HKCM-Wochenvorschau: Darauf müssen Investoren achten!
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HKCM-Wochenvorschau: Darauf müssen Investoren achten!

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Nikolai Heger

Das Wichtigste in Kürze: 

  • PCE, PMI und ifo-Index bewegen die Woche.
  • Iran und Öl bleiben Marktrisiken.
  • Micron testet die KI-Rally.

Nach einer starken Vorwoche beginnt KW 26 mit einer heiklen Mischung aus geopolitischer Hoffnung und geldpolitischem Gegenwind. Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen drücken den Ölpreis, während die US-Notenbank nach ihrem jüngsten Zinsentscheid hawkisher wirkt. Für Anleger steht damit eine Frage über allem: Reicht die Entspannung am Energiemarkt, um neue Inflationssorgen zu dämpfen?


Die Börsenwoche KW26Die Börsenwoche KW26


Montag, 22. Juni: Iran-Gespräche und Fed-Reden

Zum Wochenauftakt bleibt der Kalender relativ schlank, doch die Märkte bekommen politische Impulse. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von „ermutigenden Fortschritten“ in den ersten US-Iran-Gesprächen in der Schweiz. Gleichzeitig bleibt die Lage rund um den Libanon und die Straße von Hormus fragil. Öl fiel zeitweise deutlich, nachdem Washington und Teheran eine Roadmap für die nächsten 60 Tage vereinbart hatten.

Für Europa stehen Reden von EZB-Präsidentin Lagarde und Bundesbank-Präsident Nagel an. In den USA spricht Fed-Vize Waller über die internationale Rolle des US-Dollar. Diese Auftritte dürften wichtig sein, weil zweijährige US-Renditen zuletzt auf 4.2 Prozent gestiegen sind und der Markt wieder mit einem Zinsschritt im September rechnet.

Dienstag, 23. Juni: Einkaufsmanagerindizes im Fokus

Am Dienstag wird die Konjunktur vermessen. In Frankreich, Deutschland, der Eurozone, Großbritannien und den USA erscheinen die ersten Juni-PMIs für Industrie und Dienstleistungen. Gerade für den DAX sind die europäischen Einkaufsmanagerindizes entscheidend. Bleibt die Industrie schwach, könnte die Erholung zyklischer Aktien schnell ins Stocken geraten. Verbessern sich die Dienstleister weiter, wäre das ein Signal, dass der Konsum trotz höherer Energiepreise nicht bricht.

Mittwoch, 24. Juni: ifo, Öl-Lagerdaten und Micron

Zur Wochenmitte rückt Deutschland in den Fokus. Um 10:00 Uhr erscheint der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni. Später folgen US-Neubauverkäufe, die EIA-Rohöllagerbestände und nach US-Börsenschluss die Quartalszahlen von Micron Technology. Reuters nennt Micron den nächsten Test für die KI-Rally, nachdem die Aktie seit Jahresbeginn mehrere 100 Prozent gestiegen ist.


Was bewegt in dieser Woche die Märkte?Was bewegt in dieser Woche die Märkte?


Speicherchips sind ein wichtiger Engpass der KI-Infrastruktur. Starke Zahlen könnten Nasdaq und Halbleiterwerte weiter tragen, schwache Aussagen zum Ausblick dagegen Gewinnmitnahmen auslösen.

Donnerstag, 25. Juni: PCE-Daten als Stresstest für die Fed

Der wichtigste Tag der Woche für die US-Geldpolitik ist der Donnerstag. Aus den USA kommen unter anderem die dritte BIP-Schätzung für das erste Quartal, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Daten über persönliche Einkommen und Ausgaben der Bürger. Im Zentrum steht aber der Inflationsindex PCE für Mai, dessen nächste Veröffentlichung das Bureau of Economic Analysis für den 25. Juni ansetzt.

Im Gegensatz zum bekannteren Verbraucherpreisindex (CPI) berücksichtigt der PCE, wie sich das Konsumverhalten der Menschen ändert, wenn bestimmte Preise steigen (z. B. durch Ausweichen auf günstigere Alternativen). Der CPI passt die Gewichtung der Güter im Inflations-Warenkorb jeden Monat automatisch an. Wenn Rindfleisch zu teuer wird und Menschen stattdessen Hühnchen kaufen, spiegelt der PCE diese günstigere Alternative sofort wider – anders als der starre CPI.

Im April lag die PCE-Inflation bei 3.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wells Fargo erwartet 4.1 Prozent für Mai und 3.4 Prozent beim Kern-PCE. Ein heißer Wert würde die These stützen, dass die Fed länger restriktiv bleiben muss. Der PCE-Preisindex ist der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Fed, um geldpolitische Entscheidungen und Zinsänderungen zu steuern.

Freitag, 26. Juni: Tokio-Inflation und US-Verbraucherstimmung

Zum Wochenschluss kommen früh die Verbraucherpreise aus dem Großraum Tokio. Für Devisen- und Anleihemärkte ist das relevant, weil Japan nach der jüngsten BoJ-Zinsanhebung wieder stärker in den globalen Zinsvergleich rückt. Am Nachmittag folgt die zweite Umfrage der University of Michigan zur US-Verbraucherstimmung.

Damit endet eine Woche, in der nicht ein einzelner Termin dominiert, sondern das Zusammenspiel aus Ölpreis, Inflationsdaten und KI-Euphorie. Fällt PCE höher aus und enttäuscht Micron, könnte die Rally anfällig werden. Bleiben Energiepreise entspannt und liefert die Tech-Seite, hätte die Börse neue Argumente für den nächsten Aufwärtsimpuls.

Wir wünschen eine erfolgreiche Handelswoche!

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Nikolai Heger

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