Montag: Trump-Regierung will Marihuana neu einstufen – Cannabis-Aktien steigen
Die US-Regierung unter Donald Trump hat angekündigt, Marihuana möglicherweise in den kommenden Wochen herabzustufen. Weg von der gefährlichen Kategorie Schedule I. Das könnte Cannabisunternehmen wie Canopy Growth, Aurora und Tilray enorm entlasten: Aktienkurse schossen bereits vorbörslich um bis zu 13 Prozent nach oben. Ein Wechsel zu Schedule III würde steuerliche Vorteile bringen und den Zugang zu Bankkrediten erleichtern, was bislang wegen der strengen Einstufung stark eingeschränkt war.
Bisher gilt Marihuana auf Bundesebene als gefährliche Droge ohne anerkannten medizinischen Nutzen, obwohl es in vielen US-Bundesstaaten längst anders aussieht. Eine Neueinstufung könnte Banken und Investoren den Zugang zum Markt erleichtern und Unternehmen steuerlich entlasten. Zwar bleibt eine vollständige Legalisierung auf Bundesebene unwahrscheinlich, doch für die Branche wäre es ein wichtiger Schritt in Richtung Normalisierung. Zum Hintergrund: In 24 Bundesstaaten ist Marihuana bereits für den Freizeitkonsum legal, in 40 Staaten für medizinische Zwecke.
Dienstag: Tencent wartet ab: US-Chip-Streit verunsichert KI-Pläne
Der chinesische Tech-Riese Tencent hat nach eigenen Angaben noch keine Klarheit über künftige Importe von US-KI-Chips, da zwischen Washington und Peking weiter verhandelt wird. Präsident Martin Lau erklärte nach der Vorlage starker Quartalszahlen, man habe zwar ausreichend Lagerbestände für die KI-Entwicklung, sei aber besorgt über die politischen Entwicklungen. Besonders im Fokus stehen die speziell für China entwickelten H20-Chips von Nvidia, die derzeit auf beiden Seiten regulatorisch geprüft werden.
Hintergrund ist der anhaltende Zollkonflikt zwischen den USA und China, der sich besonders auf den Handel mit Hochleistungschips konzentriert. Diese Chips sind essenziell für das Training großer KI-Modelle wie dem hauseigenen Hunyuan. Trotz politischer Unsicherheit wächst Tencents KI-Geschäft, mit steigenden Umsätzen in Werbung und Gaming, teils gestützt durch eigene, aber auch externe KI-Modelle.
Mittwoch: Citigroup will ins Krypto-Geschäft
Citigroup hat angekündigt, neue Dienstleistungen für Stablecoins und Krypto-ETFs zu prüfen. Die US-Bank erwägt, sichere Verwahrung für digitale Vermögenswerte wie Stablecoins und Bitcoin bereitzustellen und will auch den Zahlungsverkehr mit ihnen ermöglichen. Hintergrund ist ein neues Gesetz in den USA, das die regulatorische Grundlage für Stablecoins geschaffen hat. Citigroup reagiert damit auf ein wachsendes Interesse großer Firmenkunden an schnellen, blockchain-basierten Zahlungsdiensten.
Stablecoins sind digitale Währungen, die an den US-Dollar oder andere reale Werte gekoppelt sind und versprechen, Zahlungen schneller und günstiger abzuwickeln. Citigroup prüft zudem, wie Kunden Krypto-Anteile sicher aufbewahren können, etwa bei Bitcoin-ETFs, bei denen reale Bitcoin hinterlegt werden müssen. Bisher dominieren Anbieter wie Coinbase dieses Geschäft. Dank der lockereren Haltung der Trump-Regierung gegenüber Krypto wagt sich die traditionelle Finanzwelt nun stärker in den digitalen Währungsmarkt vor.
Donnerstag: Burry macht Kehrtwende: „Big Short“-Investor setzt wieder auf Aktien
Michael Burry, bekannt aus dem Film The Big Short, hat im zweiten Quartal überraschend optimistisch auf den Aktienmarkt gewettet. Statt wie zuvor gegen chinesische Tech-Werte zu spekulieren, kaufte er nun Kaufoptionen auf Unternehmen wie Alibaba, JD.com und ASML. Auch US-Firmen wie Meta und UnitedHealth tauchen in seinem Portfolio auf. Seine Firma Scion Asset Management reagierte damit offenbar auf die Erholung der US-Börsen nach einem Einbruch im April.
Im ersten Quartal hatte Burry dagegen noch auf fallende Kurse bei chinesischen Firmen gesetzt, mit sogenannten Short-Positionen. Diese Wetten zahlten sich aus, als Trump neue Importzölle ankündigte und Aktien wie Alibaba und Baidu daraufhin stark verloren. Nun rechnet Burry offenbar mit steigenden Kursen: Durch den Kauf von Call-Optionen sichert er sich das Recht, bestimmte Aktien später zu einem festen Preis zu kaufen, ein klassisches Instrument für optimistische Marktstrategien.
Freitag: Neue KI-Modelle setzen europäische Software-Aktien unter Druck
Europäische Aktien von Unternehmen, die stark auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen, sind seit Mitte Juli deutlich gefallen. SAP verlor 7.2 Prozent, Capgemini 12.3 Prozent und Sage 10.8 Prozent. Auslöser sind die jüngsten Markteinführungen leistungsfähiger Modelle wie OpenAIs GPT-5 und Anthropics Claude für den Finanzsektor. Investoren fürchten, dass diese Technologien Geschäftsmodelle in Bereichen wie Software, Datenanalyse und Beratung verdrängen könnten.
Hintergrund ist die Sorge, dass KI viele bestehende Softwarelösungen überflüssig machen könnte. Eine Entwicklung, die Nvidia-Chef Jensen Huang schon 2017 mit „AI is going to eat software“ beschrieb. Experten betonen zwar, dass nicht alle Unternehmen gleich stark gefährdet sind, doch der Markt wirft derzeit viele europäische KI-Anwender in denselben „Problemkorb“. Die Skepsis wächst, ob sich die hohen Investitionen in KI bei diesen Firmen überhaupt auszahlen werden.







