HKCM-Wochenrückblick: EZB senkt Leitzins, Nvidia überholt Apple, Intel rüstet auf
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HKCM-Wochenrückblick: EZB senkt Leitzins, Nvidia überholt Apple, Intel rüstet auf

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Florian Winter

Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem HKCM-Wochenrückblick an.

Montag ­– Qatar Airways verhandelt über Großauftrag mit Airbus und Boeing

Die Fluggesellschaft Qatar Airways befindet sich derzeit in intensiven Verhandlungen mit den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing über eine umfangreiche Bestellung von Großraumflugzeugen. Dies bestätigte der CEO der Fluggesellschaft, Badr Mohammed Al Meer, am Montag. Al Meer erklärte gegenüber der Presse, dass die Berichte, die Airline führe Gespräche mit Airbus über die Bestellung von A350- und mit Boeing über 777X-Großraumflugzeugen, weitgehend zutreffend seien. Bereits am Sonntag hatte Bloomberg News berichtet, dass Qatar Airways plane, rund 200 Flugzeuge zu erwerben, die zwischen Airbus und Boeing aufgeteilt werden sollen. Al Meer bestätigte zwar die Verhandlungen über eine dreistellige Anzahl an Flugzeugen, stellte jedoch klar, dass die gemeldete Zahl um etwa 30 Prozent „von der Realität“ abweiche. Ob die tatsächliche Zahl höher oder niedriger liege, wollte er nicht genauer erläutern. Die potenzielle Bestellung ist ein weiteres Zeichen für die anhaltende Expansion von Qatar Airways. Das Unternehmen besitzt schon jetzt eine der modernsten und am schnellsten wachsenden Flotten der Welt. Die neuen Flugzeuge sollen die Kapazität und Effizienz der Airline weiter steigern, um den wachsenden Passagierzahlen gerecht zu werden.

Dienstag – Neue Rechenzentrums-Chips: Intel sagt AMD den Kampf an

Am Dienstag hat Intel seine neuesten Xeon-Server-Prozessoren präsentiert, um verlorene Marktanteile im Rechenzentrumssektor zurückzugewinnen. In diesem Zuge verkündete das Unternehmen, dass die KI-Beschleunigerchips der Linie Gaudi 3 deutlich günstiger sein werden als die Konkurrenzprodukte. Die sechste Generation der Xeon-Chips ist für Intel von entscheidender Bedeutung, da das Unternehmen im vergangenen Jahr 5.6 Prozent seines Marktanteils bei x86-Chips an AMD verloren hatte. Das belegen Daten von Mercury Research. Die neuen Xeon-Server-Prozessoren kommen in zwei Hauptvarianten auf den Markt, einer leistungsstärkeren und einer Effizienz-Version, die als Ersatz für ältere Modelle gedacht ist. Das Effizienzmodell benötigt etwa 67 Prozent weniger Server-Racks bei gleicher Rechenleistung. „Kurz gesagt: Mehr Leistung, weniger Energieverbrauch“, erklärte Intel-CEO Pat Gelsinger auf der Computex in Taipeh. Die Effizienzversion ist ab sofort erhältlich, die leistungsstärkere Version folgt im dritten Quartal. Die Markteinführung hatte sich aufgrund einer Umstrukturierung im Fertigungsprozess um ein Jahr verzögert. Ein Gaudi 3-Kit mit acht KI-Chips wird etwa $125 000 kosten, während das Vorgängermodell Gaudi 2 bei $65 000 liegt. Gelsinger bezeichnete die Preise im Vergleich zur Konkurrenz als „sehr attraktiv“. Ein vergleichbares Nvidia-HGX-Serversystem mit acht H100-KI-Chips kostet über $300 000 Dollar.

Mittwoch – Erstmals über $3 Billionen: Nvidia überholt Apple 

Bleiben wir doch gleich beim Börsenshootingstar der vergangenen Monate: Die Marktkapitalisierung von Nvidia überstieg am Mittwoch die $3 Billionen-Marke, wodurch der nordamerikanische Chipdesigner den iPhone-Konzern Apple als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst hat. Die Aktien von Nvidia stiegen abermals um rund fünf Prozent und erreichten einen Schlusswert von $3.01 Billionen. Anfang 2023 kostete ein Nvidia-Papier noch rund $150, am Donnerstag notierte der Kurs bei knapp über $1250. Apple verlor bereits Anfang des Jahres den Titel des wertvollsten Unternehmens an Microsoft. Die Nachfrage nach Nvidia-Aktien stieg zuletzt kontinuierlich, unter anderem weil Technologieriesen wie Google, Microsoft und Meta Milliarden für Nvidias Chips ausgeben. Diese sind inzwischen nahezu unabdingbar für das Trainieren von KI-Modellen, die laut CEO Jensen Huang eine neue „industrielle Revolution“ auslösen sollen. Im Mai verzeichnete Nvidia einen beeindruckenden Gewinnanstieg von 262 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hauptsächlich durch die Verkäufe der neuen Hopper-Chips. Das Unternehmen kündigte zudem einen 10:1-Aktiensplit an, der am heutigen 7. Juni wirksam wird. In diesem Jahr zeichnete Nvidia allein für mehr als ein Drittel der Gewinne im S&P 500 verantwortlich. Am Mittwoch stieg der der nordamerikanische Leitindex um 1.2 Prozent, seit Jahresbeginn verzeichnete er einen Zuwachs in Höhe von 12.3 Prozent.

