Cybersecurity-Startup Wiz lehnt Google-Milliarden ab
Der aufstrebende Cybersecurity-Anbieter Wiz hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Google-Mutterkonzern Alphabet abgelehnt – obwohl die Offerte von $23 Milliarden fast doppelt so hoch wie die aktuelle Bewertung von Wiz ist. Dieser Deal galt als größte potenzielle Akquisition in Alphabets Unternehmensgeschichte. Der Wiz-CEO Assaf Rappaport entschied sich dagegen und stellt die Gespräche ein. Er verkündete in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter, dass er sich für die Unabhängigkeit, weitere Expansionen und den potenziellen Börsengang entschieden habe. Branchenexperten sahen den Deal als eine Chance für Google, seine Position im Cloud-Sicherheitsmarkt zu stärken und mehr Vertrauen großer Unternehmen zu gewinnen. Der 2020 gegründete IT-Shootingstar Wiz unterstreicht mit diesem mutigen Schritt sein Vertrauen in das eigene Wachstumspotenzial und setzt ein klares Zeichen für die Zukunft und seine Stellung in der Cycbersecurity-Branche.
Bitcoin-Miner Marathon Digital kassiert Millionen-Strafe
Marathon Digital Holdings, die nach Börsenwert größte Bitcoin-Mining-Firma, wurde wegen Vertragsbruchs zur Zahlung von $138 Millionen Schadensersatz verurteilt. Ein Geschworenengericht befand, dass Marathon gegen eine Geheimhaltungsvereinbarung mit Michael Ho, einer ehemaligen Führungskraft bei US Bitcoin Corp und dem jetzigen Chief Strategy Officer bei Hut 8, verstoßen hat. Ho stellte Marathon 2020 urheberrechtlich geschützte Informationen für die Entwicklung eines groß angelegten Bitcoin-Mining-Projekts zur Verfügung. Die Vereinbarung enthielt eine Klausel, die Marathon daran hinderte, Ho zu umgehen und ohne Entschädigung direkt mit dem Lieferanten Geschäfte zu machen. Die Jury stellte fest, dass Marathon Hos Strategie nutzte, ohne seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. In einer am 19. Juli veröffentlichten Pressemitteilung erklärte David Affeld, Hos Anwalt, dass das Urteil die Notwendigkeit ethischer Geschäftspraktiken unterstreiche.
SAP-Allzeithoch nach Quartalszahlen
„SAP liefert erneut“, so fasst Chef Christian Klein die Quartalsergebnisse des Walldorfer Unternehmens zusammen. Und tatsächlich können die Zahlen sich sehen lassen: Der operative Gewinn wuchs währungsbereinigt um 35 Prozent auf 1.94€ Milliarden an, weshalb die Prognose für 2025 von 10€ Milliarden auf 10.2€ Milliarden angehoben wurde. Das Cloud-Geschäft konnte sich im zweiten Quartal um ein Viertel auf 4.15€ Milliarden steigern, wobei der Auftragsbestand um 28 Prozent auf 14.81€ Milliarden zunahm. Zugleich stiegen die Konzernerlöse um zehn Prozent auf 8.29€ Milliarden und der Free Cashflow kletterte auf 1.3€ Milliarden. Aufgrund dieser starken Ergebnisse konnte der DAX-Konzern seine Ziele für das laufende Jahr bestätigen: einen Cashflow von 3.5€ Milliarden und einen operativen Gewinn von 7.9€ Milliarden. Auch die Aktie von Europas größtem Softwarehersteller „liefert erneut“ – und zwar ein frisches Allzeithoch! Während es bei den Geschäftszahlen läuft, ist SAP auf personeller Ebene weiterhin mit Umstrukturierungen für einen verstärkten Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt. Obwohl bis zu 10 000 Stellen (von insgesamt 100 000 Jobs) auf dem Prüfstand stehen, soll laut Klein die Gesamtzahl der Angestellten durch Umschulungen und Neueinstellungen weitgehend bestehen bleiben.
