HKCM-Wochenvorschau: US-Inflation und Euro-Wachstum im Fokus
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HKCM-Wochenvorschau: US-Inflation und Euro-Wachstum im Fokus

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Arcan Askin

Diese Woche steht ganz im Zeichen wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA, der Eurozone, Deutschland und Japan. Besonders im Fokus: neue Inflationszahlen, BIP-Daten und das Verbrauchervertrauen. Diese Kennzahlen geben Hinweise, wie sich die Weltwirtschaft entwickelt – und ob die Notenbanken schon bald ihre Leitzinsen anpassen könnten.

 

USA: Inflation und Konsum auf dem Prüfstand

Heute hat das US Bureau of Labor Statistics die neuesten Inflationsdaten der USA veröffentlicht. Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 2.3 Prozent und lag damit unter der Prognose von 2.4 Prozent. Die Kerninflation – ohne die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise – entsprach mit 2.8 Prozent exakt den Erwartungen. Auf Monatssicht war der Gesamtwert leicht rückläufig (-0.1 Prozent), während der Kern-VPI moderat um 0.3 Prozent zulegte. Die US-Inflation ist damit im April weniger stark gestiegen als erwartet. Für Risiko-Assets wie Bitcoin und Altcoins ist das ein positives Signal, da die Fed nun etwas mehr Spielraum für eine lockerere Geldpolitik hat.

Am Donnerstag folgen die Einzelhandelsumsätze – ein wichtiger Frühindikator für die Konsumlaune der Amerikaner. Der Gesamtwert wird voraussichtlich bei 0.0 Prozent stagnieren, während der Retail Control-Wert, um 0.4 Prozent steigen dürfte. Der Retail Control-Wert – auch bekannt als Retail Sales Control Group – ist ein spezieller Teil der US-Einzelhandelsumsätze, der direkt in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einfließt. Er liefert ein besonders präzises Bild darüber, wie stark der private Konsum zum Wirtschaftswachstum beiträgt.

Ebenfalls am Donnerstag erscheinen die Erzeugerpreise (PPI), die die Preisentwicklung auf Herstellerebene messen. Erwartet wird ein Jahresanstieg von 2.5 Prozent beim Gesamtwert und 3.1 Prozent beim Kernwert. Auf Monatsebene deuten Rückgänge (-0.4 Prozent bzw. -0.1 Prozent) jedoch auf eine leichte Entspannung bei den Produktionskosten hin – ein potenziell gutes Signal für die Inflation. Der Erzeugerpreis misst, wie viel Hersteller für ihre Produktionsmittel im Einkauf bezahlen müssen. Preissteigerungen bei den Produktionsmitteln werden für gewöhnlich an den Endkonsumenten weitergegeben – deshalb gilt der PPI als Frühindikator für die allgemein Inflation.

Ein besonderes Augenmerk gilt am Donnerstag der Rede von Fed-Chef Jerome Powell. Jeder Hinweis zur künftigen Zinspolitik könnte die Einstellung der Anleger maßgeblich beeinflussen – vor allem an den Anleihe- und Aktienmärkten. Am Freitag folgt das Konsumklima der Universität Michigan. Mit einem erwarteten Wert von 53.1 bleibt die Stimmung der Verbraucher verhalten, aber stabil – was auf eine vorsichtige, aber nicht krisengeprägte Lage im privaten Konsum hinweist. Ein gesunder Binnenkonsum ist wichtig, um eine positive Entwicklung der Konjunktur zu gewährleisten.

Deutschland und Eurozone: Inflation und BIP

Am Mittwoch, dem 14. Mai, wird in Deutschland der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) veröffentlicht. Erwartet wird eine Jahresrate von 2.2 Prozent. Der HVPI wird nach EU-Standards berechnet und ist daher direkt mit den Inflationswerten anderer Mitgliedsstaaten vergleichbar. Ein stabiler Wert auf diesem Niveau signalisiert Preisstabilität – ein Aspekt, der der Europäischen Zentralbank bei der Entscheidung über mögliche Zinssenkungen in den kommenden Monaten zusätzlichen Spielraum verschaffen könnte.

Am Donnerstag richtet sich der Blick auf das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone. Für das erste Quartal 2025 wird ein gesamtwirtschaftliches Wachstum von 0.4 Prozent zum Vorquartal und 1.2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Diese Zahlen deuten auf eine moderate, aber anhaltende wirtschaftliche Erholung hin. Für die EZB könnten sie ein Signal sein, ihre abwartende Haltung beizubehalten – Zinssenkungen könnten zwar näher rücken, müssten aber gut abgestimmt erfolgen, um das Wachstum nicht zu gefährden.

Japan: Überraschendes BIP-Wachstum

Am Freitagmorgen, dem 16. Mai, wird in Japan das Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht. Nach einem leichten Rückgang im Vorquartal (-0.1 Prozent) rechnen Analysten nun mit einem Anstieg um 0.6 Prozent. Sollte sich dieser Wert bestätigen, wäre das ein wichtiges Zeichen für eine wirtschaftliche Stabilisierung in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Auch geldpolitisch hätte das Folgen: Die Bank of Japan könnte ihre extrem lockere Geldpolitik etwas vorsichtiger zurückfahren.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche!

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Arcan Askin

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