Heimatmarkt-Newsflash: Insolvenz-Rekord in Deutschland, VW-Tarifstreit und Telekom-Satelliten
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Heimatmarkt-Newsflash: Insolvenz-Rekord in Deutschland, VW-Tarifstreit und Telekom-Satelliten

Deutschland ist der Industriemotor Europas – und einer der wichtigsten Aktienmärkte des Kontinents. Im Heimatmarkt-Newsflash erhalten Sie die spannendsten Neuigkeiten der DAX-Unternehmen!

Firmenpleiten nahe Rekord: 320 000 Arbeitsplätze in Gefahr

Laut einer aktuellen Schätzung der Firma Creditreform, ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2024 deutlich gestiegen: Mit bisher 22 400 Fällen liegt der Wert fast 25 Prozent höher als im Vorjahr und erreicht den höchsten Stand seit 2015. Besonders betroffen sind Kleinstunternehmen, welche eine Großzahl der Pleiten ausmachen. Insolvenzen bei Großunternehmen nahmen um gut 44 Prozent zu.

Neben der Dienstleistungsbranche (+27.1 Prozent) verzeichnen das verarbeitende Gewerbe (+23.9 Prozent) und das Baugewerbe die höchsten Ausfälle. Rund 320 000 Arbeitsplätze sind bedroht oder bereits weggefallen. Als Hauptursachen gelten gestiegene Energiepreise, höhere Zinsen und die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Wirtschaftsexperten erwarten, dass sich die Insolvenzwelle 2025 weiter zuspitzen wird – möglicherweise sogar auf die Rekordwerte von 2009 mit über 24 000 Insolvenzen.

VW-Streit vor Eskalation – Milliarden-Minus bei Porsche

Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen Volkswagen und der IG Metall ist gestern nach 13 Stunden gescheitert. VW fordert Einsparungen wie Lohnkürzungen von zehn Prozent und mögliche Werksschließungen, was die IG Metall ablehnt. Sie verlangt den Erhalt aller Standorte und eine Beschäftigungsgarantie für 130.000 Mitarbeiter.

Unterdessen rechnet die Porsche SE, die große Anteile an VW und der Porsche AG hält, wegen fehlender Planungsgrundlagen mit hohen Verlusten. Abschreibungen von bis zu 20 Milliarden Euro bei VW und zwei Milliarden Euro bei der Porsche AG sind möglich. Dennoch hält die Holding an ihrer Dividendenprognose für 2024 fest.

Mercedes-CEO vs. Krankenstand: „Darf nicht so einfach sein“

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius sorgt mit Kritik am hohen Krankenstand in Deutschland für Aufsehen. Er forderte, dass “es nicht so einfach sein sollte, sich krankzumelden”, da der hohe Krankenstand deutschen Standorten schade. In deutschen Werken sei dieser teils doppelt so hoch wie in Polen oder Ungarn. Seine Aussagen wurden als Angriff auf Arbeitnehmerrechte und Ablenkungsmanöver von internen Problemen kritisiert.

Medien und Arbeitnehmervertreter verwiesen auf den hohen Arbeitsdruck und psychische Erkrankungen als Ursachen. 2024 verzeichneten deutsche Unternehmen 225 Krankmeldungen pro 100 Beschäftigte – ein Rekordwert, der die Belastungen der Arbeitnehmer widerspiegelt.

IRIS²: Telekom baut EU-Satelliten – und kauft Aktien zurück

Die EU entwickelt mit IRIS² ein eigenes Satellitensystem, das ab 2030 mit 290 Satelliten sichere Kommunikation für Behörden, Militär und private Nutzer ermöglichen soll. Ziel des 10.6-Milliarden-Euro-Projekts ist es, Europas digitale Autonomie zu stärken und Funklöcher, etwa in Afrika und der Arktis, zu schließen. „Russland stört unsere Navigationssignale“, betonte EU-Kommissar Andrius Kubilius und hob die sicherheitspolitische Bedeutung hervor.

IRIS² wird vom SpaceRISE-Konsortium, darunter Airbus und Deutsche Telekom, umgesetzt. Die Telekom plant zudem ein Aktienrückkaufprogramm von 14 Milliarden Dollar bis 2025, um das Vertrauen in ihre Stabilität und Aktionärswerte zu stärken.

SAP entlässt 10 000 Mitarbeiter wegen KI

SAP treibt den tiefgreifenden Konzernumbau voran und wird im Rahmen seines Restrukturierungsprogramms weltweit bis zu 10 000 Stellen streichen. Besonders betroffen sind ältere, gut bezahlte Positionen, die vorrangig durch freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen abgebaut werden. Allein in Deutschland haben bereits 3 500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Der Softwaregigant begründet diesen Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung: Während traditionelle Stellen wegfallen, investiert SAP massiv in Künstliche Intelligenz und plant neue Jobs in KI-relevanten Bereichen wie der Entwicklung von generativer KI-Technologie. Der Umbau soll bis Anfang 2025 abgeschlossen sein und langfristig Kosteneinsparungen von 200 Millionen Euro jährlich bringen. Gleichzeitig setzt SAP auf Effizienzsteigerungen und erwartet ab 2025 einen Zuwachs von 500 Millionen Euro beim Betriebsergebnis.

Rückschlag bei Asien: Allianz-Flop in Singapur

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat am 16. Dezember 2024 sein geplantes Übernahmeangebot für 51 Prozent des singapurischen Versicherers Income Insurance zurückgezogen. Der 1.63 Milliarden Dollar schwere Deal scheiterte am Widerstand der singapurischen Regierung, die befürchtete, dass Income Insurance unter Allianz-Führung seinen sozialen Auftrag – erschwingliche Versicherungen für Geringverdiener – nicht fortsetzen könnte.

Die Übernahme hätte Allianz vom neunt- zum viertgrößten Versicherer Asiens aufsteigen lassen und die Präsenz im Wachstumsmarkt Singapur gestärkt. Die Präsenz in Asien will man dennoch weiter ausbauen, betonte Vorständin Renate Wagner: „Wir bleiben von den Chancen in der Region überzeugt“.

Das war’s schon mit dem Heimatmarkt-Newsflash. Wir wünschen Ihnen weiterhin eine erfolgreiche Woche!

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