Montag: Trumps Milliarden-Deal in Nahost
Donald Trump hat bei seiner aktuellen Nahost-Reise milliardenschwere Technologie-Deals mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingefädelt. US-Konzerne wie Nvidia, AMD, Amazon und Qualcomm profitieren massiv: Nvidia liefert in den nächsten fünf Jahren mehrere hunderttausend High-End-KI-Chips an das saudische Unternehmen Humain. AMD beteiligt sich mit Chips und Software an einem zehn Milliarden Dollar schweren Projekt für Rechenzentren zwischen Saudi-Arabien und den USA. Amazon investiert gemeinsam mit Humain über fünf Milliarden Dollar in eine neue KI-Zone, während Super Micro Computer einen 20-Milliarden-Dollar-Serverdeal mit dem saudischen Unternehmen DataVolt abgeschlossen hat.
Im Zentrum vieler Deals steht Humain, ein neu gegründetes, staatlich finanziertes KI-Unternehmen unter der Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman. Es wird vom saudischen Staatsfonds (PIF) getragen und soll das Königreich zu einem globalen KI-Hub machen. Kritiker in Washington warnen vor Sicherheitsrisiken. Besonders im Fokus steht das Unternehmen G42 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, das in mehreren Projekten von Nvidia und Co. als Partner auftaucht. Mitglieder des US-Kongresses weisen auf mutmaßliche Verbindungen von G42 zum chinesischen Techkonzern Huawei hin. Der Vorwurf: China könnte über solche Drittparteien indirekt Zugriff auf amerikanische Hochleistungstechnologie erhalten.
Dienstag: Europas Konjunktur enttäuscht
Die Wirtschaft der Eurozone ist im ersten Quartal 2025 schwächer gewachsen als zunächst erwartet. Laut der Statistikbehörde Eurostat legte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0.3 Prozent zu, nachdem zunächst 0.4 Prozent prognostiziert worden waren. Besonders stark war das Wachstum in Irland (+3.2 Prozent), während Deutschland und Frankreich lediglich minimale Zuwächse verzeichneten. Die Industrieproduktion im März stieg mit 2.6 Prozent zwar stärker als gedacht, doch die Dynamik reicht offenbar nicht aus, um den Aufschwung nachhaltig zu stützen.
Hintergrund ist eine insgesamt fragile Konjunkturlage in Europa. Während Länder wie Spanien solide wachsen, belasten strukturelle Probleme die großen Volkswirtschaften. In Deutschland etwa bleibt die inländische Nachfrage schwach und viele Unternehmen zögern mit Investitionen. Zwar überrascht der Anstieg der Industrieproduktion positiv, doch Analysten warnen vor überzogenen Erwartungen: Der Aufschwung bleibt regional sehr unterschiedlich und anfällig für Rückschläge.
Mittwoch: Walmarts E-Commerce wächst
Walmart hat im ersten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen, aber beim Umsatz leicht enttäuscht. Der US-Handelsriese erzielte ein Ergebnis von 0.61 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von rund 165 Milliarden Dollar. Besonders bemerkenswert: Der E-Commerce-Bereich war erstmals profitabel, sowohl in den USA als auch international. Trotzdem warnt Finanzchef John David Rainey: Durch neue Importzölle könnten Kundinnen und Kunden schon ab Ende Mai mit Preissteigerungen rechnen.
Walmart ist ein wichtiger Indikator für den Zustand des US-Konsums. Trotz leicht rückläufiger Gewinne blieb das Kaufverhalten stabil. Online-Verkäufe legten um über 20 Prozent zu, auch der Einzelhandel vor Ort blieb solide. Walmarts E-Commerce-Geschäft kombiniert den Online-Verkauf über die eigene Website und App mit einem dichten Filialnetz für schnelle Lieferung und Abholung. Das Unternehmen bietet ein breites Sortiment an Produkten, darunter Lebensmittel, Elektronik und Haushaltswaren. Durch Investitionen in Technologie und Logistik stärkt Walmart seine Position im Online-Handel gegenüber Konkurrenten wie Amazon.
Donnerstag: Cisco trotzt Umsatzminus
Der kalifornische Computer-Konzern Cisco hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 die Gewinnerwartungen übertroffen, trotz eines Umsatzrückgangs um sechs Prozent auf 13.8 Milliarden US-Dollar. Der IT-Konzern verzeichnet damit das vierte Quartal in Folge mit sinkenden Einnahmen, hob jedoch seine Jahresprognose leicht an. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0.91 US-Dollar. Besonders positiv: Die Sicherheits-Sparte legte stark zu und KI-Aufträge im Wert von über 300 Millionen US-Dollar belebten das Infrastrukturgeschäft.
Hintergrund des Umsatzrückgangs sind rückläufige Hardware-Bestellungen, unter anderem durch verschobene US-Regierungsaufträge infolge der Haushaltsbremse. Gleichzeitig rüstet sich Cisco mit neuen Partnerschaften und Nvidia-Technologie für das KI-Zeitalter: Unternehmen investieren vermehrt in Datenzentren für generative künstliche Intelligenz. Auch Übernahmen wie die von DeepFactor und Robust Intelligence zeigen, dass Cisco sich als zentraler Anbieter im KI-Ökosystem positionieren will. DeepFactor bietet Sicherheit für Cloud-native Anwendungen, während Robust Intelligence KI-Modelle vor Sicherheits- und Integritätsrisiken schützt.
Freitag: Rekordgewinn ohne Jubel
Der Münchner Versicherungsriese Allianz hat im ersten Quartal 2025 einen operativen Rekordgewinn von 4.2 Milliarden Euro erzielt, ein Plus von über sechs Prozent. Auch das Geschäftsvolumen, also der gesamte Wert aller abgeschlossenen Verträge und Einnahmen wie Versicherungsbeiträge und Vermögensverwaltungserlöse, stieg um 11.7 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Trotzdem zeigten sich Anleger enttäuscht: Der Nettogewinn stagnierte bei 2.6 Milliarden Euro und lag leicht unter den Erwartungen, die Aktie geriet kurz nach Bekanntgabe der Bilanzen unter Druck.
Grund für die schwächere Gewinnentwicklung war eine einmalige Steuerrückstellung im Zusammenhang mit dem Verkauf von Allianz-Beteiligungen in Indien. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Gewinn um fünf Prozent gestiegen. Der Verkaufserlös von 2.6 Milliarden Euro soll vor Ort reinvestiert werden. Während Analysten die Zahlen langfristig als stabil bewerten, nutzten kurzfristige Investoren die Gelegenheit offenbar für Gewinnmitnahmen, was den Kurs drückte.
Das war's schon mit dem Wochenrückblick. Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!






