HKCM-Newsflash: Bitcoin als Reserve in den USA, Google-Klatsche und Buffetts Apple-Verkäufe
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HKCM-Newsflash: Bitcoin als Reserve in den USA, Google-Klatsche und Buffetts Apple-Verkäufe

Die Welt der Finanzen steht niemals still. Was in den vergangenen Stunden passiert ist, schauen wir uns im HKCM-Newsflash an. Kurz, knapp und auf das Wichtigste reduziert.

Bitcoin als strategische Reserve in den USA? 

Die Senatorin Cynthia Lummis hat offiziell einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve vorschlägt. Die Gesetzgebung namens BITCOIN Act 2024 schlägt vor, dass die Regierung eine Million Bitcoin als Teil dieser Reserve erwerben soll. Laut dem Gesetzesentwurf soll der Senat anerkennen, "dass die globale Finanzlandschaft sich rasant entwickelt und digitale Assets eine wachsende Rolle in der Weltwirtschaft spielen". Bitcoin habe Resilienz bewiesen und etabliere sich seit einem Jahrzehnt als Zahlungsmittel und Wertspeicher. So wie "eine Gold-Reserve historisch als Grundpfeiler einer nationalen finanziellen Sicherheit gedient hat, repräsentiert Bitcoin ein Asset des digitalen Zeitalters, das in der Lage ist, die finanzielle Führung und Sicherheit der Vereinigten Staaten in der globalen Wirtschaft des 21. Jahrhunderts zu stärken", erklärte Lummis. Der Vorschlag hat die Aufmerksamkeit des ehemaligen Präsidenten Donald Trump auf sich gezogen. In einem Fernseh-Interview betonte Trump bereits vor einigen Tagen, dass eine Bitcoin-Reserve genutzt werden könnte, um die $35 Billionen US-Staatsschulden zurückzuzahlen.

Buffett trennt sich von der Hälfte seiner Apple-Aktien 

Warren Buffetts Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway hat sich in den vergangenen Wochen von rund 50 Prozent seiner Apple-Beteiligungen im Wert von rund $80 Milliarden getrennt. Auch eine Reihe weiterer Aktien wurden aus dem Depot seiner Holding entfernt, etwa Anteile seiner zweitgrößten Position, der Bank of Amerika. Auf der diesjährigen Berkshire-Aktionärsversammlung, die im Mai stattfand, deutete Buffet an, dass steuerliche Gründe hinter den Verkäufen stünden. So hatte Präsident Joe Biden für den Haushaltsplan 2025 eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer vorgeschlagen, die Buffetts Berkshire betreffen würde. Laut CNBC könnten auch andere Gründe hinter dem Massenverkauf stehen. Buffett hat nun sieben Quartale hintereinander mehr Aktien abgestoßen als zugekauft die Barbestände von Berkshire Hathaway stiegen auf die Rekordsumme von $277 Milliarden an. Cathy Seifert, Analystin bei CFRA Research, kommt zu dem Ergebnis, dass sich Berkshire defensiv aufstellt und stuft die Aktie als Kaufempfehlung ein. In Bezug auf die hohen Barbestände sagte Buffett, der auch als Orakel aus Omaha bekannt ist: „Wir würden es liebend gern ausgeben. Aber wir werden es nicht ausgeben, solange wir damit unserer Meinung nach nicht ein sehr geringes Risiko eingehen und gleichzeitig viel Geld verdienen können.“

Infineon plant Stellenabbau von 1400 Mitarbeitern 

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon hat angekündigt, weltweit etwa 1400 Stellen abzubauen, was rund drei Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht. Der Großteil der Reduzierungen, etwa 900 Stellen, wird an deutschen Standorten vorgenommen, insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und Marketing. Trotz dieses Stellenabbaus plant Infineon weiterhin, in Zukunftstechnologien zu investieren. Bis 2030 sollen 5€ Milliarden in den Ausbau der 300-Millimeter-Fertigung in Dresden fließen. Zudem ist die Errichtung eines neuen Werks in Malaysia für weitere 5€ Milliarden vorgesehen. Der Stellenabbau ist Teil eines Kostensenkungsprogramms, mit dem Infineon auf die derzeitige Marktsituation reagiert. Ein weiteres Unternehmen, das von der Marktsituation betroffen ist und ebenfalls Stellenabbau betreibt, ist der US-amerikanische Chiphersteller Intel. Der Halbleiter-Pionier hat kürzlich einen Abbau von 15 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Infineon optimistisch für die langfristige Entwicklung und sieht weiterhin Wachstumschancen in Bereichen wie Elektromobilität, erneuerbaren Energien und Künstlicher Intelligenz.

