Wochenrückblick: Formel1 auf Apple TV, Solana-ETF in Hongkong, Microsoft gegen KI-Erotik
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Wochenrückblick: Formel1 auf Apple TV, Solana-ETF in Hongkong, Microsoft gegen KI-Erotik

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Carlo Schmid

Montag: Apple kauft Medienrechte für Formel-1-Rennen

Apple hat sich die exklusiven US-Übertragungsrechte für die Formel 1 gesichert und tritt damit ab 2026 die Nachfolge von ESPN an. Der Fünfjahresvertrag, der laut Financial Times rund 700 Millionen US-Dollar umfasst, etwa 140 Millionen pro Jahr, soll alle Trainings, Qualifyings und Rennen über Apple TV zeigen. Damit stärkt der Tech-Konzern seine Streaming-Plattform, die zuletzt ebenfalls mit Serienhits und Sportrechten an der Major League Soccer und der MLB-Serie Friday Night Baseball auf sich aufmerksam machte.

Der Deal folgt auf den Erfolg von Apples eigenem Formel-1-Film mit Brad Pitt, der weltweit über 600 Millionen Dollar einspielte. Branchenbeobachter sehen darin einen strategischen Schritt, um Apples Streamingdienst stärker im Wettbewerb mit Netflix und Disney+ zu positionieren. Live-Sport gilt als zentraler Hebel, um neue Abonnenten zu gewinnen und die Kundenbindung zu erhöhen. Für die Formel 1 könnte der Einstieg des kalifornischen Tech- Unternehmens ein weiterer Turbo auf dem wichtigen US-Markt sein.

Dienstag: Amazon-Lieferungen mit Hightech-Brillen und KI

Amazon hat am Mittwoch erstmals seine neue KI-gestützte Smartbrille für Zusteller vorgestellt. Das Gerät soll Fahrern helfen, Pakete schneller und sicherer zuzustellen, ganz ohne Smartphone. Die Brille blendet Navigationshinweise, Zustellinformationen und mögliche Hindernisse direkt ins Sichtfeld ein. Zudem kann sie Barcodes scannen und den Abliefernachweis fotografieren. Das System aktiviert sich automatisch, sobald das Fahrzeug geparkt ist. Getestet wird die Technologie derzeit in Nordamerika.

Die smarte Brille mit dem internen Namen Amelia ist Teil von Amazons Strategie, die letzte Meile der Zustellung effizienter zu machen. Durch KI, Sensoren und Kameras will das Unternehmen Sekunden pro Lieferung einsparen, bei Millionen Sendungen pro Tag ein riesiger Hebel. Neben der Brille präsentierte Amazon auch den Roboterarm Blue Jay und das KI-Tool Eluna, die beide in den Logistikzentren zum Einsatz kommen sollen. Damit treibt der Konzern seine Automatisierungsstrategie weiter stark voran.

Mittwoch: Microsofts KI-Chef gegen Erotik-Inhalte bei Chatbots

 Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman hat klargestellt, dass der Softwarekonzern keine Chatbots für erotische Inhalte entwickeln wird. Auf dem Paley International Council Summit in Kalifornien erklärte Suleyman, solche Dienste seien „nicht das, was wir anbieten werden“. Seine Aussagen folgen auf die Ankündigung von OpenAI-Chef Sam Altman, künftig Erwachsenen zugängliche Erotik-Funktionen in ChatGPT zu erlauben. Damit grenzt sich Microsoft deutlich von seinem engen Partner ab, mit dem das Unternehmen bislang im Bereich Künstliche Intelligenz eng kooperiert hat.

Suleyman hat betont, dass Microsoft bewusst auf sogenannte Sexbot-Funktionen verzichten wolle, weil sie seiner Meinung nach gefährliche gesellschaftliche Entwicklungen fördern könnten. Er warnte davor, dass scheinbar bewusste KI-Systeme emotionale Bindungen und Missverständnisse zwischen Mensch und Maschine verstärken könnten. Während OpenAI auf mehr Nutzerfreiheit setzt, verfolgt Microsoft laut Suleyman das Ziel, „KI für Menschen – nicht als Mensch“ zu entwickeln.

Donnerstag: Verbraucher fordern Datenschutz-Milliarden von Google

U.S.-Verbraucher, die im September bereits 425 Millionen US-Dollar im Zuge einer Datenschutzklage gegen Google zugesprochen bekommen hatten, fordern nun weitere 2.36 Milliarden US-Dollar vom Konzern. Laut Gerichtsdokumenten verlangen rund 98 Millionen Nutzer, dass Google die Gewinne aus der unerlaubten Datensammlung über die Web & App Activity-Einstellung herausgibt. Ein US-Bundesrichter in San Francisco muss nun entscheiden, ob der Internetkonzern die beanstandeten Profite abgeben muss.

Der Streit dreht sich um die Frage, ob Google trotz abgeschalteter Tracking-Funktionen weiterhin App-Aktivitäten sammelte, eine Praxis, die laut Jury „hochgradig anstößig und ohne Zustimmung“ gewesen sei. Google weist die Vorwürfe zurück, betont, die Daten seien anonymisiert und die Nutzer hätten Kontrolle über ihre Privatsphäre. Das Verfahren, das bereits seit 2020 läuft, könnte zu einer der höchsten Strafzahlungen in der Geschichte amerikanischer Datenschutzklagen werden.

Freitag: Hongkong startet Solana-ETF vor den USA

Hongkong hat einen Spot-ETF auf die Kryptowährung Solana (SOL) genehmigt, noch vor den Vereinigten Staaten. Die Finanzaufsicht SFC gab grünes Licht für den China Asset Management Solana ETF, der ab dem 27. Oktober an der Börse Hongkong handelbar ist. Anleger können bereits mit einer Mindesteinlage von rund 100 US-Dollar investieren. Nach der Ankündigung stieg das Handelsvolumen von Solana um 46 Prozent, ein deutliches Signal wachsender institutioneller Nachfrage.

Damit reiht sich Solana in die exklusive Gruppe von Kryptowährungen ein, die in großen Finanzzentren als Spot-ETF handelbar sind, neben Bitcoin und Ethereum. Der Schritt gilt als Meilenstein für die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte in Asien. Während die USA noch über regulatorische Details beraten, stärkt Hongkong seine Position als Krypto-Hub. Experten sehen in Solana ein Netzwerk mit hohem Potenzial für reale Vermögenswerte und Stablecoins, manche nennen es bereits die neue Wall Street der Blockchain-Welt.

Das war unser Wochenrückblick diese Woche, der nächste kommt wie gewohnt nächsten Freitag. Wir wünschen allen ein angenehmes Wochenende.

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Carlo Schmid

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