HKCM-Newsflash: Deutschland überrascht, Ölmarkt unsicher, Adidas atmet auf
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HKCM-Newsflash: Deutschland überrascht, Ölmarkt unsicher, Adidas atmet auf

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Manuel Gottschalk

Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.

Kein Minus im dritten Quartal: Deutsche Wirtschaft überrascht

Die deutsche Wirtschaft zeigt im dritten Quartal unerwartete Stabilität. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte zwischen Juli und September um 0.2 Prozent wachsen, vor allem dank staatlicher Ausgaben und privatem Konsum. Dennoch sehen Ökonomen noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Herausforderungen der Automobilindustrie, die steigende Zahl von Unternehmensinsolvenzen und die generellen Standortnachteile belasten die Prognosen für die Wintermonate.

Die Bundesbank rechnet für das Jahresende mit stagnierendem Wachstum, wenngleich sie die deutsche Wirtschaft im Gesamtjahr nicht in einer Rezession sieht. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert lediglich Stagnation für die deutsche Wirtschaft. Die Bundesregierung jedoch geht in ihrem Herbstgutachten davon aus, dass das BIP um 0.2 Prozent schrumpfen wird. Hoffnung auf Wachstumsschübe setzen Ökonomen in die geplanten staatlichen Hilfen und die sinkenden Leitzinsen, die aber erst mit Verzögerung greifen dürften. Erst ab 2025 erwartet die Ampel-Koalition eine spürbare wirtschaftliche Erholung und prognostiziert ein BIP-Wachstum von 1.1 Prozent.

BlackRock und Co. setzen auf KI-Fonds

Der Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) erlebt derzeit einen regelrechten KI-Boom. Allein 2024 wurden mehr als ein Drittel der insgesamt 24 KI-bezogenen ETFs aufgelegt; allein in der letzten Woche kamen drei neue hinzu. Das Vermögen, das in diese KI-Fonds fließt, beläuft sich inzwischen auf beeindruckende $4.5 Milliarden. Die enorme Nachfrage ist der rasanten Entwicklung der KI-Branche und den damit verbundenen Renditehoffnungen zu verdanken. Der Trend scheint noch lange nicht am Ende zu sein.

Große Vermögensverwalter wie BlackRock haben daher kürzlich zwei neue aktiv gemanagte KI-ETFs aufgelegt, und auch andere Anbieter wie Amplify ETFs richten ihre Portfolios neu aus, indem sie bestehende Fonds umbenennen und auf KI fokussieren. Venture-Capital-Gesellschaften planen zudem Investitionen von rund $79.2 Milliarden in KI-Start-ups, und vier führende Technologieunternehmen werden allein 2024 voraussichtlich rund $206 Milliarden für KI-Projekte ausgeben. Doch diese hohen Erwartungen dämpfen erste Performancezahlen: Der führende KI-ETF erzielte mit 20 Prozent zwar solide Renditen, liegt damit jedoch leicht hinter dem S&P 500.

 $4-Milliarden-Bewertung: Bitpanda will an die Börse

Die österreichische Kryptobörse Bitpanda prüft derzeit verschiedene Optionen für einen Exit, darunter einen Börsengang in Frankfurt oder auch einen möglichen Verkauf. Dies berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Dabei soll das Unternehmen die Citigroup und JP Morgan Chase als beratende Partner hinzugezogen haben, um die verschiedenen Exit-Optionen zu prüfen Ein Börsengang in Wien, dem Firmensitz, ist allerdings ausgeschlossen.

Bitpanda wurde 2014 gegründet und bietet Privatkunden den Handel mit Kryptowährungen, Aktienderivaten und Rohstoffen an. Im August 2021 wurde Bitpanda mit $4.1 Milliarden bewertet, nachdem es in einer Finanzierungsrunde $263 Millionen von Investoren wie Valar Ventures (Peter Thiel), dem Milliardär Alan Howard und Redo Ventures erhielt. Sollte es zu einem Exit kommen, dürfte die Bewertung erneut bei mindestens $4 Milliarden liegen.

