HKCM-Wochenrückblick: Apple muss App Store ändern, Elon Musk feuert Tesla-Manager, neue Kraken Krypto App, Nike Zahlen besser als erwartet
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HKCM-Wochenrückblick: Apple muss App Store ändern, Elon Musk feuert Tesla-Manager, neue Kraken Krypto App, Nike Zahlen besser als erwartet

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Carlo Schmid

Montag: Apple reagiert auf Milliardenstrafe aus Brüssel

Apple hat angekündigt, seinen App Store in der EU grundlegend zu überarbeiten. Der Schritt folgt auf eine Strafe in Höhe von 500 Millionen Euro wegen Verstößen gegen das neue Digitalgesetz der EU (DMA). Ab sofort sollen Drittanbieter günstigere Gebühren zahlen und ihre eigenen Bezahlsysteme bewerben dürfen, ohne Apples Vorgaben zur Sprache oder Navigation einhalten zu müssen. Das Ziel von Apple sei es laut Bloomberg, weitere Strafzahlungen zu vermeiden und dennoch die Kontrolle nicht ganz zu verlieren.

Hintergrund ist der Druck aus Brüssel: Der Digital Markets Act zwingt Tech-Giganten wie Apple, fairere Bedingungen für kleinere Anbieter zu schaffen. Bislang hatte Apple bis zu 30 Prozent Gebühren verlangt, künftig sollen es meist nur noch 10 bis 15 Prozent sein. Trotzdem plant der Konzern, gegen die Strafe juristisch vorzugehen. Die EU-Kommission prüft nun, ob die geplanten Änderungen am App Store ausreichen und bezieht bei der Entscheidung auch gezielt andere Marktteilnehmer wie App-Entwickler, Wettbewerber von Apple, Verbraucherschutzorganisationen und andere betroffene Unternehmen mit ein.

Dienstag: Krypto für den Alltag – Kraken startet eigene Bezahl-App „Krak“

Die US-Kryptobörse Kraken hat am Donnerstag ihre neue Bezahl-App „Krak“ vorgestellt, mit der Nutzer in den USA unkompliziert Kryptowährungen versenden können. Die App funktioniert peer-to-peer, also direkt zwischen zwei Personen, ähnlich wie Venmo oder PayPal, aber eben mit Bitcoin, Ethereum & Co. Damit will Kraken laut eigenen Aussagen, den Krypto-Alltag massentauglicher machen. Der Start erfolgt zunächst in den USA, weitere Märkte sollen folgen.

Mit „Krak“ reagiert Kraken auf das wachsende Bedürfnis, Kryptowährungen auch im Alltag einsetzen zu können, etwa zum Teilen von Rechnungen oder kleinen Geldtransfers. Die App ist Teil einer breiteren Strategie, bei der Kraken auch auf Lizenzen in Europa setzt, um sein Geschäft auszuweiten. Peer-to-Peer bedeutet, dass Transaktionen direkt zwischen Nutzern erfolgen, ohne eine zwischengeschaltete Bank. Das senkt Kosten und soll Vertrauen schaffen.

Mittwoch: Xiaomi greift Tesla und BYD mit E-SUV YU7 an

Xiaomi hat in China seinen neuen Elektro-SUV YU7 vorgestellt, ein direkter Angriff auf Teslas Model Y. Das E-Auto kostet rund 35 000 Dollar, ist mit moderner Technik ausgestattet und erreichte in nur einer Stunde nach Verkaufsstart 289 000 Vorbestellungen. Die Xiaomi-Aktie sprang daraufhin um 8 Prozent auf ein Rekordhoch. Firmengründer Lei Jun setzt große Hoffnungen in das Modell und will mit weiteren Investitionen von 200 Milliarden Yuan in fünf Jahren an die Spitze der Autobranche.

Xiaomi will sich mit dem YU7 fest im umkämpften E-Auto-Markt positionieren, auch gegen chinesische Platzhirsche wie BYD. Der SUV kommt mit schnellem Ladesystem, Lidar (ein Lasersensor für autonomes Fahren), bis zu 760 km Reichweite und Luxus wie Massage-Sitzen. Trotz politischer Warnungen wegen Preiskriegen bleibt Lei Jun optimistisch: Noch 2025 soll die Autosparte profitabel werden, ein Tempo, das laut Analysten selbst in der schnell wachsenden chinesischen E-Autosparte selten ist.

Donnerstag: Musk feuert Tesla-Manager nach Absatzkrise

Tesla CEO Elon Musk hat Omead Afshar, Teslas Vizepräsident für Produktion und Betrieb, entlassen. Afshar war einer von Musks wichtigsten Vertrauten, führte ein Team hochrangiger Führungskräfte und wurde nach schwachen Verkaufszahlen in wichtigen Märkten vor die Tür gesetzt. Zuvor war er bereits in eine interne Untersuchung wegen geheimer Materialbestellungen verwickelt. Teslas Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um 19 Prozent gefallen, nun zieht Musk personelle Konsequenzen.

Die Trennung ist Teil einer Serie prominenter Abgänge bei Tesla, darunter auch der Chef der Roboterabteilung. Parallel verliert Tesla Marktanteile an günstigere chinesische Marken und europäische Wettbewerber. Beobachter machen auch Musks polarisierende politische Äußerungen für den Imageverlust verantwortlich. Laut einigen Medienberichten zeigt der Fall Afshar, wie angespannt die Lage bei Tesla momentan ist und wie rigoros Musk auf Misserfolg reagiert.

Freitag: Nike mit besserem Quartalsbericht als erwartet

Nike hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres besser abgeschnitten als erwartet. Mit einem Umsatz von 11.1 Milliarden Dollar und 14 Cent Gewinn pro Aktie. Trotzdem sackte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent ab. Grund dafür ist ein harter Konzernumbau. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, dass neue US-Zölle auf China-Importe ihn 2026 rund eine Milliarde Dollar kosten werden. Preissteigerungen und Änderungen in der Lieferkette sollen das laut eigenen Aussagen abfedern.

Nike steckt mitten in einem Strategiewechsel: zurück zum Fokus auf Sport, mehr Partnerschaften im Großhandel und ein Comeback bei Amazon. Die einstige Direktverkaufsstrategie wird zurückgefahren. CEO Elliott Hill will den schwachen Verkaufszahlen, besonders im Digitalbereich, mit gezieltem Produktmarketing und neuen Launches entgegenwirken. Vor allem in China kämpft Nike mit stärkerer Konkurrenz und schleppender Erholung. Doch laut Management sei der Tiefpunkt nun überschritten.

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Carlo Schmid

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