Es ist Freitag und somit lassen wir eine weitere spannende Handelswoche hinter uns. Was so alles in der Welt der Finanzen passiert ist, schauen wir uns in unserem HKCM-Wochenrückblick an.
Montag – Indien: Milliarden-Investments von Microsoft und Amazon.jpg)
Wie am Montag bekannt wurde, stecken die nordamerikanischen Tech-Riesen Microsoft und Amazon Milliarden in den Standort Indien. So investiert Microsoft wohl $3.7 Milliarden im Bundesstaat Telangana. Laut Structure Research hat der Technologieriese bereits Land für den Bau von KI-Rechenzentren erworben, die 660 Megawatt IT-Kapazität bereitstellen sollen. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von einer halben Million europäischer Haushalte. Amazon plant gar eine Investition in Höhe von $12.7 Milliarden für den Aufbau einer umfangreichen Cloud-Infrastruktur bis zum Jahr 2030. Puneet Chandok, Microsofts Chef für Indien und Südasien, bezeichnet Indien als „einen der aufregendsten Märkte der Welt für Technologie“. Man möchte dort nun kontinuierlich investieren und weitere Kapazitäten aufbauen, „um Kunden zu bedienen, die sowohl für Indien als auch für die Welt innovativ sind“. Apropos investieren – in unserem beliebten TECH33-Aktienpaket analysieren wir nicht nur die Wertpapiere von Amazon und Microsoft (welche übrigens auch beide zu unserem US-Titans-Paket zählen), sondern 31 weitere Technologie-Hochkaräter aus den Vereinigten Staaten wie Nvidia, Apple, Coinbase, Google oder Tesla.
Dienstag – Ford streicht weitere Stellen in Deutschland
Um „schlanker und effizienter“ zu werden, streicht der nordamerikanische Autobauer Ford in Europa erneut umfangreich Stellen. Laut dem Betriebsratsvorsitzenden von Ford Europa, Benjamin Gruschka, betrifft das Restrukturierungsprogramm auch den Standort in Köln. Seit 2018 hat Ford in der Rheinmetropole bereits kräftig Arbeitsplätze abgebaut, die Belegschaft dort ist von 20 000 auf rund 13 000 gesunken. Wie viele Stellen in Deutschland und darüber hinaus in weiteren Werken in Europa abgebaut werden sollen, wird Ende Juni bekanntgegeben. Laut Gruschka verursache „das europäische Topmanagement mit seiner Ankündigung einer neuen Restrukturierungswelle viel Unsicherheit“ bei den Mitarbeitern. Neben dem Werk in Köln, wo auch die Europazentrale des Unternehmens angesiedelt ist, betreibt Ford hierzulande noch eine Produktionsstätte im Saarland. Deren Schließung zum Ende des Jahres 2025 steht bereits fest. Bei Ford lief es in den vergangenen Jahren alles andere als gut, vor allen Dingen in Europa sank der Marktanteil kontinuierlich – auch weil beliebte Modelle wie der Ford Fiesta ausgemustert wurden. Dennoch flossen jüngst erst 2€ Milliarden in den Standort Köln, wo kürzlich der erste vollelektrische, für den Massenmarkt produzierte Ford Explorer vom Band lief. Noch in diesem Jahr soll ein weiterer Stromer folgen.
Mittwoch – Astronomischer Aufstieg: Nvidia setzt sich auf den Thron
Es ist das Börsenmärchen der vergangenen Jahre: Mit einem schier unglaublichen Lauf realisierte das Wertpapier des Chip-Unternehmens Nvidia seit Oktober 2022 Anstiege in Höhe von rund 1100 Prozent, allein in diesem Jahr ging es für die Aktie um mehr als 170 Prozent nach oben. Seit Mitte dieser Woche ist der Konzern nun das nach Marktkapitalisierung wertvollste Unternehmen der Welt. Quasi im Stechschritt zog der Chip-Gigant an den beiden Dauerrivalen Microsoft und Apple vorbei. Erst vor knapp zwei Wochen hatte Nvidia als erst drittes Unternehmen überhaupt die magische $3 Billionen-Marke überflügelt, nachdem man mit den Ende Mai präsentierten Quartalszahlen abermals die Erwartungen nicht nur übertraf, sondern regelrecht pulverisierte. So konnte das von Jensen Huang geführte Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 262 Prozent auf $26 Milliarden nach oben schrauben, der Nettogewinn stieg gar um über 450 Prozent auf rund $15 Milliarden. Profitieren konnte der Börsenshootingstar vor allen Dingen vom großen Hype um Künstliche Intelligenz, wo man im Bereich der Chiptechnologie eine absolute Schlüsselrolle einnimmt. Die beispiellose Kursrallye machte CEO Huang zu einem der reichsten Menschen des Planeten, seine Unternehmensanteile in Höhe von 3.5 Prozent sind derzeit rund $114 Milliarden wert.
