabei die Inflationsentwicklung in der Eurozone, die Arbeitsmarktlage in den USA und wichtige Konjunktursignale aus China. Anleger sollten die Datenlage genau verfolgen, da sich hier wichtige Weichenstellungen für den Herbst abzeichnen könnten.

Montag: Chinesische Konjunktur zeigt Erholung

Der Montag bringt bereits positive Signale aus China. Der Caixin Manufacturing PMI wurde um 03:45 Uhr deutscher Zeit mit 50.5 Punkten veröffentlicht und übertraf damit sowohl den Vorwert von 49.5 Punkten als auch die Erwartung von 49.5 Punkten deutlich. Diese Entwicklung deutet auf eine spürbare Erholung der chinesischen Industriekonjunktur hin.

Der Caixin Manufacturing PMI gilt als wichtiger Frühindikator für die chinesische Wirtschaftsentwicklung und unterscheidet sich vom offiziellen PMI dadurch, dass er stärker auf kleinere und mittlere Unternehmen fokussiert ist. Ein Wert über 50 signalisiert Expansion, ein Wert darunter Kontraktion. Der deutliche Sprung auf 50.5 Punkte signalisiert eine Rückkehr in den Expansionsbereich und könnte auf eine breitere Erholung der chinesischen Wirtschaft hindeuten.

Dienstag: Eurozone-Inflation über EZB-Ziel

Der Dienstag bringt bereits veröffentlichte Inflationsdaten aus der Eurozone, die über den EZB-Erwartungen liegen. Um 11:00 Uhr deutscher Zeit wurden folgende Werte bekannt gegeben:

• Kern-Verbraucherpreisindex (HVPI) Jahr: 2.3 Prozent (unverändert gegenüber Vormonat, über der Erwartung von 2.2 Prozent)

• Harmonisierter Verbraucherpreisindex: 0.2 Prozent (über dem Vorwert von 0.0 Prozent)

• Kern-Verbraucherpreisindex (HVPI) Monat: 0.3 Prozent (deutlich über dem Vorwert von -0.2 Prozent)

• Harmonized Index of Consumer Prices: 2.1 Prozent (über der Erwartung von 2.0 Prozent und dem Vorwert von 2.0 Prozent)

Diese Daten zeigen eine hartnäckige Inflationsentwicklung in der Eurozone. Der Kern-VPI im Jahresvergleich bleibt bei 2.3 Prozent und damit deutlich über dem EZB-Ziel von 2.0 Prozent. Besonders bemerkenswert ist der harmonisierte Index, der auf 2.1 Prozent gestiegen ist und damit ebenfalls über dem Zielwert liegt. Diese Entwicklung könnte die EZB dazu veranlassen, ihre geldpolitische Lockerung zu überdenken.

Am Nachmittag um 16:00 Uhr wird der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe aus den USA veröffentlicht:

• ISM Manufacturing PMI: 48.0 Punkte (vorherig) → 49.0 Punkte erwartet

Der erwartete Anstieg von 48.0 auf 49.0 Punkte hätte auf eine leichte Verbesserung der US-Industriekonjunktur hingedeutet, gemeldet wurde der PMI schließlich mit 48.7 Punkten. Der Wert bleibt also weiterhin unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Damit verstärkt sich das bekannte Muster einer gespaltenen US-Wirtschaft mit starken Dienstleistungen und schwächelnder Industrie.

Am Abend um 20:00 Uhr deutscher Zeit wird US-Präsident Donald Trump eine Rede halten, die möglicherweise wichtige wirtschaftspolitische Signale senden könnte.

Mittwoch: Chinesische Dienstleistungen und weitere EZB-Signale

Der Mittwoch wird von chinesischen Dienstleistungsdaten und weiteren EZB-Signalen geprägt sein. Um 03:45 Uhr deutscher Zeit wird der chinesische Caixin PMI für Dienstleistungen erwartet:

• Caixin PMI Dienstleistungen: 52.6 Punkte (vorherig) → 52.5 Punkte erwartet

Der erwartete leichte Rückgang von 52.6 auf 52.5 Punkte würde weiterhin auf eine robuste Expansion im chinesischen Dienstleistungssektor hindeuten. Werte deutlich über 50 signalisieren eine gesunde Entwicklung in diesem wichtigen Wirtschaftsbereich, der etwa 60 Prozent der chinesischen Wirtschaftsleistung ausmacht.

Um 09:30 Uhr deutscher Zeit wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Rede halten. Diese zweite Ansprache innerhalb weniger Tage könnte zusätzliche Klarheit über die künftige EZB-Politik bringen, insbesondere nach den über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten vom Dienstag.

