HKCM-Wochenrückblick: neues ChatGPT, Amazon verlässt China, Intel kippt Deutschland-Projekt
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HKCM-Wochenrückblick: neues ChatGPT, Amazon verlässt China, Intel kippt Deutschland-Projekt

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Simeon Koch

Montag: OpenAI will im August neues ChatGPT präsentieren

Der KI-Marktführer OpenAI wird voraussichtlich Anfang August sein neues KI-Modell GPT-5 vorstellen. Das berichtete die Technologie-Plattform The Verge am Donnerstag unter Berufung auf Insider. GPT-5 soll mehrere bisher getrennte Modelle integrieren und in verschiedenen Versionen erscheinen – darunter GPT-5-Mini und GPT-5-Nano. Beide sollen über die API verfügbar sein, GPT-5 und GPT-5-Mini zusätzlich über ChatGPT. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor. OpenAI-Chef Sam Altman hatte zuvor auf X geschrieben, dass GPT-5 „bald“ erscheine.



Bereits im Februar hatte Altman erklärt, GPT-5 werde das o3-Modell und weitere Technologien vereinen, um das Modellangebot zu vereinfachen. Ziel sei es laut der Unternehmensführung, „unlimitierten Zugriff auf GPT-5 über ChatGPT für alle Nutzer“ bereitzustellen, zahlende Kunden bekämen zusätzlich exklusive Funktionen wie Deep Research. Die Veröffentlichung gilt als längst überfällig: Nach mehreren Zwischenmodellen wie GPT-4.5 und GPT-4o kursieren seit Monaten Spekulationen über den Launch. In der KI-Branche wird erwartet, dass GPT-5 ein technologischer Meilenstein wird.

Dienstag: Amazon schließt chinesisches KI-Zentrum

Amazon hat sein einziges Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz außerhalb der USA in Shanghai geschlossen – als Reaktion auf zunehmende politische Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen ist ein Dutzend Fachkräfte, die laut Berichten in US-Standorte wechseln sollen. Die Entscheidung sei Teil einer umfassenderen globalen Umstrukturierung bei Amazon Web Services (AWS), sagte Sprecher Brad Glasser: „Nach einer gründlichen Überprüfung unserer Organisation, unserer Prioritäten und der Frage, worauf wir uns in Zukunft konzentrieren müssen, haben wir die schwierige geschäftliche Entscheidung getroffen.“

Das 2018 gegründete KI-Labor galt lange als Aushängeschild internationaler Tech-Kooperation mit China. Dort wurde unter anderem die Deep Graph Library mitentwickelt, eine wichtige Open-Source-Bibliothek für maschinelles Lernen. Der leitende Forscher Wang Minjie bezeichnete die Anfangsjahre rückblickend als „goldenes Zeitalter“ für ausländische KI-Forschung in China, sprach zugleich aber von „strategischen Anpassungen angesichts der Spannungen zwischen den US und China“. Beobachter werten die Schließung als weiteres Zeichen dafür, wie schwer sich globale Technologieunternehmen mit dem zunehmend abgeschotteten chinesischen Digitalmarkt tun.

Mittwoch: MTU Aero Engines steigert Umsatz und Gewinn

Der Münchener Triebwerk-Hersteller MTU Aero Engines hat im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und seine Lieferketten umgebaut, um sich gegen Zölle und Währungsschwankungen abzusichern. In den zurückliegenden Monaten wuchs der bereinigte Umsatz um 21 Prozent auf 4.1 Milliarden Euro, das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg sogar um 40 Prozent auf 657 Millionen Euro. Vorstandschef Lars Wagner erklärte: „Wir halten damit klaren Kurs auf unsere angehobenen Ziele für das Gesamtjahr.“ Wagner verlässt das Unternehmen im Herbst in Richtung Airbus.



