In der Woche ab dem 4. August 2025 richten sich die Blicke auf eine Vielzahl wirtschaftlicher Frühindikatoren aus Europa, China und Nordamerika. Ob Einkaufsmanagerindizes, Handelsdaten oder Inflationskennzahlen – die veröffentlichten Zahlen könnten neue Impulse für die Zinserwartungen und die konjunkturelle Einschätzung der Märkte liefern. Auch mögliche Deflationssorgen in China und ein schwächerer Arbeitsmarkt in Kanada stehen im Fokus. Anleger sollten genau hinsehen.
Montag: Was macht der US-Arbeitsmarkt?
Den Auftakt machte um 10:30 Uhr der Sentix-Investorenvertrauensindex für die Eurozone. Der letzte Wert lag bei 4.5 und signalisierte ein insgesamt positives Anlegerklima, der aktuelle Wert fiel jedoch auf –3.7 zurück. (Der Sentix-Index misst die Stimmung institutioneller und privater Investoren.) Um 16:00 Uhr folgten die US-Auftragseingänge der Industrie auf Monatsbasis. Nach einem Anstieg um 8.20 Prozent im Vormonat wurde nun ein Rückgang um -5.2 Prozent erwartet, tatsächlich meldeten die Behörden ein etwas dezenteres Minus von 4.9 Prozent – ein mögliches Zeichen für abnehmende industrielle Dynamik. (Die Auftragseingänge geben Hinweise auf die künftige Produktionsentwicklung in der Industrie.)
Dienstag: Caixin, PPI, HCOB
Der Dienstag startet um 03:45 Uhr deutscher Zeit mit dem Caixin PMI Dienstleistungsindex in China. Der letzte Wert lag bei 50.60 – knapp über der Wachstumsschwelle von 50. (Ein Wert über 50 signalisiert Expansion, unter 50 Kontraktion.) In Deutschland folgen um 09:55 Uhr der HCOB Dienstleistungsindex und der HCOB Gesamtindex, beide sollen stabil bei 50.10 bzw. 50.30 bleiben. Um 10:00 Uhr wird der HCOB Composite Index für die Eurozone veröffentlicht, ebenfalls mit 51.00 stabil prognostiziert. (Die HCOB-Indizes spiegeln die wirtschaftliche Aktivität im Dienstleistungs- und Industriesektor wider.)
Um 11:00 Uhr stehen die Erzeugerpreise (PPI) der Eurozone an. Im Jahresvergleich lag der letzte Wert bei 0.30 Prozent. Im Monatsvergleich wird nach einem Rückgang von -0.60 Prozent nun ein Anstieg um 0.90 Prozent erwartet. (Der PPI misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene und ist ein Frühindikator für die Inflation.) Um 16:00 Uhr folgt der ISM Dienstleistungsindex aus den USA mit einem prognostizierten Anstieg von 50.80 auf 51.50. (Der ISM zeigt die Geschäftslage im US-Dienstleistungssektor, der rund 80 Prozent der Wirtschaft ausmacht.)
Mittwoch: Einzelhandel in der Eurozone
Um 11:00 Uhr werden die Einzelhandelsumsätze der Eurozone veröffentlicht. Im Jahresvergleich betrugen diese zuletzt 1.8 Prozent. Nach einem Rückgang um 0.7 Prozent auf Monatsbasis wird nun eine Erholung um 0.40 Prozent erwartet. Der Einzelhandel gilt als wichtiger Indikator für die Konsumlaune der Verbraucher.
Donnerstag: Chinas Außenhandel im Fokus
Bereits um 05:00 Uhr werden mehrere chinesische Handelsdaten veröffentlicht. Die Importe stiegen zuletzt um 1.1 Prozent, die Exporte um 5.8 Prozent in US-Dollar bzw. 7.2 Prozent in CNY. Die Handelsbilanz lag bei 114.77 Milliarden US-Dollar (aktuelle Prognose: 103.50 Milliarden), in CNY bei 585.96 Milliarden. Diese Zahlen geben Aufschluss über Chinas Rolle im internationalen Handel und die globale Nachfrage.
Um 08:00 Uhr folgen deutsche Daten zur Industrieproduktion, die im Vormonat noch um 1.20 Prozent stieg – nun wird ein Rückgang um 0.6 Prozent erwartet. Die Industrieproduktion ist ein zentraler Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die ebenfalls am Donnerstag zu meldende Handelsbilanz Deutschlands zeigte zuletzt einen Überschuss von 18.40 Milliarden Euro, die Prognose liegt bei 18.30 Milliarden. (Ein Exportüberschuss deutet auf eine starke Auslandsnachfrage hin.)
Freitag: Kanadas Arbeitsmarkt schwächelt
Um 14:30 Uhr stehen am Freitag die kanadischen Arbeitsmarktdaten an. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 6.9 Prozent, ein Anstieg auf runde sieben Prozent wird erwartet. Die Nettoveränderung der Beschäftigung fiel zuletzt mit rund 83 000 neuen Stellen stark aus – die Prognose liegt nun bei nur noch gut 15 000.(Diese Zahlen zeigen die aktuelle Entwicklung am kanadischen Arbeitsmarkt und beeinflussen Zinserwartungen.
Samstag: Deflation in China?
Am Samstag um 03:30 Uhr folgt der chinesische Verbraucherpreisindex (VPI). Nach einem letzten Jahreswert von 0.1 Prozent wird nun ein Rückgang auf -0.1 Prozent erwartet – ein mögliches Warnsignal für Deflationsrisiken. Der VPI misst die Preisveränderungen auf Verbraucherebene und ist entscheidend für die Inflationserwartungen.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche (Handels-) Woche!