Aufatmen bei Adidas: China-Geschäft wächst wieder

Die Topmanager von Adidas können wieder aufatmen, das Geschäft in China legte währungsbereinigt im dritten Quartal um neun Prozent zu. Unter CEO Bjørn Gulden wurde das Design an lokale Gegebenheiten angepasst, was zu einem Comeback der Marke mit den drei Streifen geführt hat. Zulegen konnte Adidas auch wieder in Nordamerika, wenngleich davon ausgegangen werden muss, dass der Ausverkauf der Yeezy-Schuhe einen nicht geringen Anteil an den Umsatzerlösen ausmachte. Für das laufende Jahr hat Adidas erneut seine Umsatz- und Gewinnprognose angehoben.

Nun geht man davon aus, dass das operative Ergebnis 1.2€ Milliarden erreichen wird, satte 200€ Millionen mehr als zuvor angenommen. Auch der Umsatz soll zehn Prozent über der bisherigen Prognose liegen. Das fränkische Unternehmen aus Herzogenaurach profitierte auch davon, dass im Rechtsstreit mit dem Rapper Ye (47) ein Vergleich geschlossen werden konnte und kein Geld geflossen sein soll. Bis vor zwei Jahren hatte Ye noch für Adidas eine eigene Schuh-Kollektion designt. Nachdem der Rapper jedoch mehrfach mit antisemitischen und rassistischen Aussagen aufgefallen war, trennte sich der Sportartikelhersteller von ihm.

 

JPMorgan sieht Probleme bei Ölpreis-Prognosen

JPMorgan-Analysten räumen ein, dass Prognosen zu Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt derzeit schwierig zu erstellen sind. Die Marktbedingungen seien schwer messbar, was die Unsicherheiten noch verstärke. In einer aktuellen Mitteilung haben sie ihre Vorhersage für das globale Ölangebot und die Nachfrage im dritten Quartal 2024 angepasst: Statt eines Defizits von einer Million Barrel pro Tag (mbd) gehen sie nun von nur noch 0.5 mbd aus. Gründe könnten überhöhte Angebotsprognosen oder zu niedrig angesetzte Nachfrageschätzungen sein.

Besonders die Rolle Chinas im globalen Ölmarkt wirft Fragen auf, da China möglicherweise größere Mengen Öl für strategische Reserven einkauft als bisher angenommen. Diese Intransparenz erschwert genaue Vorhersagen. Die Entspannung der zuletzt kritischen Lage in Nahost zwischen dem Iran und Israel sorgt für Beruhigung, die Unsicherheit bei den freiwilligen Förderbeschränkungen der OPEC-Länder lässt die Ölmärkte wiederum im Ungewissen über die unmittelbare Zukunft.

E-Auto-Riese Geely präsentiert neue Hybrid-Technologie

Der chinesische Autobauer Geely hat die Hybridtechnologie Leishen EM-i vorgestellt, die auf hohe Effizienz und Reichweite setzt. Das System kombiniert Verbrennungs- und Elektromotor sowie Batterie und passt sich der jeweiligen Fahrsituation an. So kann das Fahrzeug rein elektrisch, mit Benzin oder in Kombination betrieben werden. Bei einem Verbrauch von nur 2.62 Litern Benzin pro 100 Kilometer bietet das System eine kombinierte Reichweite von bis zu 2390 Kilometern.

Das erste Modell mit dieser Technologie, der Crossover Galaxy Starship 7, erreichte in Tests etwa drei Liter Verbrauch pro 100 Kilometer. Geely plant, die Leishen-Technologie auch in Fahrzeugen der Marken Renault, Volvo und Lotus einzusetzen und setzt damit neue Maßstäbe in der Branche. Der große nationale Konkurrent BYD hat im Mai ein eigenes Plug-in-Hybridsystem eingeführt, das bei leerer Batterie einen Verbrauch von 2.9 Litern pro 100 Kilometer und eine maximale Reichweite von 2100 Kilometern bietet.

Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!

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Manuel Gottschalk

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