Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Geldpolitik. Mit der US-Notenbank (Fed), der Europäischen Zentralbank (EZB), der Bank of Japan (BoJ) und der Bank of Canada (BoC) tagen gleich vier der wichtigsten Zentralbanken der Welt. Ihre Entscheidungen und Projektionen werden die Märkte für die kommenden Monate prägen. Flankiert werden die Termine von wichtigen Konjunkturdaten aus China.
Montag, 16. März: Konjunkturdaten aus China und Kanada
Der Wochenauftakt beginnt mit wichtigen Indikatoren aus China. Die Einzelhandelsumsätze, die den Konsum der privaten Haushalte messen, übertrafen mit einem Zuwachs von 2.80 Prozent im Jahresvergleich die Prognose von 2.50 Prozent deutlich (Vorwert: 0.90 Prozent). Ein starker Wert deutet auf eine robuste Binnennachfrage hin. Auch die Industrieproduktion, die den Output von Fabriken und Minen misst, fiel mit 6.30 Prozent Wachstum (Prognose: 5.10 Prozent, Vorwert: 5.20 Prozent) überraschend stark aus und signalisiert eine widerstandsfähige Wirtschaft.
Aus Kanada werden am Nachmittag neue Inflationsdaten erwartet. Der Verbraucherpreisindex (VPI), der die durchschnittliche Preisentwicklung eines Warenkorbs misst, lag zuletzt bei 2.30 Prozent. Der Kern-VPI, der die volatilen Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert und als besserer Indikator für den fundamentalen Inflationstrend gilt, wies einen Wert von 2.60 Prozent auf.
Mittwoch, 18. März: Zinsentscheide von Fed und Bank of Canada
Der Mittwoch ist der erste Höhepunkt der Woche. Zunächst wird in den USA der Erzeugerpreisindex (PPI) ohne Energie und Nahrungsmittel veröffentlicht (Vorwert: 3.60 Prozent). Dieser misst die Preisänderungen auf Herstellerebene und gilt als Frühindikator für die Verbraucherpreise.
Danach entscheidet die Bank of Canada (BoC) über ihren Leitzins (Vorwert: 2.25 Prozent, Prognose: 2.25 Prozent). Der Leitzins ist das wichtigste Instrument der Geldpolitik und bestimmt, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken Geld leihen können. Eine Änderung hat weitreichende Folgen für die gesamte Wirtschaft.
Am Abend folgt der mit Spannung erwartete Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed). Es wird erwartet, dass die Fed ihren Leitzins bei 3.75 Prozent belässt. Noch wichtiger als die Entscheidung selbst werden die begleitenden FOMC-Wirtschaftsprojektionen sein. Diese geben Aufschluss darüber, wie die Notenbanker die zukünftige Entwicklung von Wachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit einschätzen. Die Zinsprojektionen (Dot Plots) zeigen, wo die einzelnen Mitglieder den Leitzins in den kommenden Jahren sehen (Vorwerte: Aktuell 3.60 Prozent, 2 Jahre 3.10 Prozent, Langfristig 3.00 Prozent).
Donnerstag, 19. März: Zinsentscheide von BoJ und EZB
Am Donnerstag geht der Notenbank-Marathon weiter. In der Nacht gibt die Bank of Japan (BoJ) ihre Zinsentscheidung bekannt (Vorwert: 0.75 Prozent). Angesichts der besonderen wirtschaftlichen Lage in Japan wird hier jede noch so kleine Änderung der Kommunikation genauestens analysiert.
Am Nachmittag folgt die Europäische Zentralbank (EZB). Es wird erwartet, dass der Hauptrefinanzierungssatz bei 2.15 Prozent und der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 2.00 Prozent bleiben. Auch hier wird der Fokus auf der Pressekonferenz und dem Begleittext liegen, um Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Geldpolitik in der Eurozone zu erhalten.





