Die neue Woche startet mit geopolitischem Schwung: In China beginnt der BRICS-Gipfel – ein mögliches Signal für neue Richtungen im globalen Währungs- und Rohstoffgefüge. Auch wirtschaftlich bleibt es spannend: Frische Daten zur Industrieproduktion, dem Einzelhandel sowie der Inflation in Deutschland, China und der Eurozone liefern wichtige Impulse zur Lage der Weltwirtschaft.
Das FOMC-Protokoll der US-Notenbank könnte neue Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs geben – und die Arbeitsmarktzahlen aus Kanada runden die Woche mit einem Blick auf die nordamerikanische Konjunktur ab. Diese Wochenvorschau ordnet alle relevanten Termine strukturiert nach Ländern und erklärt nicht nur die geplanten Veröffentlichungen, sondern auch deren wirtschaftliche Bedeutung – damit Sie nicht nur wissen, was ansteht, sondern auch, warum es wichtig ist.
Montag: BRICS-Gipfel und Industrie in Deutschland
Die neue Woche startet mit geopolitischem Fokus: In China beginnt der BRICS-Gipfel, bei dem die wirtschaftliche und geopolitische Zusammenarbeit Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Gründungsmitglieder) sowie die neu hinzugekommenen Staaten Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate im Vordergrund steht. Themen wie Handelsabkommen, Währungskooperationen und Rohstoffstrategien dürften die Diskussionen bestimmen – auch mit Blick auf den Dollar und den chinesischen Yuan.
Aus Deutschland kommen am Montagmorgen aktuelle Zahlen zur Industrieproduktion. Im Mai war die Monatsveränderung saisonbereinigt bei minus 1.40 Prozent. Die Jahresveränderung, also der Vergleich mit Mai 2024, lag bei minus 1.80 Prozent. Die Industrieproduktion misst die reale Produktion im verarbeitenden Gewerbe – also Fabriken, Energie und Bau – und gibt Hinweise auf die Konjunkturdynamik im Industriesektor. Um 11:00 Uhr folgt der Einzelhandelsumsatz der Eurozone im Jahresvergleich. Beim letzten Messwert lag der jährliche Anstieg bei 2.30 Prozent. Diese Kennzahl zeigt, wie viel die Verbraucher im Einzelhandel ausgegeben haben – also ein Stimmungsbild des privaten Konsums.
Mittwoch: Inflation in China und deutsche Exporte
In den frühen Morgenstunden veröffentlicht China den Verbraucherpreisindex (VPI) für Juni. Im Mai lag die Jahresrate bei minus 0.10 Prozent – ein klares Zeichen für Deflation, also sinkende Preise. Dies bleibt ein zentrales Thema für die chinesische Zentralbank, da es auf eine schwache Binnennachfrage hindeutet. Der VPI misst, wie sich die Lebenshaltungskosten für Verbraucher verändern, also wie stark sich Preise für Güter und Dienstleistungen im Alltag entwickeln.
Um 08:00 Uhr stehen die Handelsdaten aus Deutschland an. Die Handelsbilanz lag zuletzt bei 14.60 Milliarden Euro im Plus – ein Zeichen für eine robuste Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland. Sie ist ebenso ein wichtiger Indikator für die Stärke des deutschen Außenhandels. Am Abend folgt das FOMC-Protokoll der US-Notenbank. Dieses Sitzungsprotokoll gibt Einblick in die Diskussionen der Federal Reserve über die Wirtschaftslage, Inflation und künftige Zinsschritte – oft ein marktbewegender Impulsgeber.
Freitag: Kanada macht den Abschluss
Der Freitag bringt neue Inflationsdaten aus Deutschland: Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im Juni im Jahresvergleich bei 2.00 Prozent und stieg im Monatsvergleich um 0.10 Prozent. Der HVPI ist ein Inflationsmaß, das EU-weit vergleichbar ist und insbesondere für die EZB relevant ist.
Aus Kanada folgen um 14:30 Uhr neue Arbeitsmarktzahlen. Zuletzt betrug die Arbeitslosenquote 7.00 Prozent, während die Nettoveränderung der Beschäftigung bei lediglich 8800 neuen Stellen lag. Beide Zahlen geben einen Hinweis auf die aktuelle Stärke oder Schwäche des kanadischen Arbeitsmarkts und beeinflussen Erwartungen zu Zinspolitik und Konjunkturverlauf. Diese Zahlen sind entscheidend für die Zinspolitik der Bank of Canada.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!




