HKCM-Wochenrückblick: Google beugt sich der EU, US-Militär kauft bei Palantir
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HKCM-Wochenrückblick: Google beugt sich der EU, US-Militär kauft bei Palantir

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Carlo Schmid

Montag: Google akzeptiert neue KI-Regeln der EU

Google hat angekündigt, den freiwilligen KI-Verhaltenskodex der EU zu unterzeichnen. Der Kodex soll Unternehmen dabei helfen, die Anforderungen des neuen EU-KI-Gesetzes zu erfüllen, etwa zur Transparenz bei Trainingsdaten oder beim Urheberrecht. Googles Rechtschef Kent Walker äußerte jedoch Bedenken: „Besonders Abweichungen vom EU-Urheberrecht, verlangsamte Genehmigungsverfahren oder Anforderungen, die Geschäftsgeheimnisse offenlegen, könnten die Entwicklung und den Einsatz europäischer KI-Modelle ausbremsen und Europas Wettbewerbsfähigkeit schaden.“

Die EU will mit dem KI-Gesetz weltweit Standards für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz setzen, auch als Gegengewicht zu den dominierenden KI-Entwicklungen in den USA und China. Der Verhaltenskodex wurde von unabhängigen Experten entwickelt und ist freiwillig. Während Microsoft voraussichtlich ebenfalls unterzeichnet, lehnt Meta den Kodex ab, wegen rechtlicher Unsicherheiten für Entwickler.

Dienstag: Puma holt Adidas-Experten an Bord

Puma hat am Dienstag bekannt gegeben, dass Andreas Hubert ab 1. November neuer Chief Operating Officer (COO) wird. Der frühere IT-Chef von Adidas übernimmt damit bei Puma die Verantwortung für Logistik, IT und Business Solutions. Er folgt auf Lars Radoor Sørensen, der das Unternehmen Ende September verlässt.

Mit Hubert holt sich Puma einen erfahrenen Manager ins Haus, der bereits beim direkten Konkurrenten Adidas in zentralen Führungspositionen gearbeitet hat. Die Rolle des COO umfasst operative Schlüsselbereiche wie Lieferkettenmanagement und digitale Infrastruktur, entscheidend in einer Branche, die stark von globaler Logistik und Datenprozessen abhängt. Mit der Besetzung will sich Puma laut eigenen Aussagen, effizienter und technologisch moderner aufstellen.

Mittwoch: US-Armee kauft für zehn Milliarden bei Palantir

Die US-Armee hat einen Rahmenvertrag mit Palantir abgeschlossen, der ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Dollar erreichen könnte. Der Deal läuft über zehn Jahre und bündelt mehrere frühere Einzelverträge in einem neuen Programm namens TITAN. Palantir wird dabei militärische Softwarelösungen liefern, die vor allem zur Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden.

TITAN steht für Tactical Intelligence Targeting Access Node – ein System, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) große Datenmengen aus verschiedenen Sensoren verarbeitet. Ziel ist es, Kommandeure schneller mit relevanten Informationen zu versorgen. Palantir, bekannt für seine enge Zusammenarbeit mit US-Behörden, festigt damit laut eigenen Aussagen seine Rolle als wichtiger Tech-Partner des US-Militärs.

Donnerstag: OpenAI baut erstes europäisches Rechenzentrum

OpenAI hat angekündigt, sein erstes europäisches Rechenzentrum in Norwegen zu bauen, gemeinsam mit Microsoft und dem norwegischen Betreiber Green Mountain. Die Anlage soll in einer umgebauten ehemaligen NATO-Anlage betrieben werden und ab Ende 2025 laufen. Ziel ist es, KI-Dienste wie ChatGPT künftig auch aus Europa heraus anzubieten.

Das Projekt ist Teil der Strategie, KI-Infrastruktur näher an europäische Nutzer zu bringen und gleichzeitig strengere Datenschutzvorgaben besser zu erfüllen. Die Wahl fiel auf Norwegen wegen seines kühlen Klimas und der nahezu 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung, beides ideal für energiehungrige Rechenzentren. Für OpenAI ist es, laut eigenen Aussagen, ein bedeutender Schritt in Richtung Internationalisierung und regulatorischer Anpassung.

Freitag: Indien pausiert Ölkäufe aus Russland nach Trump-Drohung

Indiens staatliche Ölraffinerien haben in der vergangenen Woche den Import von russischem Rohöl vorerst gestoppt. Grund sind laut Insidern vor allem Warnungen von US-Präsident Trump, der Ländern mit Strafzöllen droht, sollten sie weiterhin russisches Öl kaufen. Betroffen sind große Konzerne wie Indian Oil und Bharat Petroleum, sie weichen nun auf Alternativen vom Golf oder aus Westafrika aus.

Russland deckt rund 35 Prozent von Indiens Ölbedarf, ist also zentraler Lieferant. Doch die politischen Spannungen und drohende US-Sanktionen, sogenannte sekundäre Sanktionen gegen Drittländer, machen die Geschäfte riskanter. Zudem sinken die Rabattmargen, ein Hauptanreiz für den Kauf russischen Öls seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Indiens Regierung betont zwar ihre Ablehnung einseitiger Sanktionen, doch die Unternehmen reagieren pragmatisch und suchen nach neuen Bezugsquellen.

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Carlo Schmid

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