Donnerstag: Eurozone-Einzelhandel schwächelt, US-Arbeitsmarkt gedämpft

Der Donnerstag wird wichtige Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten bringen. Um 11:00 Uhr deutscher Zeit werden die Eurozone-Einzelhandelsumsätze erwartet:

• Einzelhandelsumsätze Jahr: 3.1 Prozent (vorherig) → 2.4 Prozent erwartet

Der erwartete deutliche Rückgang von 3.1 auf 2.4 Prozent würde auf eine spürbare Abschwächung der Konsumkonjunktur in der Eurozone hindeuten. Die Einzelhandelsumsätze gelten als wichtiger Indikator für die Verbraucherstimmung und die Binnennachfrage. Ein solcher Rückgang könnte die Sorgen über die europäische Konjunkturentwicklung verstärken.

Die USA bringen wichtige Arbeitsmarktvorlaufdaten. Um 14:15 Uhr deutscher Zeit wird die ADP-Beschäftigungsänderung erwartet:

• ADP Beschäftigungsänderung: 104.0 Tausend (vorherig) → 68.0 Tausend erwartet

Der erwartete deutliche Rückgang von 104.0 auf 68.0 Tausend neue Stellen würde auf eine spürbare Abschwächung der privaten Beschäftigungsdynamik hindeuten. Die ADP-Daten gelten als wichtiger Vorlaufindikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag und könnten auf eine schwächere Entwicklung am US-Arbeitsmarkt hindeuten.

Um 16:00 Uhr folgt der ISM-Index für Dienstleistungen:

• ISM Dienstleistungen: 50.1 Punkte (vorherig) → 51.0 Punkte erwartet

Der erwartete Anstieg von 50.1 auf 51.0 Punkte würde auf eine leichte Verbesserung im wichtigen US-Dienstleistungssektor hindeuten und das Muster einer gespaltenen Wirtschaft mit starken Services fortsetzen.

Freitag: Schwaches Eurozone-Wachstum, gedämpfte US-Arbeitsmarktdaten

Der Freitag wird zum Höhepunkt der Woche mit wichtigen BIP-Daten aus der Eurozone und Arbeitsmarktberichten aus den USA und Kanada.

Die Eurozone startet um 11:00 Uhr mit BIP-Daten:

• Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt (Quartal): 0.1 Prozent (vorherig) → 0.1 Prozent erwartet

• Bruttoinlandsprodukt saisonbereinigt (Jahr): 1.4 Prozent (vorherig) → 1.4 Prozent erwartet

Die erwartete Bestätigung der schwachen BIP-Wachstumsraten würde die anhaltende Konjunkturschwäche in der Eurozone unterstreichen. Ein Quartalswachstum von nur 0.1 Prozent entspricht einem annualisierten Wachstum von etwa 0.4 Prozent und liegt deutlich unter dem langfristigen Potenzialwachstum. Dies könnte die EZB trotz der höheren Inflation zu weiteren geldpolitischen Lockerungen veranlassen.

Die USA folgen um 14:30 Uhr mit dem monatlichen Arbeitsmarktbericht:

• Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft: 73.0 Tausend (vorherig) → 75.0 Tausend erwartet

• Durchschnittliche Stundenlöhne Jahr: 3.9 Prozent (vorherig) → 3.7 Prozent erwartet

• Durchschnittliche Stundenlöhne Monat: 0.3 Prozent (vorherig) → 0.3 Prozent erwartet

Die erwartete minimale Verbesserung der Beschäftigungszahlen von 73.0 auf 75.0 Tausend neue Stellen würde auf eine weiterhin gedämpfte Arbeitsmarktdynamik hindeuten. Der erwartete Rückgang des Lohnwachstums von 3.9 auf 3.7 Prozent im Jahresvergleich könnte auf nachlassenden Inflationsdruck hindeuten und der Fed weiteren geldpolitischen Spielraum eröffnen.

Kanada schließt ebenfalls um 14:30 Uhr mit Arbeitsmarktdaten ab:

• Nettoveränderung der Beschäftigung: -40.8 Tausend (vorherig) → 10.0 Tausend erwartet

• Arbeitslosenquote: 6.9 Prozent (vorherig) → 7.0 Prozent erwartet

Die erwartete deutliche Erholung der kanadischen Beschäftigung von -40.8 auf +10.0 Tausend Stellen würde auf eine Stabilisierung des kanadischen Arbeitsmarktes hindeuten. Der erwartete Anstieg der Arbeitslosenquote von 6.9 auf 7.0 Prozent würde jedoch auf anhaltende strukturelle Schwäche hindeuten und der Bank of Canada weiteren Spielraum für geldpolitische Lockerungen geben.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

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Arcan Askin

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