HKCM-Wochenrückblick: VW kürzt, Wero startet, Qatar Airways und Samsung glänzen
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HKCM-Wochenrückblick: VW kürzt, Wero startet, Qatar Airways und Samsung glänzen

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Patrick May

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem HKCM-Wochenrückblick an.

Montag – VW streicht Porsche-Dienstwagen für Topmanager

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kürzt dabei auch bei den Führungskräften. Seit Jahresbeginn können hochrangige Manager keinen Porsche mehr als Dienstwagen bestellen, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Zuvor hatten sie die Wahl zwischen verschiedenen Modellen des Konzerns, darunter mindestens zwei Fahrzeuge. Einige Betroffene wehren sich bereits gerichtlich gegen diese Entscheidung. Das Sparprogramm von VW zielt darauf ab, die Personalkosten zu senken. Ein weiterer umstrittener Punkt: Hunderte duale Studenten sollen künftig in der Produktion statt im Büro eingesetzt werden, was zu Unmut wegen der niedrigeren Bezahlung führt. Betroffen von der neuen Regelung sind etwa 200 Mitarbeiter. Das Effizienzprogramm von Volkswagen soll in diesem Jahr vier Milliarden Euro einsparen, 2025 dann sieben Milliarden Euro und ab 2026 zehn Milliarden Euro jährlich. Wie viel durch die Kürzung der Porsche-Dienstwagen tatsächlich gespart wird, bleibt unklar.

Dienstag – Neuer Paypal-Rivale Wero startet in Deutschland

Ein neues europäisches Bezahlsystem namens Wero geht an den Start. Ins Leben gerufen von der European Payments Initiative (EPI), wollen 14 Banken und zwei Zahlungsfirmen damit die Platzhirsche Mastercard, Visa und Paypal herausfordern. In Deutschland sind vor allem Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken von Beginn an dabei. Mit Wero können Nutzer Geld in Echtzeit an eine Mobiltelefonnummer oder E-Mail-Adresse senden – ähnlich wie bei Paypal. Der Vorteil: Man benötigt keine lange IBAN mehr, sondern lediglich die Kontaktdaten des Empfängers. Das Geld landet innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers. Ab 2025 sollen auch Online-Zahlungen und ab 2026 Zahlungen im Einzelhandel möglich sein. Zum Start ist auch die belgische Bank KBC dabei, während weitere Partner aus den Niederlanden und Frankreich bald folgen sollen. Noch nicht mit an Bord sind die Deutsche Bank, ihre Tochter Postbank sowie die ING-Bank, doch Experten erwarten deren Einstieg noch in diesem Jahr. Die Commerzbank und Neo-Banken wie N26 beteiligen sich nicht an Wero. Kunden der teilnehmenden Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen keine neue App installieren, um Wero zu nutzen. Die Funktion kann einfach in der bestehenden Banking-App aktiviert werden. Zum Empfangen von Zahlungen müssen sie lediglich eine Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse hinterlegen.

Mittwoch – Qatar Airways verzeichnet höchsten Gewinn in der Firmengeschichte

Qatar Airways, die staatliche Fluggesellschaft Katars, hat im Geschäftsjahr 2023/2024 den höchsten Gewinn ihrer Geschichte erzielt. Mit einem Gewinn von $1.7 Milliarden (rund 1.6 Milliarden Euro) verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde. Dies ist das beste finanzielle Ergebnis in der 27-jährigen Geschichte der Airline. Mehr als 40 Millionen Passagiere flogen im vergangenen Jahr mit Qatar Airways, was einem Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz stieg um 6 Prozent. Badr Mohammed Al-Meer, der Unternehmenschef, betonte, dass Qatar Airways weiterhin auf „Profitabilität, Effizienz und Kundenerlebnis“ fokussiere, während das Streckennetz und die Flotte ausgebaut werden. Qatar Airways belegt seit Jahren den ersten Platz im Ranking des Fluggastrechteportals Airhelp für Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit. Als großer Akteur im Fußballbusiness ist Qatar Airways Sponsor der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und seit Ende Juni auch offizieller Airline-Partner aller UEFA-Wettbewerbe für Herrennationalmannschaften.

Donnerstag – Russische Zentralbank fördert Einsatz von Kryptowährungen

Angesichts der westlichen Sanktionen sucht Russland nach alternativen Zahlungsmethoden für den internationalen Handel. Die russische Zentralbank, unter der Leitung von Elwira Nabiullina, ermutigt Unternehmen, Kryptowährungen für Geschäfte mit ausländischen Partnern zu nutzen. Nabiullina erklärte am Mittwoch auf einer Konferenz in Sankt Petersburg, dass die Nutzung digitaler Vermögenswerte nun bei internationalen Zahlungen erlaubt sei, um die durch die Sanktionen verursachten Herausforderungen zu bewältigen. Der Handel mit Ländern wie China, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei, die keine Sanktionen gegen Russland verhängt haben, hat zuletzt stark gelitten. Nabiullina betonte, dass neue Finanztechnologien wie Kryptowährungen neue Möglichkeiten böten. Zusätzlich laufen Gespräche über ein BRICS-Zahlungssystem, das die Finanzsysteme der Mitgliedsländer verbinden soll. Allerdings gestalten sich diese Verhandlungen schwierig und zeitaufwendig.

Freitag – Samsung verzeichnet massiven Gewinnanstieg dank KI-Nachfrage

Samsung kann erneut einen deutlichen Gewinnsprung vermelden. Der Elektronikkonzern profitiert stark von der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und erwartet einen Gewinn von knapp sieben Milliarden Euro. In seinem Quartalsausblick für April bis Juni geht Samsung davon aus, dass sich der operative Gewinn im Jahresvergleich um mehr als das Fünfzehnfache gesteigert hat. Der erwartete Gewinn aus den Kerngeschäften beläuft sich auf 10.4 Billionen Won (ca. 7 Milliarden Euro), verglichen mit 670 Milliarden Won im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch der Umsatz soll um 23 Prozent auf 74 Billionen Won (49.6 Milliarden Euro) steigen. Diese Zahlen übertreffen die Markterwartungen deutlich. Samsung profitiert besonders von der steigenden Nachfrage nach Halbleitern, die für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Plattformen notwendig sind. Der Bedarf an Hochgeschwindigkeitschips (HBM) ist erheblich gewachsen. Im ersten Quartal 2024 konnte Samsung zudem den Spitzenplatz im Smartphone-Markt von Apple zurückerobern.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Patrick May

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