Donnerstag – Bitcoin: Bundesregierung verkauft, MicroStrategy akkumuliert?
Wie am Donnerstag unter anderem die Newsplattform Cointelegraph berichtete, scheint die deutsche Bundesregierung aktuell dabei zu sein, Teile ihrer Bitcoin-Bestände zu verkaufen. Von einer Krypto-Wallet, die der Regierung zugeordnet wird, sollen in dieser Woche knapp 9000 Bitcoin – andere Quellen sprechen gar von bis zu 13 500 – an verschiedene Adressen transferiert worden sein. Ziel waren offenbar die Krypto-Börsen Kraken und Bitstamp. Viele Marktteilnehmer gehen deshalb davon aus, dass der deutsche Staat diese Bitcoin abstoßen wird oder das bereits getan haben könnte. Seitens der Regierung gibt es diesbezüglich noch keine Stellungnahme. Wenngleich die 9000 transferierten Bitcoin derzeit einen Marktwert von rund 540€ Millionen haben, handelt es sich hierbei lediglich um einen Bruchteil des gesamten Krypto-Bestandes des deutschen Staates. Insgesamt beinhaltete die Wallet der Regierung vor der jüngsten Transaktion 43 359 Bitcoin mit einem Gegenwert von rund 2.6€ Milliarden. Die meisten Coins stammen aus Beschlagnahmungen illegaler Aktivitäten, wobei ein Großteil den ehemaligen Betreibern des Raubkopien-Portals movie2k.to zuzuordnen ist. Während Deutschland offenbar Bitcoin verkauft, setzt das nordamerikanische Tech-Unternehmen MicroStrategy seine bereits mehrere Jahre anhaltende BTC-Shoppingtour weiter fort: Eigenen Angaben zufolge hat der vom Bitcoin-Hardliner Michael Saylor geführte Konzern zwischen dem 27. April und dem 19. Juni weitere 11 931 Bitcoin akkumuliert. Somit hält MicroStrategy (deren Aktie wir neuerdings in unserem TECH33-Aktienpaket führen) nun 226 331 Bitcoin. Insgesamt steht der Software-Konzern mit diesem Bestand über 70 Prozent im Gewinn.
Freitag – ABN Amro übernimmt wohl deutsche HSBC-Privatbank
Ende Mai wurde vermeldet, dass die niederländische Großbank ABN Amro für 672€ Millionen die deutsche Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe übernimmt. ABN-Konzernchef Robert Swaak sagte in diesem Zusammenhang, dass die Übernahme dabei helfen soll, die „Marktposition in dieser wichtigen Region strategisch auszubauen“. Keine vier Wochen später krallt sich ABN Amro nun offenbar die nächste auf wohlhabende deutsche Kunden spezialisierte Bank: Wie die Börsen-Zeitung heute berichtete, steht das Unternehmen kurz vor der Übernahme von Trinkaus & Burkhardt, einer Tochter der britischen HSBC, die ihrerseits zu den zehn größten Banken der Welt zählt. Der Kauf würde die Präsenz der ABN Amro im größten europäischen Markt für Vermögensverwaltung erheblich erweitern. Durch den Zukauf würde das verwaltete Vermögen um 26€ Milliarden auf insgesamt etwa 96€ Milliarden steigen. Der Deal könnte der Börsen-Zeitung zufolge bereits in den kommenden zwei bis drei Wochen offiziell verkündet werden.
Das war’s schon mit dem Rückblick. Wir hoffen, er hat Ihnen einen kleinen Überblick gegeben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!