Gericht verurteilt Google-Suche als Monopol 

Ein Richter in den USA hat am Montag entschieden, dass Google gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hat. Das Urteil besagt, dass das Unternehmen durch massive Ausgaben ein illegales Monopol geschaffen habe, um sich als weltweit führende Suchmaschine zu etablieren. Das Urteil eröffnet nun den Weg für ein weiteres Verfahren über die Aufspaltung von Googles Muttergesellschaft Alphabet. Eine solche Maßnahme könnte die Online-Werbewelt grundlegend verändern, in der Google seit Jahren dominiert. Google kontrolliert etwa 90 Prozent des Online-Suchmarktes und 95 Prozent des Suchmaschinensektors für Smartphones. Die nächste Phase des Verfahrens könnte langwierig sein und sich bis 2026 hinziehen. Um weitere Kartellklagen zu vermeiden, könnte Google nun eine Vereinbarung kippen, die seine Suchmaschine zum Standard auf Apple-Geräten macht. Google zahlt für dieses Privileg jährlich $20 Milliarden an Apple. Sollte die Vereinbarung rückgängig gemacht werden, könnte der iPhone-Hersteller einen Gewinneinbruch von vier bis sechs Prozent erleiden.

Schwache Zahlen: Bayer strauchelt weiter 

Trotz leicht gestiegener Quartalsumsätze war das bereinigte Ergebnis des Chemie-Riesen für die letzten drei Monate rückläufig. Die Jahresziele bleiben jedoch unverändert und CEO Anderson sieht das Unternehmen auf dem richtigen Weg. Das Ebita-Ergebnis des zweiten Quartals sank um 16.5 Prozent auf 2.1€ Milliarden, was immer noch etwas besser war als von Analysten erwartet. Den größten Rückgang verzeichnete Bayer im Agrarsektor, wo das Ebita-Ergebnis um 27.7 Prozent zurückging. Im Bereich Pharmaceuticals verdiente Bayer ebenfalls operativ weniger, konnte aber den Umsatz bei rezeptfreien Gesundheitsprodukten um 5.3 Prozent steigern. Im Mai hatte das Unternehmen seine Jahresprognose gesenkt, diese Ziele aber nun bestätigt. Im Bereich Pharmaceutical rechnet der CEO trotz des Rücklaufs mit einer positiven Entwicklung. Daher will er sich auf die Produkte konzentrieren, die die Pharmasparte in der Pipeline hat. Seit der Monsanto-Übernahme hat der Konzern 70 Prozent an Börsenwert verloren. Anderson will den Konzern nun wieder auf die Beine stellen, indem Entscheidungsprozesse beschleunigt, Strukturen verschlankt und Stellen abgebaut werden.

$30 Milliarden pro Monat: Finanzspritze für die Märkte? 

Auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) kursiert ein brisantes Dokument, das auf geplante Anleiherückkäufe in den USA hinweist. Demnach sollen monatlich Staatsanleihen im Wert von bis zu $30 Milliarden zurückgekauft werden. Diese Maßnahme ist Teil eines ambitionierten Rückkauf-Programms zur Unterstützung der Marktliquidität und zur Stabilisierung der Wirtschaft. Die Rückkäufe der Staatsanleihen (Treasury) sollen frisches Kapital in den Wirtschaftskreislauf injizieren und die Liquidität im Finanzsystem erhöhen, wodurch Kapital in andere Anlageklassen fließen könnte. Dies wiederum, könnte zu einem Anstieg der Aktienkurse führen, da Banken und Anleger über mehr Kapital verfügen, das in diese Anlageklasse investiert werden dürfte. Zudem könnte das reduzierte Angebot an Staatsanleihen den Zinsmarkt beeinflussen und als eine Art Zinsbremse fungieren. Niedrigere Zinsen könnten die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu Anleihen erhöhen und die Nachfrage nach Aktien weiter anheizen. Ein zu berücksichtigendes Risiko ist jedoch eine mögliche Inflation durch den Liquiditätsüberschuss und damit eine Preisspirale nach oben. Insgesamt stellen die Treasury-Buybacks ein zweischneidiges Schwert dar, das sowohl Chancen als auch Risiken für den Aktienmarkt mit sich bringt.

Das war’s schon mit dem HKCM-Newsflash. Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rest-Woche!

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