Montag - Marktabsturz nach Trumps Angriffen auf Fed-Chef Powell
Die US-Aktienmärkte starten die Woche mit einem schweren Ausverkauf. Der Dow Jones Industrial Average verlor zeitweise über 1000 Punkte, während auch der S&P 500 und der Nasdaq Composite signifikante Verluste hinnehmen mussten. Auslöser für den Einbruch waren erneute, scharfe öffentliche Angriffe von Präsident Donald Trump auf den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell. Über soziale Medien forderte Trump eine sofortige Senkung der Leitzinsen und kritisierte die Geldpolitik der Fed vehement.
Die aggressive Rhetorik des Präsidenten schürte an den Finanzmärkten massive Ängste vor einer politischen Einflussnahme auf die unabhängige Geldpolitik der Federal Reserve. Investoren sahen darin ein erhebliches Risiko für die institutionelle Glaubwürdigkeit der Fed, die für die Wahrung der Preisstabilität und die Unterstützung der Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist. Im Verlauf der Woche hat Donald Trump diesbezüglich jedoch einen Rückzieher gemacht und gesagt, dass er nicht vorhabe Jerome Powell vorzeitig zu entlassen. Diese Aussage hat sich positive auf die Märkte ausgewirkt.
Dienstag – SAP überrascht mit starkem Gewinnsprung im ersten Quartal
Der deutsche Softwarehersteller SAP hat im ersten Quartal 2025 deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Der Gewinn aus dem Kerngeschäft stieg um 58 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Auch der Umsatz legte um zwölf Prozent zu und erreichte 9,01 Milliarden Euro. Besonders gut lief es im Cloud-Bereich: Dort stieg der Umsatz um 27 Prozent, bei der Cloud-Software zur Unternehmenssteuerung sogar um 34 Prozent.
Die starke Entwicklung wird vor allem auf gesunkene Kosten zurückgeführt. Analysten werten die Zahlen als Zeichen für eine erfolgreiche Neuausrichtung und rechnen für die kommenden drei Jahre mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von elf Prozent. Die SAP-Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich zu, um bis zu 11 % an der Frankfurter Börse und um rund 9,7 % im US-Handel.
Mittwoch - Boeing übertrifft Erwartungen trotz Q1-Verlust
Der kriselnde US-Flugzeugbauer Boeing hat im ersten Quartal 2025 einen Verlust von 355 Millionen US-Dollar verbucht, konnte jedoch trotzdem die Erwartungen übertreffen. Der Umsatz lag bei 17,7 Milliarden US-Dollar und damit über den Schätzungen von Analysten. Besonders positiv wurde aufgenommen, dass Boeing im Quartal 83 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert hat, deutlich mehr als im Vorquartal. Auch der operative Cashflow war mit minus 3,4 Milliarden US-Dollar besser als befürchtet.
Trotz des Verlusts werten Anleger die Zahlen als Zeichen für eine Stabilisierung des Geschäfts. Die Aktie reagierte mit einem Anstieg von über sechs Prozent und durchbrach wichtige technische Marken im Kursverlauf. Nach schwierigen Monaten und anhaltenden Produktionsproblemen scheint das Vertrauen in eine langsame Erholung des gebeutelten Flugzeugbauers zu wachsen.
Donnerstag - Alphabet beeindruckt mit starkem Q1-Wachstum
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im ersten Quartal 2025 einen Umsatz von 90,23 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Erwartungen übertroffen. Der Gewinn stieg auf 34,54 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,81 US-Dollar. Besonders stark war die Entwicklung in den Bereichen Werbung, Suche und Cloud. Google Cloud konnte den Umsatz um 28 Prozent auf 12,26 Milliarden Dollar steigern.
Trotz großer Konkurrenz durch andere KI-Anbieter bleibt Alphabet in seinen Kerngeschäften stabil. Die Einführung des neuen KI-Modells Gemini 2.5 und der Ausbau autonomer Fahrdienste durch Waymo zeigen außerdem Alphabets Innovationskraft. Das Unternehmen kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 70 Milliarden Dollar an, ein weiteres Zeichen finanzieller Stärke und Stabilität.
Freitag - Apple will iPhone-Produktion für den US-Markt nach Indien verlagern
Apple hat angekündigt, zukünftig alle in den USA verkauften iPhones aus Indien zu beziehen. Ziel sei es, die gesamte US-Nachfrage – rund 60 Millionen Geräte jährlich – bis Ende 2026 allein aus indischer Produktion zu decken. Das berichtet die Financial Times (FT) unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.
Die Entscheidung sei eine Reaktion auf den wachsenden Handelskonflikte zwischen den USA und China. Laut FT möchte sich Apple durch die Verlagerung nach Indien unabhängiger von der chinesischen Produktion machen, die durch politische Spannungen und Unruhen beeinträchtigt wurde und wird. Der Ausbau in Indien soll über Partner wie Foxconn und Tata Electronics erfolgen. Apple hat die Berichte jedoch selbst bislang nicht offiziell bestätigt.
Das war die Zusammenfassung der wichtigsten Nachrichten diese Woche, der nächste Wochenrückblick kommt dann wie gewohnt am nächsten Freitag.
Wir wünschen Ihnen ein angenehmes Wochenende und für gute Lektüre schauen Sie auf unserer HKCM News Seite vorbei.






