Zum Monatswechsel verdichten sich die makroökonomischen Signale. In den USA stehen gleich drei Schwergewichte auf dem Programm: das Verbrauchervertrauen, der Arbeitsmarktbericht und der PCE-Preisindex – letzterer als wichtigster Inflationsindikator der Fed. Parallel dazu richtet sich der Blick auf Europa mit frischen BIP-Zahlen und den Inflationsdaten der Eurozone. In Asien geben gleich zwei Notenbanken geldpolitische Updates: Die Bank of Japan und die People’s Bank of China könnten mit ihren Zinsentscheiden neue Impulse für die Märkte setzen. Eine Woche voller richtungsweisender Daten – mit Auswirkungen auf Inflationserwartungen, Zinsfantasie und Marktentwicklung.
Dienstag, 29. Juli 2025: US-Konsumlaune und Arbeitsmarktindikator
Am Dienstag stehen in den USA gleich mehrere wichtige Frühindikatoren an. Der Immobilienpreisindex (MoM), der zuletzt um -0.4 Prozent nachgegeben hat, zeigt, wie sich die Preise am US-Häusermarkt entwickeln – ein sensibler Sektor, der stark auf Zinserwartungen reagiert. Parallel dazu wird das Verbrauchervertrauen veröffentlicht – ein Maß für die Stimmung und Ausgabebereitschaft der US-Konsumenten.
Mit besonderem Augenmerk dürften die Märkte außerdem die JOLTS-Stellenangebote verfolgen. Diese lagen zuletzt bei 7.77 Mio. und gelten als Barometer für die Arbeitskräftenachfrage. Rückläufige Zahlen könnten ein weiteres Signal für eine Abschwächung des Arbeitsmarktes sein – und damit auch die Zinserwartungen beeinflussen.
Mittwoch, 30. Juli 2025: Wachstumszahlen & US-Zinsentscheidung
Der Mittwoch beginnt mit harten Daten zur Wirtschaftsentwicklung. Deutschland legt die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal vor. Während das Wirtschaftswachstum im Jahresvergleich zuletzt bei 0.0 Prozent stagnierte, wurde im Quartalsvergleich ein leichtes Plus von 0.4 Prozent verbucht.
Auch die Eurozone veröffentlicht ihre BIP-Zahlen – zuletzt standen hier ein Anstieg um 1.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 0.6 Prozent im Quartalsvergleich zu Buche. Ergänzt wird das Bild durch Indikatoren wie das Verbrauchervertrauen, den Index des wirtschaftlichen Vertrauens und den Geschäftsklimaindex, die gemeinsam ein umfassendes Bild der Konjunkturstimmung in der Währungsunion zeichnen.
In den USA steht der ADP-Arbeitsmarktbericht auf dem Plan, der als Vorausblick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht gilt. Zuletzt zeigte er einen Rückgang von 33 000 Stellen.
Mit besonderer Spannung wird am Abend die Entscheidung der US-Notenbank (Fed) erwartet. Die Leitzinsen liegen derzeit bei 4.50 Prozent, und auch wenn die Erwartungen keine Änderung vorsehen, dürfte vor allem die geldpolitische Erklärung sowie die anschließende FOMC-Pressekonferenz darüber Aufschluss geben, wie die Fed die jüngsten Wirtschaftsdaten interpretiert – insbesondere mit Blick auf Inflation und Beschäftigung.
Donnerstag, 31. Juli 2025: Inflationsdruck & Zinsentscheide in Asien
In der Nacht beginnt der Donnerstag mit den offiziellen Einkaufsmanagerindizes (EMI) aus China für Industrie und Dienstleistungen. Diese lagen zuletzt mit 49.7 bzw. 50.5 nur knapp um die entscheidende Wachstumsschwelle von 50 Punkten – ein Hinweis auf eine schleppende konjunkturelle Erholung.
Kurz darauf folgt der Zinsentscheid der Bank of Japan (BoJ). Die Zentralbank hat ihren Leitzins zuletzt bei 0.50 Prozent belassen – ein vergleichsweise hoher Wert in der japanischen Zinsgeschichte. Besonders relevant wird die geldpolitische Erklärung sowie die Pressekonferenz sein, da hier Hinweise auf den weiteren Kurs inmitten globaler Straffungstendenzen erwartet werden.
Um 14:00 Uhr folgt in Deutschland die Veröffentlichung der vorläufigen Verbraucherpreise für Juli. Die Inflationsrate lag im Juni sowohl auf Monats- als auch auf Jahressicht bei 0.0 Prozent bzw. 2.0 Prozent. Die neuen Daten dürften Hinweise darauf geben, ob sich der disinflationäre Trend fortsetzt oder ob sich neue Preisschübe andeuten.
Abgerundet wird der Tag mit den PCE-Preisdaten (ein Maß für die Preise, die in den USA lebende Personen oder Personen für Waren und Dienstleistungen zahlen) aus den USA. Die Kernrate des PCE-Preisindex – der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator – lag zuletzt bei 0.2 Prozent im Monats- und bei 2.7 Prozent im Jahresvergleich. Überraschungen könnten hier die geldpolitischen Aussichten der Fed nochmals verschieben.
Freitag, 1. August 2025: Arbeitsmarkt & Inflation zum Monatsauftakt
Zum Start in den neuen Monat liefert China mit dem Caixin Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe neue Einblicke in die Industrieentwicklung bei kleinen und mittleren Unternehmen. Der letzte Wert lag mit 50.4 leicht im expansiven Bereich.
Die Eurozone legt die Inflationsdaten für Juli vor. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag zuletzt bei 2.0 Prozent (Jahresbasis) und 0.3 Prozent (Monatsbasis), während die Kernrate mit 2.3 Prozent leicht über dem Zielwert der EZB lag. Diese Zahlen könnten für den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB im Herbst entscheidend sein.
Den Abschluss bildet der US-Arbeitsmarktbericht, einer der wichtigsten Makrodaten der Woche. Die zuletzt veröffentlichten Non-Farm Payrolls lagen bei einem Wachstum von 147 000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0.2 Prozent im Monats- und 3.7 Prozent im Jahresvergleich. Hinzu kommt der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, der zuletzt mit 49.0 weiterhin auf Schrumpfung deutete.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche (Handels-) Woche!




