HKCM-Wochenvorschau: US-Inflation, Konjunktur in Deutschland und China
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HKCM-Wochenvorschau: US-Inflation, Konjunktur in Deutschland und China

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Arcan Askin

In der aktuellen Woche ab dem 11. August 2025 werden zentrale Wirtschaftsindikatoren aus den wichtigsten Volkswirtschaften das Marktgeschehen bestimmen. Ob deutsche ZEW-Konjunkturerwartungen, US-amerikanische Verbraucherpreisdaten oder chinesische Einzelhandelszahlen – die anstehenden Veröffentlichungen dürften entscheidende Impulse für die Einschätzung der globalen Konjunkturlage und künftige Zinserwartungen liefern. Besonders im Fokus stehen dabei die erwartete Inflationsentwicklung in den USA, die Stimmung deutscher Finanzexperten sowie die Konsumkraft chinesischer Verbraucher. Anleger sollten die Datenlage genau verfolgen, da sich hier wichtige Weichenstellungen für die kommenden Monate abzeichnen könnten.

Dienstag: Deutsche Stimmung und US-Inflation

Der Dienstag wird ganz im Zeichen zweier Schlüsselindikatoren stehen: der deutschen ZEW-Umfrage und der US-amerikanischen Verbraucherpreisdaten. Um 11:00 Uhr deutscher Zeit wurden die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland veröffentlicht, die Analysten zufolge von zuvor 52.7 Punkten auf 40.0 Punkte zurückgehen könnten. Jedoch wurden heute 34.7 Punkte veröffentlicht (Die ZEW-Umfrage befragt Finanzexperten zu ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate – Werte über null signalisieren Optimismus, Werte darunter Pessimismus.)

Parallel dazu sollte sich die Bewertung der aktuellen Lage von -59,5 auf -65,0 Punkte verschlechtern, was die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft unterstreichen würde. Der heute veröffentlichte Wert zeigt allerdings ein schlechteres Bild: -68.60 Punkte. Für die Eurozone zeigen die ZEW-Erwartungen ebenfalls einen Rückgang von 36.1 auf 28.1 Punkte – ein Zeichen dafür, dass sich die Skepsis der Finanzexperten nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern die gesamte Währungsunion erfasst.

Am Nachmittag werden die USA in den Mittelpunkt rücken: Die Verbraucherpreise sollen im Jahresvergleich von zuvor 2.7 auf 2.8 Prozent steigen, während die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) von 2.9 auf 3.0 Prozent klettern dürfte. (Die Kernrate gilt als besserer Indikator für den zugrunde liegenden Inflationstrend, da sie weniger von kurzfristigen Preisschwankungen beeinflusst wird.) Im Monatsvergleich erwarten Experten dass sich die Teuerung jedoch von 0.3 auf 0.2 Prozent verlangsamen sollte, was den Märkten etwas Entspannung verschaffen könnte.

Aus Japan werden ebenfalls am Dienstagnachmittag Geldmengendaten erwartet: Das Geldmengenwachstum M2+CD soll bei 1.0 Prozent im Jahresvergleich liegen, verglichen mit zuvor 0.9 Prozent. (Die Geldmenge ist ein wichtiger Indikator für die Liquidität im Finanzsystem und kann Hinweise auf künftige Inflationsentwicklungen geben.)

Mittwoch: Deutsche Inflationsdaten

Der Mittwoch wird die mit Spannung erwarteten deutschen Verbraucherpreisdaten bringen. Sowohl der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) als auch der nationale Verbraucherpreisindex sollen die Erwartungen mit 1.8 beziehungsweise 2.0 Prozent im Jahresvergleich bestätigen. (Der HVPI ermöglicht Vergleiche innerhalb der Eurozone, während der nationale Index für innerdeutsche Analysen verwendet wird.) Im Monatsvergleich werden die Preise voraussichtlich um 0.4 beziehungsweise 0.3 Prozent steigen (laut Expertenerwartung) – ein moderater Anstieg, der die Inflationssorgen vorerst dämpfen könnte.

Wichtig wird die erwartete Entwicklung der deutschen Großhandelspreise sein, die im Jahresvergleich um 0.9 Prozent zulegen sollen, während sie im Monatsvergleich um 0.2 Prozent steigen dürften. (Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Verbraucherpreisentwicklung, da Preisänderungen auf Großhandelsebene oft mit Verzögerung an die Endverbraucher weitergegeben werden.)

Aus Japan werden Preisdaten für Unternehmensgüter erwartet: Der inländische Preisindex soll im Jahresvergleich von zuvor 2.9 auf 2.5 Prozent zurückgehen, während er im Monatsvergleich von -0.2 auf 0.2 Prozent zulegen dürfte. (Diese Daten geben Aufschluss über den Preisdruck in der japanischen Wirtschaft und können Hinweise auf künftige Verbraucherpreisentwicklungen liefern.)