Batterie-Gigant Varta vor Lithium-Deal mit Porsche
Der Batteriehersteller Varta hat drastische Maßnahmen angekündigt, um eine Insolvenz abzuwenden. Das Unternehmen plant, die Alt-Aktionäre aus dem Unternehmen zu drängen und Gläubigern einen Großteil ihrer Ansprüche zu entziehen. Diese Ankündigung führte zu einem massiven Kurssturz der Varta-Aktie um 80 Prozent auf ein Rekordtief von 2,10€. Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart ein Restrukturierungsvorhaben angemeldet. Ziel ist es, die finanzielle Lage des Unternehmens zu stabilisieren und eine Insolvenz zu vermeiden. Die bestehenden Anteilseigner könnten dabei ihre gesamten Aktien verlieren, da eine Kapitalherabsetzung auf null Euro und eine anschließende Kapitalerhöhung geplant sind. Zusätzlich laufen Verhandlungen mit Porsche und dem Großaktionär Michael Tojner, um frisches Kapital zu beschaffen. Porsche hatte zum Monatsanfang mitgeteilt, dass der Konzern Vartas Geschäft für Elektrobatterien übernehmen wolle. Varta hat ein Finanzloch im hohen zweistelligen Millionenbereich zu stopfen. Gläubiger zeigen sich skeptisch und fordern eine fairere Behandlung bei der geplanten Restrukturierung.
Nvidia setzt auf Samsung-Chips
Die High-Bandwidth-Memory- oder HBM3-Chips der vierten Generation von Samsung Electronics sind erstmals von Nvidia für den Einsatz in hauseigenen Prozessoren freigegeben worden. Das sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Chips sollen zunächst nur in einer weniger anspruchsvollen Nvidia-Grafikeinheit (GPU), der H20, zum Einsatz kommen, die unter Einhaltung nordamerikanischer Exportkontrollen für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Es sei noch unklar, ob auch andere GPUs von Nvidia die Samsung-Chips verwenden würden oder ob die Chips erst weitere Tests durchlaufen müssten. Der HBM-Chip von Samsung ist eine besonder Hardware-Konstruktion, bei dem die Chips vertikal gestapelt sind, um Platz zu sparen und den Stromverbrauch zu senken. Er ist eine Schlüsselkomponente von Grafikprozessoren für künstliche Intelligenz. Samsung, der weltweit größte Hersteller von Speicherchips, hat seit letztem Jahr versucht, die Tests von Nvidia für HBM3 und HBM3E zu bestehen, hatte aber Schwierigkeiten wegen Problemen mit der Wärmeentwicklung und dem Stromverbrauch.
Amazon kauft Dracula-Produzenten Bray Film Studios
Amazons Filmproduktionsgesellschaft Amazon MGM Studios baut ihre Präsenz in Großbritannien aus und hat die legendären Bray Film Studios erworben. In Water Oakley, Berkshire, 42 Kilometer vom Zentrum Londons entfernt gelegen, sollen die Studios die neue Produktionsstätte für die laufenden Serien und Spielfilme von Prime Video werden – schon seit 2022 wird dort an der zweiten Staffel von Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht gearbeitet. Mit dieser neuesten Akquise festigen die Amazon MGM Studios, die aus einer Fusion von Amazon und Metro-Goldwyn-Mayer hervorgegangen sind, ihr Standbein im Vereinigten Königreich, wo sie bereits einen exklusiven Nutzungsvertrag mit den Shepperton Studios haben. Generell zieht der Standort durch Steuererleichterungen und ein attraktives Angebot an Arbeitskräften immer mehr nordamerikanische Filmunternehmen an. Die 1952 gegründeten Bray Film Studios, die neben fünf Bühnen auch Werkstätten, Büros und Parkplätze umfassen, wurden insbesondere als Heimat der kultigen Hammer-Horrorfilme – zum Beispiel Dracula – bekannt. Zudem wurden dort auch Ridley Scotts Alien und die Rocky Horror Picture Show produziert.
Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!







