HKCM-Wochenrückblick: Strafe für Uber, Birkenstock enttäuscht, Salesforce überzeugt
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HKCM-Wochenrückblick: Strafe für Uber, Birkenstock enttäuscht, Salesforce überzeugt

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Florian Winter

Es ist Freitag und wir lassen eine spannende Handelswoche hinter uns. Was in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– EU-Datenschutz: Uber wird erneut zur Kasse gebeten 

Ein niederländisches Gericht hat den Fahrdienstleister Uber zu einer Strafe von $324 Millionen verurteilt, weil das Unternehmen offenbar sensible Daten europäischer Fahrer nicht geschützt hat. Die Inhalte, die auf Servern in den Vereinigten Staaten gespeichert wurden, umfassten unter anderem Nachweise zu Identität, Zahlungsinformationen sowie in einigen Fällen medizinische und strafrechtliche Daten. Die Datenschutzbehörde im niederländischen Den Haag stuft dies als schwerwiegenden Verstoß gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung ein, die strikte Sicherheitsvorkehrungen für den Umgang mit persönlichen Daten vorschreibt. Die Verstöße sollen sich zwischen August 2021 und November 2023 ereignet haben, während das Datenschutzabkommen zwischen der EU und den USA ausgesetzt war. Uber kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen, und bezeichnete die Strafe als ungerechtfertigt. Man sei „zuversichtlich, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen“ werde, so eine Unternehmenssprecherin. Es ist nicht das erste Mal, dass die niederländische Datenschutzbehörde Uber ins Visier nimmt: Bereits im Januar wurde eine Strafe von $11 Millionen wegen ähnlicher Verstöße verhängt. Übrigens: Die Uber-Aktie konnte nach dem Absacker am 5. August, der sie exakt an die Unterkante unserer Long-Zielzone führte, in der Spitze schon wieder über 40-prozentige Anstiege realisieren.

Dienstag – JD.com: Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe

Das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com vermeldete am Dienstag ein $5 Milliarden schweres Aktienrückkaufprogramm. Dieses startet im September und soll über die nächsten drei Jahre laufen. Hierbei handelt es sich um das zweite Rückkaufprogramm des Unternehmens in diesem Jahr; bereits im März kündigte das JD.com-Management an, Aktien im Wert von $3 Milliarden zurückzukaufen. Mit den Rückkäufen möchte man wohl das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen, schwächelte der chinesische Einzelhandelsmarkt doch zuletzt aufgrund eines makroökonomischen Abschwungs, einer anhaltenden Immobilienkrise sowie Unsicherheiten am Arbeitsmarkt merklich. Ebenfalls negativ ins Gewicht fiel in der vergangenen Woche die Meldung, dass der nordamerikanische Einzelhandelsgigant Walmart seine gesamten JD-Anteile im Wert von $3.7 Milliarden verkauft hat. Übrigens: Auch der Konkurrent und chinesische Branchenführer Alibaba, dessen Aktie wir ebenso wie die von JD.com in unserem China-Titans-Paket für unsere Kunden analysieren, kündigte im Februar ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an – und zwar in Höhe von $25 Milliarden.

Mittwoch – Für $3.5 Milliarden: General Motors und Samsung bauen Batteriewerk

Der nordamerikanische Autobauer General Motors (GM) und der südkoreanische Tech-Konzern Samsung haben eine Partnerschaft zum Bau eines neuen Batteriewerks geschlossen. Die $3.5 Milliarden teure Produktionsanlage soll im Bundesstaat Indiana entstehen – und zwar bis spätestens 2027. Starten wird das Werk mit einer Jahreskapazität von 27 Gigawattstunden (GWh), welche im weiteren Verlauf auf bis zu 36 GWh erweitert werden soll. GM-Chefin Mary Barra strebt mit der Zusammenarbeit eine wesentliche Stärkung der Batterieversorgung für den Autobauer an, der zuletzt äußerst ehrgeizige Elektrofahrzeugpläne verfolgt. So möchte man dem nordamerikanischen Konkurrenten Tesla sowie den Konzernen aus China und Europa zukünftig Paroli bieten. Für Samsung bietet die Kooperation die Möglichkeit, seine Präsenz auf dem lukrativen nordamerikanischen Markt auszubauen und somit seine Position als einer der global führenden Anbieter von Batterietechnologien weiter zu festigen.

Donnerstag – Birkenstock wird Erwartungen nicht gerecht

Der deutsche Sandalenhersteller Birkenstock, der mehrheitlich im Besitz des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH ist, legte im Oktober letzten Jahres einen – gelinde gesagt – recht holprigen Start an der New Yorker Börse NYSE hin, konnte sich aber in der Folge sichtlich erholen und einen Kursgewinn in Höhe von rund 32 Prozent verzeichnen. Nun präsentierte das im Jahr 1774 im hessischen Langen-Bergheim gegründete Unternehmen seine jüngsten Quartalszahlen – und löste hierbei abermals einen prozentual betrachtet zweistelligen Kursrutsch aus. So hat Birkenstock im dritten Quartal die Gewinnerwartungen verfehlt, was wohl primär auf die hohen Kosten der globalen Expansionspläne sowie verstärkte Investitionen in die Produktion zurückzuführen ist. Die Analysten prognostizierten einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0.52€, letztlich verdiente Birkenstock aber lediglich 0.49€ je Anteilsschein. Beim Umsatz verzeichnete das Unternehmen mit 564.8€ Millionen zwar den höchsten Wert der Firmengeschichte – auch hier wurden die Erwartungen der Analysten (565.2€ Millionen) jedoch knapp verfehlt. Insgesamt konnte Birkenstock in Europa und den USA in den betrachteten drei Monaten Marktanteile gewinnen, zeigte allerdings eine Verlangsamung des Umsatzwachstums im Vergleich zum Vorquartal. Das Unternehmen hält dennoch an seinen Jahresprognosen fest.

Freitag – Salesforce überzeugt 

Der Software-Konzern Salesforce hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2025 die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen. Der Gewinn pro Aktie stieg auf $2.56, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei $1.30 gelegen hatte. Die Analysten waren lediglich von $2.35 ausgegangen. Insgesamt konnte der Konzerngewinn des vom polarisierenden CEO Marc Benioff geführten Unternehmens um 13 Prozent auf $1.4 Milliarden nach oben geschraubt werden. In Sachen Umsatz legte Salesforce um rund acht Prozent auf $9.33 Milliarden zu, was zwar das schwächste Wachstum in der rund 20-jährigen Börsengeschichte des Unternehmens darstellt, jedoch trotzdem $100 Millionen über der Prognose der Analysten liegt. Für Zuversicht sorgte bei den Anlegern zudem, dass Salesforce seine Erwartungen an das gesamte Geschäftsjahr nach oben korrigierte: So rechnet der Konzern nun mit einem Gewinn pro Aktie von $10.03 bis $10.11, während die Analysten bislang lediglich mit $9.91 kalkulierten. Die bereinigte operative Marge soll auf 32.8 Prozent steigen, bei den Erlösen prognostiziert das Management eine Summe zwischen $37.7 und $38 Milliarden. Besonders optimistisch sind die Experten aufgrund der verstärkten Investitionen in Künstliche Intelligenz. „Wir sehen Salesforce weiterhin als einen unterschätzten Gewinner im Bereich KI“, sagt beispielsweise Goldman Sachs-Analyst Kash Rangan.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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