Donnerstag: Euro-Konjunktur im Mittelpunkt

Der Donnerstag wird wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone bringen. Die Währungsunion soll eine Beschäftigungsänderung von 0.7 Prozent im Jahresvergleich und 0.2 Prozent im Quartalsvergleich melden – solide Werte, die auf einen stabilen Arbeitsmarkt hindeuten würden. (Beschäftigungswachstum ist ein Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Gesundheit, da es direkt mit Konsumausgaben und Wirtschaftswachstum korreliert.) Besonders beachtenswert werden die Industrieproduktionsdaten der Eurozone sein: Nach einem Anstieg von 1.7 Prozent im Vormonat wird nun ein Rückgang um 0.4 Prozent erwartet. (Die Industrieproduktion gilt als wichtiger Frühindikator für das Bruttoinlandsprodukt und spiegelt die Nachfrage nach europäischen Industriegütern wider.)

Im Jahresvergleich soll sich das Wachstum von 3.7 auf 2.5 Prozent verlangsamen – ein Zeichen für nachlassende industrielle Dynamik. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone wird voraussichtlich mit 1.4 Prozent im Jahresvergleich und 0.1 Prozent im Quartalsvergleich die Erwartungen bestätigen, was auf eine moderate, aber stabile Wirtschaftsentwicklung hindeuten würde. Deutschland soll laut Erwartungen am Donnerstag eine Leistungsbilanz von 9.6 Milliarden Euro melden, was die anhaltende Exportstärke der deutschen Wirtschaft unterstreichen würde. (Ein Leistungsbilanzüberschuss zeigt, dass ein Land mehr exportiert als importiert und kann ein Zeichen für Wettbewerbsfähigkeit sein.)

Freitag: Chinas Konsumkraft und US-Vertrauen

Der Freitag wird von einem reduzierten Datenkalender geprägt sein aufgrund des Feiertags Mariä Himmelfahrt in weiten Teilen Europas, jedoch wichtige Impulse aus Asien und den USA bringen. Aus China werden entscheidende Konjunktursignale erwartet: Die Einzelhandelsumsätze sollen im Jahresvergleich von zuvor 4.8 auf 4.6 Prozent zurückgehen – ein leichter Rückgang, der jedoch weiterhin auf eine resiliente Verbrauchernachfrage hindeuten würde. (Chinas Einzelhandelsumsätze sind ein Schlüsselindikator für die Binnennachfrage der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.)

Parallel dazu wird sich die Industrieproduktion deutlich von 6.8 auf erwartete 5.8 Prozent im Jahresvergleich verlangsamen – ein Zeichen für nachlassende Produktionsdynamik, das globale Lieferketten beeinflussen könnte. Die urbanen Investitionen sollen mit 2.8 Prozent stabil bleiben, während die Geldmenge M2 von 8.3 auf 8.2 Prozent zurückgehen sollte (laut Expertenerwartung). Neue Kredite sollten voraussichtlich 300 Milliarden Yuan erreichen, verglichen mit zuvor 2.240 Milliarden Yuan – ein deutlicher Rückgang, der auf eine restriktivere Kreditvergabe hindeuten würde.

Japan dürfte gemischte BIP-Daten melden: Das annualisierte Bruttoinlandsprodukt soll von -0.2 auf 0.4 Prozent steigen, während das Quartalswachstum von 0.0 auf 0.1 Prozent zulegen soll. (Diese Erholung würde auf eine vorsichtige Stabilisierung der japanischen Wirtschaft hindeuten.) Der BIP-Deflator sollte sich von 3.3 auf 3.1 Prozent (erwartet) verlangsamen – ein Zeichen für nachlassenden Preisdruck. Die Industrieproduktion soll im Monatsvergleich um 1.7 Prozent und im Jahresvergleich um 4.0 Prozent steigen.

Aus den USA werde nschließlich wichtige Verbraucherdaten erwartet: Die Einzelhandelsumsätze sollen im Monatsvergleich von zuvor 0.6 auf 0.5 Prozent steigen, während die Kernrate (ohne Autos) von 0.5 auf 0.3 Prozent zurückgehen sollte. (US-Einzelhandelsumsätze machen etwa 70 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung aus und gelten als Schlüsselindikator für die Konsumkraft.) Die Industrieproduktion stagniert aktuell bei 0.3 Prozent im Monatsvergleich, während ein Rückgang auf 0.0 Prozent erwartet wird. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan soll bei 62.0 Punkten liegen und damit leicht über dem Vormonatswert von 61.7 Punkten. (Werte unter 70 gelten als Zeichen für gedämpfte Verbraucherstimmung.) Die Inflationserwartungen der Verbraucher werden voraussichtlich bei 4.5 Prozent verharren – deutlich über dem Fed-Ziel von 2.0 Prozent. 

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

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Arcan Askin

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