HKCM-Wochenrückblick: Trump-Berater startet Bitcoin-Firma, Ethereums Pectra-Update, Commerzbank mit gutem Q1
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HKCM-Wochenrückblick: Trump-Berater startet Bitcoin-Firma, Ethereums Pectra-Update, Commerzbank mit gutem Q1

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Carlo Schmid

Montag: Trump-Berater startet BTC-Firma 


David Bailey, ein enger Krypto-Berater von Donald Trump, gründet eine neue Investmentfirma namens Nakamoto. Dafür hat er 300 Millionen Dollar eingesammelt, 200 Millionen von Investoren, die dafür Anteile bekommen und 100 Millionen als Kredit, der später in Anteile umgewandelt werden kann. Die Firma soll an die Börse gehen und weltweit Unternehmen aufkaufen, die dann Bitcoin in die Unternehmensbilanz aufnehmen sollen. Bailey ist Chef von BTC Inc., einem US-Unternehmen, das Veranstaltungen und Medien rund um das Thema Bitcoin organisiert.

Baileys Idee: Wer in seine Nakamoto-Firma investiert, wettet indirekt auf den Bitcoin-Kurs, ganz ohne selbst Kryptowährungen zu kaufen. Firmen wie MicroStrategy oder Twenty One machen das schon länger und haben damit viel Geld verdient. Weil Bailey Trump beim Thema Kryptowährungen berät, könnte dieses Projekt auch politische Bedeutung bekommen, etwa bei der Frage, wie die USA in Zukunft mit Bitcoin umgehen.

Dienstag: Ethereum launcht Pectra


Ethereum hat am Mitte der Woche Pectra gestartet, ein technisches Update, das die ETH-Blockchain schneller, günstiger und für große Anleger attraktiver machen soll. Kurz danach stieg der Kurs deutlich an: Allein am Donnerstag stieg der Ether-Preis um 16 Prozent auf rund 2.200 US-Dollar, am Freitag ging es in Richtung 2500 Dollar. Trotzdem liegt Ethereum seit Jahresbeginn noch immer deutlich im Minus.

Das Pectra-Update bringt vor allem Verbesserungen beim sogenannten Staking, bei dem Nutzer ihre Coins zur Netzwerksicherung einsetzen und dafür Belohnungen erhalten. Große Investoren sollen durch vereinfachte Regeln leichter mitmachen können. Zusätzlich könnten neue Fonds, sogenannte Staking-ETFs, frisches Geld ins Netzwerk bringen. Entscheidend wird sein, ob die US-Börsenaufsicht grünes Licht gibt. Ziel des Ganzen: weniger Angebot, mehr Nachfrage und damit langfristig ein höherer Kurs.

Mittwoch: Fed lässt Leitzins unverändert


Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, den Leitzins unverändert in der Spanne von 4.25 bis 4.50 Prozent zu belassen – und widersetzt sich damit erneut den öffentlichen Forderungen von Präsident Donald Trump nach einer Zinssenkung. Fed-Chef Jerome Powell betonte, man sehe derzeit keinen akuten Handlungsbedarf, wolle jedoch flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren.

Hintergrund ist eine zunehmend unsichere Konjunkturlage, verschärft durch Trumps weitreichende Zölle gegen zahlreiche Handelspartner. Diese könnten die Inflation anheizen, weshalb die Fed vorerst auf weitere Daten wartet. Ökonomen warnen: Eine Zinssenkung aus politischem Druck könnte das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed und den Dollar dauerhaft beschädigen. Der Fed-Vorsitzende Powell betonte in seiner Rede, dass man auf Sicht fahre, weil sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Inflation steigen könnten. Beides zusammen würde die US-Notenbank und die gesamte Wirtschaft in Schwierigkeiten bringen.

Donnerstag: US-Zolldeal mit England


US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein erstes großes Handelsabkommen mit Großbritannien verkündet. Der Deal senkt Zölle auf britischen Stahl von 25 auf null Prozent und bei Autoexporten von 27.5 auf zehn Prozent, während die USA im Gegenzug besseren Marktzugang für Produkte wie Ethanol, Autos und Agrarwaren erhalten. Premierminister Keir Starmer sprach von einem „historischen Tag“, obwohl viele Details noch offen sind.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der Export von US-Rindfleisch. In den USA ist es gängige Praxis, Rinder mit Wachstumshormonen zu behandeln – eine Methode, die in Großbritannien sowie in der EU aus Gesundheits- und Tierschutzgründen verboten ist. Diese sogenannten Lebensmittelstandards legen unter anderem fest, dass importiertes Fleisch keine Rückstände solcher Hormone enthalten darf. Trump hatte gehofft, diese Regelungen aufzuweichen, stieß jedoch auf klare Ablehnung. London betonte, dass es keine Abstriche bei diesen Schutzstandards geben werde. Auch Trumps zehnprozentige Pauschal-Zölle auf Importe aus anderen Ländern bleiben bestehen. Das Abkommen bringt also punktuelle Erleichterungen, aber Trump hält an seiner generellen Linie fest.

Freitag: Commerzbank mit Top-Quartal


Die Commerzbank hat im ersten Quartal 2025 einen Gewinn von 834 Millionen Euro gemacht, das sind zwölf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und der beste Jahresstart seit 2011. Die Einnahmen stiegen auf 3.1 Milliarden Euro, während gleichzeitig die Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen gesenkt wurden. Die Bank will ihren Aktionären insgesamt 1.7 Milliarden Euro zurückgeben – in Form von 65 Cent Dividende pro Aktie und durch den Rückkauf eigener Aktien.

Zusätzlich investiert die Commerzbank in neue Technik: Eine digitale Assistentin in der App hilft Kunden beim Banking, und ein interner KI-Chatbot für 30 000 Mitarbeitende soll die Arbeit erleichtern. Besonders stark lief das Geschäft mit Wertpapieren: Die Einnahmen aus Gebühren und Provisionen stiegen um sechs Prozent auf über eine Milliarde Euro. Die Bank rechnet damit, im Gesamtjahr 2025 rund 2.4 Milliarden Euro Gewinn zu machen, trotz der schwierigen Lage in der Weltwirtschaft.

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Carlo Schmid

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