HKCM-Wochenrückblick: Perplexity und OpenAi mit eigenem Browser, Gemini Video-Funktion, BMW-Aktie nach oben und Lidl mit KI-Offensive
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HKCM-Wochenrückblick: Perplexity und OpenAi mit eigenem Browser, Gemini Video-Funktion, BMW-Aktie nach oben und Lidl mit KI-Offensive

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Carlo Schmid

Montag: Perplexity startet eigenen Browser als Angriff auf Google

Das von Nvidia unterstützte Start-up Perplexity hat am Mittwoch einen neuen KI-gestützten Internetbrowser vorgestellt und geht damit direkt auf Konfrontation mit Google Chrome. Der neue KI-Browser soll Suchanfragen nicht nur beantworten, sondern gleich als kontextbasierter Gesprächspartner auftreten. Zum Start ist die Software kostenlos für Desktop und Android erhältlich, eine iOS-Version soll bald folgen.

Der Perplexity-Browser verfolgt laut eigenen Angaben einen radikal anderen Ansatz als klassische Browser. Statt Linklisten liefert der er direkt Antworten auf komplexe Fragen, inklusive Quellenangabe. Damit ist das Start-up aber nicht alleine, denn auch OpenAI hat am Donnerstag dieser Woche bekannt gegeben, dass es einen Browser auf den Markt bringen will, als direkte Konkurrenz zu Google Chrome. Die Google-Aktie ist nach der Ankündigung abgestürzt.

Dienstag: Google bringt Bewegung ins Bild: Gemini-App erstellt Mini-Videos aus Fotos

Google hat für zahlende Nutzer seiner KI-App Gemini eine neue Funktion freigeschaltet, mit der Fotos in achtsekündige Videoclips verwandelt werden können. Die Funktion basiert auf dem KI-Modell Veo 3 und kombiniert hochgeladene Bilder mit Textbeschreibungen zu kurzen Videos mit Ton. Zunächst ist das Tool über die Webversion verfügbar, in Kürze auch über die Mobile-App, allerdings nur für Nutzer in ausgewählten Regionen mit Pro- oder Ultra-Abo.

Die neue Funktion von Google Gemini ähnelt Funktionen von KI-Wettbewerbern wie OpenAI oder Runway AI. Das Unternehmen betont, es habe Schutzmechanismen eingebaut: Es dürfen etwa keine Videos mit Prominenten oder Gewaltaufrufen erstellt werden. Erste Tests zeigen: Bei einfachen Szenen funktioniert das gut, bei Gesichtern kommt es aber teils zu ungewollten Veränderungen, etwa bei Hautfarbe oder Gesichtszügen. Google hat bereits angekündigt, die Technologie künftig weiter zu verbessern.

Mittwoch: Chip-Diplomatie: Nvidia-CEO reist nach Peking mit neuem KI-Prozessor im Gepäck

Nvidia-Chef Jensen Huang plant für nächste Woche eine Reise nach Peking, um mit chinesischen Regierungsvertretern über den geplanten Marktstart eines neuen KI-Chips im September zu sprechen. Der Chip ist eine abgespeckte Version des Blackwell RTX Pro 6000 und wurde speziell angepasst, um den verschärften US-Exportregeln zu entsprechen. Ziel ist es, sich trotz geopolitischer Spannungen Marktanteile in China zu sichern, einem Land, das 13 Prozent von Nvidias Jahresumsatz ausmacht.

Hintergrund: Seit dem Exportstopp des H20-Modells im April setzt Nvidia auf Schadensbegrenzung. Doch der Konkurrenzdruck wächst: Chinesische Tech-Riesen wie Alibaba, ByteDance und Tencent testen zunehmend Chips heimischer Anbieter wie Huawei und Biren Technology. Viele dieser Produkte sind nicht so leistungsfähig wie Nvidias Topmodelle, lassen sich aber flexibler einsetzen. Ein Vorteil, der bei anhaltender Unsicherheit in der US-China-Politik für viele Kunden entscheidend sein könnte.

Donnerstag: BMW-Aktie schießt nach Ausblick um 4 Prozent nach oben

BMW hat am Donnerstag mit einem optimistischen Ausblick bei Analysten und Anlegern gepunktet: In einer Telefonkonferenz bestätigte der Konzern seine operative Gewinnmarge von 5 bis 7 Prozent, sowohl für das zweite Quartal als auch für das Gesamtjahr. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen stieg die Aktie daraufhin um 4.4 Prozent. Die endgültigen Quartalszahlen will BMW am 31. Juli vorlegen.

Analysten zeigten sich überrascht, dass BMW seine Prognose trotz schwacher Nachfrage in China, hoher Zölle und schwieriger Weltmärkte beibehält. Vor allem in Europa legten die Verkaufszahlen zuletzt zu, was die rückläufigen China-Zahlen etwas abfedert. Der Konzern lädt kommende Woche zu zwei Investorentagen. Viele Augen richten sich dann auf Details zur weiteren Strategie im Elektro- und Premiumsegment.

Freitag: Lidl-Milliardär plant gigantisches KI-Rechenzentrum in Europa

Die Schwarz-Gruppe, Deutschlands größter Handelskonzern und Eigentümer von Lidl und Kaufland, will ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum in Europa errichten. Der Konzern, gegründet vom Milliardär Dieter Schwarz, will damit führend an einer sogenannten Gigafactory mitwirken, einem Rechenzentrum mit rund 100 000 Hochleistungs-Chips zur Entwicklung von KI-Modellen. Am Freitag trifft sich Digitalminister Karsten Wildberger mit Schwarz, SAP und der Deutschen Telekom, um über digitale Souveränität und Zugang zu den 20 Milliarden Euro EU-Fördermitteln zu sprechen.

Europa will mit eigenen Kapazitäten unabhängiger von US-Techkonzernen wie Amazon und Microsoft werden, vor allem im Bereich Cloud, Chips und Cybersicherheit. Die Schwarz-Gruppe hat bereits 2017 mit dem Aufbau einer eigenen Cloud-Plattform namens „StackIt“ begonnen und plant Investitionen von rund 11 Milliarden Euro. Ob sich das Handelsimperium aus Neckarsulm als Hauptentwickler durchsetzt, ist offen. Im Rennen um die Fördergelder sind ebenfalls Unternehmen wie die Telekom und SAP.

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Carlo Schmid

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