Umsatztreiber war insbesondere das Geschäft mit neuen Triebwerken, wo das bereinigte Ergebnis um 44 Prozent zulegte. Ein „vorteilhafter Umsatzmix“ mit vielen Ersatz- und Leasingtriebwerken sowie starke Ersatzteilverkäufe hätten das Ergebnis gestützt, sagte Finanzchefin Katja Garcia Vila. Trotz eines schwächeren Dollars bleibt der Gewinn stabil – 90 Prozent der Währungsrisiken seien abgesichert, gab das Unternehmen zu Protokoll. Der Auftragsbestand schrumpfte leicht auf 25 Milliarden Euro. Eine laufende Rückrufaktion für Triebwerke des Partners Pratt & Whitney bindet Kapazitäten.

Donnerstag: US-Chemiekonzern Dow enttäuscht in Q2

Der US-Chemieriese Dow hat im zweiten Quartal einen deutlich höheren Verlust als erwartet verzeichnet und Anleger damit verunsichert. Wie der Konzern am Donnerstag bekanntgab, lag der bereinigte Verlust bei 42 Cent je Aktie, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 68 Cent erzielt worden war. Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 10.1 Milliarden Dollar. Vorstandschef Jim Fitterling sagte: „Dieses Quartal hat das Dow-Team mehrere entschlossene Maßnahmen vorangetrieben als Reaktion auf das anhaltend niedrige Ergebnisumfeld unserer Branche.“ Die Dividendenpolitik soll angepasst werden, um die finanzielle Flexibilität zu sichern.

Als Ursache nannte das Unternehmen die globale Branchenschwäche, steigende Produktionskosten in Europa sowie Überkapazitäten und Handelsunsicherheiten. Hart trifft es auch Werke in Deutschland: Die energieintensiven Anlagen im sächsischen Böhlen und der Gemeinde Schkopau in Sachsen-Anhalt sollen geschlossen werden, was rund 800 Stellen kosten wird. Bereits im Januar hatte Dow den Abbau von weltweit 1500 Arbeitsplätzen angekündigt. Der operative Gewinn halbierte sich auf 703 Millionen Dollar, der operative Cashflow drehte mit minus 470 Millionen Dollar ins Negative. Fitterling forderte „breitere industriepolitische Maßnahmen“, um den Wettbewerb wiederherzustellen.

Freitag: Intel gibt Pläne für Mega-Fabrik in Deutschland auf

Der US-Prozessor-Entwickler Intel hat seine Pläne für den Bau einer Chipfabrik in Magdeburg endgültig aufgegeben. Wie der US-Konzern Ende der Mitte mitteilte, sollen Projekte in Deutschland und Polen im Zuge umfangreicher Sparmaßnahmen nicht weiterverfolgt werden. Ursprünglich waren in Sachsen-Anhalt Investitionen von bis zu 30 Milliarden Euro sowie 3000 neue Arbeitsplätze vorgesehen. Die Bundesregierung hatte Fördergelder in Höhe von 9.9 Milliarden Euro zugesagt. Der neue Intel-Chef Lip-Bu Tan reagiert damit auf anhaltende Verluste – zuletzt lag das Minus bei 2.9 Milliarden Dollar. Der Umsatz stagnierte bei 12.9 Milliarden Dollar.



Der Rückzug markiert einen Rückschlag für die europäische Halbleiterstrategie und zeigt die strategische Neuorientierung des einst weltgrößten Chipkonzerns. Die Pläne für Magdeburg waren zunächst nur aufgeschoben worden, wurden zuletzt aber nicht mehr konkretisiert. Intels früherer Vorstandschef Pat Gelsinger hatte mit dem Projekt auf eine technologische Aufholjagd geplant. In Magdeburg sollten einst modernste Fertigungsmethoden zum Einsatz kommen. Doch nach Rückschlägen im Smartphone- und KI-Geschäft sucht das Unternehmen nun nach effizienteren Wegen zur Kostensenkung und Produktionsoptimierung.

Das war's schon mit dem Wochenrückblick. Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!

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Simeon Koch

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