Donnerstag – Nach fünf Jahren: EZB senkt den Leitzins  

Am Donnerstag senkte die Europäische Zentralbank (EZB) zum ersten Mal seit 2019 den Leitzins, im Detail ging es hier um 25 Basispunkt auf 4.25 Prozent nach unten. Somit tut es die EZB den Zentralbanken in Schweden, Kanada und der Schweiz gleich, die bereits in den vergangenen Wochen ihre Zinsen nach unten hin angepasst hatten. Hinsichtlich der nächsten Schritte hielt sich das Institut aber bedeckt, so werde man sich „nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad“ festlegen. „Der EZB-Rat wird weiterhin einen datenbasierten Ansatz verfolgen, um das angemessene Niveau und die Dauer der Restriktionen zu bestimmen“, heißt es in einer Stellungnahme der EZB. Auch die nächsten Zinsentscheidungen sollen demnach „auf der Einschätzung des Inflationsausblicks basieren“. Während sich die EZB ihre Optionen für die nächsten Monate offen hält, forderten einflussreiche Politiker nun eine Pause, entsprechend wäre mit weiteren Lockerungen frühestens im September zu rechnen. Die Inflation in der Eurozone bleibt nämlich trotz der jüngsten Entwicklungen ein Thema. Die Teuerungsrate ist im Mai mit 2.6 Prozent immer noch spürbar, liegt jedoch weit entfernt von den zweistelligen Raten von mehr als 10 Prozent, die im Herbst 2022 verzeichnet wurden. Seit Sommer 2022 setzte die EZB zehn Zinserhöhungen durch und trieb den Leitzins somit auf ein Rekordhoch. Als Ziel für die Inflation hat die Europäische Zentralbank ein Ziel von 2 Prozent ausgerufen. Nachdem die EZB im März für das Jahr 2024 noch von einer Inflation in Höhe von 2.3 Prozent ausgegangen war, rechnet sie nun mit 2.5. Ein Erreichen der 2-Prozent-Marke erwarten die Zentralbankökonomen erst 2026.

Freitag – Silicon Valley-Betrug: Autonomy-Manager Lynch freigesprochen

Michael Lynch, der ehemalige CEO von Autonomy, wurde beschuldigt, die Umsätze des britischen Softwareunternehmens vor dessen $11-Milliarden-Verkauf an den nordamerikanischen Informationstechnologiegiganten Hewlett-Packard (HP) im Jahr 2011 künstlich aufgebläht zu haben. So sollen Lynch und der ehemalige Autonomy-Finanzmanager Stephen Chamberlain nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Umsätze in den beiden Jahren vor der Übernahme durch HP illegal nach oben geschraubt haben, indem sie Verträge rückdatierten und sogenannte Round-Trip-Geschäfte nutzten, um Kunden für getätigte Käufe zu entschädigen. Auf diese Weise – so die Anklage – soll verschleiert worden sein, dass ein beträchtlicher Teil der Softwareumsätze tatsächlich aus unrentablen Hardwareverkäufen stammte. Nun wurden der inzwischen 58-Jährige sowie Stephen Chamberlain von einem Gericht im kalifornischen San Francisco in allen Anklagepunkten freigesprochen, was das Ende einer zwölfjährigen rechtlichen Auseinandersetzung markiert, die aus einem der größten Übernahme-Desaster in der Geschichte des Silicon Valley resultierte. Die Gerichtsentscheidung kam überraschend, wurde Lynch doch im Jahr 2022 im Rahmen eines Zivilprozesses in Großbritannien bereits schuldig gesprochen. Lynch selbst hatte stets alle Anschuldigungen zurückgewiesen und argumentiert, dass HP ihn als Sündenbock für die gescheiterte Übernahme missbraucht – dennoch wurde er in die USA ausgeliefert und dort unter Hausarrest gestellt. Die Ankläger in den Vereinigten Staaten behaupteten, dass Lynch persönlich von dem Deal profitiert habe, indem er angeblich rund $800 Millionen eingestrichen habe. Auch dies konnte aber im Zuge des Prozesses nicht nachgewiesen werden.

Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!

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Florian Winter

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